ZB 4 / 2005
Kommunikation leicht gemacht!
Wie lässt sich im betrieblichen Alltag die Kommunikation erleichtern? Welche verschiedenen Formen der Unterstützung gibt es?Angebote, Hinweise, Tipps
Dolmetscher, Technik & Co.
So unterschiedlich die Auswirkungen und Probleme von Hörbehinderungen sind, so verschieden ist auch die erforderliche Unterstützung, zum Beispiel ...
Gebärdensprachdolmetscher und andere Kommunikationshelfer, wie Schriftdolmetscher und technische Kommunikationsassistenten. Außerdem: der Bildtelefon- Dolmetschdienst „Telesign“, der via Bildtelefon zwischen hörenden und gehörlosen Gesprächspartnern übersetzt.
Kollegenseminare, wie sie von vielen Integrationsämtern angeboten werden, vermitteln unter anderen grundlegende Informationen über Hörbehinderungen und helfen, Unsicherheiten in der Kommunikation abzubauen.
Technische Hilfen: Moderne Informationstechnologie – wie Internet, E-Mail und Fax – erleichtert die Kommunikation hörbehinderter Beschäftigter erheblich. Weitere technische Hilfen sind zum Beispiel, Bild- und Schreibtelefone, Lichtsignalanlagen an Maschinen, spezielle Funkübertragungs- oder Mikrofonanlagen. Für Hörgeräte gilt: Wenn eine höherwertige Geräteversorgung für den Arbeitsplatz erforderlich ist, können sich die Integrationsämter an den Kosten beteiligen.
Arbeitsplatzgestaltung: Oberstes Gebot ist der Schutz des Restgehörs. Daher müssen bei einer hohen Lärmbelastung auch hörbehinderte Mitarbeiter einen Hörschutz tragen.
Angebot des Integrationsamtes
Das Integrationsamt stellt hörbehinderten Menschen und ihren Arbeitgebern ein umfassendes „Servicepaket“ zur Verfügung. Dazu gehören ...
Technische Beratung bei Fragen zur Arbeitsplatzgestaltung oder zu technischen Arbeitshilfen.
Arbeitsbegleitende Betreuung durch Fachdienste für hörbehinderte Menschen der Integrationsämter oder durch beauftragte Integrationsfachdienste: zum Beispiel Einarbeitung und psychosoziale Begleitung.
Finanzielle Förderung: für technische Hilfen, Gebärdensprachdolmetscher und andere Kommunikationshilfen sowie für besondere Maßnahmen der beruflichen Anpassungsfortbildung.
Seminare und Informationsveranstaltungen: Kollegenseminare und Kurse für gehörlose Arbeitnehmer, Seminare für das betriebliche Integrationsteam sowie Broschüren.
Integrationsteam: Was tun?
Wie kann das betriebliche Integrationsteam für gehörlose oder schwerhörige Kolleginnen und Kollegen aktiv werden? Hier einige Anregungen ...
Information ermöglichen: Versuchen Sie es zu ermöglichen, dass hörbehinderte Mitarbeiter auf dem gleichen Informationsstand sein können wie ihre hörenden Kollegen, beispielsweise indem Sie
• für Betriebsversammlungen einen Gebärdensprachdolmetscher und/oder geeignete technische Hilfen organisieren,
• wichtige Informationen, wie innerbetriebliche Regelungen, über das Intranet zugänglich machen oder dafür sorgen, dass hörbehinderte Kollegen persönlich informiert werden.
Aufklärung betreiben: Klären Sie die Belegschaft über Hörbehinderungen und ihre Auswirkungen am Arbeitsplatz auf, etwa in der Mitarbeiterzeitung.
Kontakte fördern: Organisieren Sie Info-Veranstaltungen für kleinere Mitarbeiterkreise, die den persönlichen Erfahrungsaustausch zwischen hörenden und hörbehinderten Kollegen ermöglichen. Hierbei können Sie von den Beratern der Integrationsfachdienste unterstützt werden.
Kollegenseminare vermitteln: Motivieren Sie hörende und hörbehinderte Mitarbeiter zur Teilnahme an Kollegenseminaren und informieren Sie über entsprechende Angebote, auch für Gebärdensprachkurse.
Fort- und Weiterbildung fördern: Setzen Sie sich für die Fort- und Weiterbildung von hörbehinderten Kolleginnen und Kollegen ein.
Ansprechpartner sein: Stehen Sie Betroffenen als Ansprechpartner zur Verfügung und schalten Sie bei Bedarf Fachleute der Integrationsämter oder der Integrationsfachdienste ein.
Tipps: Zur Verständigung
Zunächst einmal: Beide Seiten müssen sich aktiv um die Verständigung bemühen. Ihr hörbehinderter Gesprächspartner weiß am besten, was er oder sie für die Kommunikation braucht. Fragen Sie nach!
Ansonsten gilt:
- • Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung und gute Lichtverhältnisse.
• Sprechen Sie langsam, deutlich, aber nicht übertrieben laut.
• Unterstützen Sie das Gesagte durch natürliche Gesten, Mimik und Gebärden.
• Vermeiden Sie Fremdwörter und ungebräuchliche Ausdrücke.
• Schreiben Sie schwierige Begriffe, Eigennamen und wichtige Daten zur Sicherheit auf.
• Stellen Sie durch Rückfragen sicher, dass Ihr hörbehinderter Gesprächspartner Sie verstanden hat
