Editorial

Dr. Dorothea Niemann
Leiterin des Integrationsamtes
bei der Behörde für Soziales,
Familie, Gesundheit und
Verbraucherschutz in Hamburg
Dabei wurde noch einmal deutlich: Integrationsfachdienste haben ihre Berechtigung. Sie sind unverzichtbar, wenn es darum geht, besonders betroffene schwerbehinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Zahlen belegen den Erfolg ihrer Arbeit. Doch bis heute sind wichtige Fragen der Beauftragung und Finanzierung von Integrationsfachdiensten nicht geklärt. Dies betrifft in erster Linie den Vermittlungsbereich. Auf der Fachtagung kam klar zum Ausdruck, wo es hakt: Die rechtliche Grundlage ist zu vage. Die Integrationsämter appellieren daher an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, im Interesse der betroffenen Menschen zügig für eine Klärung zu sorgen.
Die Integrationsfachdienste tragen ja auch zum Erfolg des Programms Job 4000 bei, in das der Bund über 30 Millionen Euro investiert. Womit wir wieder bei den Perspektiven wären: Was kann dieses Beschäftigungsprogramm leisten? Dazu ein Bericht von der Auftaktveranstaltung zu Job 4000.
Fördermittel können sicherlich Türen zum Arbeitsmarkt öffnen. Doch langfristige Erfolge sind ohne das Engagement von Betrieben nicht denkbar. Integrationsvereinbarungen können diese Arbeit erleichtern. Machen Sie davon Gebrauch! Sie wissen nicht wie? Mit Kurs online – einem multimedialen Lernprogramm im Internet – bieten Ihnen die Integrationsämter praktische Hilfestellung.
Dem Thema „Übergang Schule-Beruf“ widmen sich in diesem Heft gleich zwei Beiträge: Die Serie „Schule trifft Arbeitswelt“ berichtet vom Praktikum zweier körperbehinderter Jugendlicher bei Kaufhof. Die gesammelten Erfahrungen und das Feedback des Betriebes sind wichtige Wegweiser für ihre berufliche Zukunft.
Auch Schulen können entscheidend dazu beitragen, dass behinderte junge Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt leichter Fuß fassen. Der Bericht „Schnittstelle Schule – Berufsvorbereitung konkret“ stellt Beispiele aus der Praxis vor und zeigt, wie das Integrationsamt diese Bemühungen unterstützt.
Dr. Dorothea Niemann
Leiterin des Integrationsamtes bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg
