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ZB 2-2019

Logo 100 Jahre Hauptfürsorgestellen 100 Jahre Hauptfürsorgestellen

Ein langer Weg, der sich gelohnt hat

Vor 100 Jahren nahmen die ersten Hauptfürsorgestellen ihre Arbeit auf. Ein Bericht von der Jubiläumsfeier in Berlin.

Blick von oben auf Publikum und Bühne mit Rednern, (c) Thomas Ernst
Festakt der BIH in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin, (c) Thomas Ernst
Alles beginnt im Winter 1919. Der Erste Weltkrieg ist gerade erst vorbei. Eine halbe Million Kriegsbeschädigte und unzählige Kriegswaisen und -witwen stehen vor einer sozialen Notlage. Die ersten staatlichen Hauptfürsorgestellen entstehen. Diese Geburtsstunde feierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) mit einem Festakt am 7. Februar 2019 in Berlin. In seiner Rede vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zeichnete der BIH-Vorsitzende Christoph Beyer den Weg "von der Fürsorge zu einem modernen Leistungsrecht" nach (siehe Info-Box). Beeindruckend auch seine Schilderung des gesellschaftlichen Wandels. Mit einem Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hauptfürsorgestellen und Integrationsämter sowie deren Partner schloss Christoph Beyer seine Ansprache: "Sie waren Realisten, die aus den Herausforderungen der Zeit das Beste für die ihnen anvertrauten Menschen gemacht haben."

Christoph Beyer mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

"Ohne eine Vorstellung, was sein könnte, ohne eine Vision, was man schaffen könnte, wäre vieles von dem nicht erreicht worden, auf das wir heute zu Recht stolz sind."

Christoph Beyer, Vorsitzender der BIH

 

 

 

Jürgen Dusel mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

 

"Inklusion ist nicht 'nice to have', es geht vielmehr um Demokratie und darum, dass wir in einer Gesellschaft leben wollen, wo alle Menschen gleich viel wert sind und alle die gleichen Chancen haben."

Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung

 

 

Kerstin Griese mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

"Unsere und Ihre politische Arbeit ist geprägt von dem Ziel einer solidarischen Gesellschaft, in der sich jeder nach seinen Fähigkeiten entfalten kann und die Unterstützung bekommt, die sie oder er benötigt."

Kerstin Griese (SPD), Staatssekretärin beim BMAS

 

 

 

Dr. Anna Robra mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

"Wir haben in den letzten Jahren einen Bewusstseinswandel erreicht, das Thema Menschen mit Behinderungen ist heute positiver besetzt. Einen großen Anteil daran hatte die UN-Behindertenrechtskonvention."

Dr. Anna Robra (BDA)

 

 

 

Markus Hofmann mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

 

"Es lohnt sich für die Produktivität, Kreativität und Innovationsfähigkeit der Unternehmen, Vielfalt zu leben und Barrieren abzubauen."

Markus Hofmann (DGB)

 

 

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Eichenhofer mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

"Die soziale Entschädigung der Zukunft wird eine ganz andere sein als in der Vergangenheit. Keine millionenfachen Berechtigungen wie nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern hoch spezialisierte Einzelleistungen für sehr spezielle Gruppen von Menschen."

Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Eichenhofer, Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

 

Prof. Dr. Edgar Franke mit Mikro, (c) Thomas Ernst
(c) Thomas Ernst

 

"Wir stehen für eine freiheitliche offene Gesellschaft, deshalb haben wir auch die politische Verpflichtung, diesen Menschen beizustehen."

Prof. Dr. Edgar Franke, Opferbeauftragter der Bundesregierung

 

 

DATEN & FAKTEN

Ursprüngliche Aufgaben

1919 Gründung der Hauptfürsorgestellen. Sie unterstützen Kriegsbeschädigte medizinisch sowie bei der Wiedereingliederung in Arbeit und sichern Hinterbliebene sozial ab.

Meilensteine

1920 Die ersten Interessenvertretungen der schwerbeschädigten Beschäftigten nehmen ihre Arbeit auf. Die Grundlage für einen besonderen Kündigungsschutz wird geschaffen.

1953 Mit dem Gesetz zur Beschäftigung Schwerbeschädigter müssen Arbeitgeber erstmals eine Ausgleichsabgabe abführen. Diese Einnahmen ermöglichen ein größeres Unterstützungsangebot.

1974 Das Schwerbehindertengesetz sichert schwerbehinderten Menschen einheitliche Rechte zu, unabhängig von der Ursache der Behinderung. 2001 Mit Inkrafttreten des SGB IX gehen aus den Hauptfürsorgestellen die Integrationsämter hervor. Beide teils staatlich, teils kommunal organisiert sind unter dem Dachverband der BIH angesiedelt.

Heutige Aufgaben

Hauptfürsorgestellen sind ausschließlich für die Kriegsopferfürsorge und andere Zielgruppen des sozialen Entschädigungsrechts wie Opfer von Gewalttaten zuständig. Integrationsämter fördern die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben.

Zukünftige Entwicklung

Bundesteilhabegesetz wird weiter umgesetzt.

Soziales Entschädigungsrecht wird bis  2022 reformiert.

 

MEHR INFORMATION

Die Rede von Christoph Beyer und eine ausführliche Festschrift stehen im Internet zur Verfügung:

www.sozialeentschaedigung.de

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.