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Frau am Computer ZB 4/2009

REHADAT-Elan 2009

Beim Anzeigeverfahren Zeit und Kosten sparen!

Die Software REHADAT-Elan erleichtert Arbeitgebern die Anzeige zur Beschäftigungspflicht. Aktuelle Informationen und Tipps rund um das elektronische Anzeigeverfahren.

In diesen Tagen erhalten rund 140.000 Arbeitgeber Post von der Bundesagentur für Arbeit: Sie werden aufgefordert, die Anzeige zur Beschäftigungspflicht für das Jahr 2009 zu erstellen und bei ihrer Agentur für Arbeit einzureichen. Dies kann wie in den vorangegangenen Jahren auf elektronischem Weg erfolgen. Dafür gibt es das kostenlose Computerprogramm REHADAT-Elan, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln entwickelt wurde.

Was kann REHADAT-Elan?

REHADAT-Elan ist eine Software, die zunächst auf der Grundlage von Angaben zur monatlichen Anzahl der Arbeitsplätze eines Betriebes sowie der besetzten Pflichtarbeitsplätze mit schwerbehinderten oder anderen anrechenbaren Personen die zu leistende Ausgleichsabgabe berechnet. Dabei bietet das Programm auch Tipps und Hilfestellungen zu den verschiedenen Bereichen der Anzeige – vom Verzeichnis der schwerbehinderten Mitarbeiter bis zur Aufstellung der Aufträge an Werkstätten für behinderte Menschen. Die integrierte Plausibilitätsprüfung garantiert, dass alle Angaben richtig berechnet wurden und fehlerfrei sind.

Anschließend erstellt REHADAT-Elan die Anzeige der Beschäftigungspflicht und leitet diese auf Wunsch elektronisch direkt an die Bundesagentur für Arbeit weiter. Das spart nicht nur Papier, sondern beschleunigt auch die Bearbeitung!

Wie viele nutzen es?

Die Zahl der Arbeitgeber, die eine elektronische Anzeige mit REHADAT-Elan abgeben, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile nutzen etwa 40 Prozent der anzeigepflichtigen Arbeitgeber die schnelle und sichere papierlose Meldung: So haben für das Anzeigenjahr 2008 rund 56.500 Arbeitgeber den elektronischen Weg gewählt.

Welche Änderungen gibt es 2009?

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es keine gesetzlichen Änderungen bei der Beschäftigungspflicht und der Ausgleichsabgabe. Lediglich das Formular wurde leicht angepasst:

  • Die Angaben zu Schwerbehindertenvertretung, Betriebsrat und Arbeitgeberbeauftragten werden zukünftig nicht mehr abgefragt.
  • Als Alternative zur herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl können Arbeitgeber ihre Kontoverbindung im Anzeigenjahr 2009 freiwillig in Form der neuen Bankleitdaten IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) mitteilen.
  • Die Liste der Rechtsformen des Arbeitgebers wird um die Societas Europaea (SE) und die Unternehmergesellschaft (UG) ergänzt.

Wie wirkt sich Kurzarbeit aus?

Die Beschäftigungs- und Anzeigepflicht des SGB IX wird durch Kurzarbeit nicht berührt: Im Sinne des Arbeitsplatzbegriffes wird die Stelle eines schwerbehinderten Mitarbeiters zur Berechnung der Pflichtarbeitsplätze herangezogen, insofern die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit bei 18 Stunden und mehr liegt – unabhängig davon, wie viele Stunden tatsächlich gearbeitet werden. Demnach kann ein schwerbehinderter Mitarbeiter auch dann, wenn er durch Kurzarbeit weniger als 18 Stunden wöchentlich arbeitet, im Anzeigeverfahren weiter angerechnet werden.
Praktische Tipps für die Anwendung

  • Wenn Sie einmal Daten in REHADAT-Elan erfasst haben, können Sie diese jeweils ins nächste Jahr mitnehmen – damit ist die Anzeige schon fast fertig! Beim Programmstart erscheint hierzu der Button Datenübernahme aus REHADAT-Elan08.
  • Das Programm bietet außerdem die Möglichkeit, Daten für die Anzeige direkt aus dem elektronischen Personalverwaltungssystem (wie etwa SAP) zu importieren. Das spart Zeit und Kosten! Die Import-Funktion finden Sie unter dem Menüpunkt Arbeitgeber > Import (csv-Dateien aus Personalsoftware).
  • Die Datensätze in REHADAT-Elan können durch mehrere Mitarbeiter gepflegt und geprüft werden. Stellen Sie hierzu über die Option Datenpfad ändern ein, dass die Datei, in der die eingegebenen Daten gespeichert werden, auf einem Netzlaufwerk abgelegt wird. Von dort aus haben alle zugewiesenen Anwender Zugriff auf die Datenbank mit dem Namen ElanLokal09.mdb.

Eine CD-ROM mit der aktualisierten Software erhalten alle Arbeitgeber automatisch mit den Formularen der Bundesagentur für Arbeit.

Außerdem steht REHADAT-Elan 2009 ab Dezember unter www.rehadatelan.de zum Download bereit. Dort finden Sie außerdem Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) und Informationen zu früheren Anzeigeverfahren.
Die Ausgleichsabgabe
Private und öffentliche Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich mindestens 20 Mitarbeiter beschäftigen, sind verpflichtet, wenigstens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Arbeitnehmern zu besetzen. Für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz müssen sie eine Ausgleichsabgabe entrichten.

Die Höhe der Ausgleichsabgabe beträgt je Monat und unbesetztem Pflichtplatz:

  • 105 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3 bis unter 5 Prozent
  • 180 Euro bei 2 bis unter 3 Prozent
  • 260 Euro bei weniger als 2 Prozent

Erleichterungen für kleinere Betriebe und Dienststellen:

  • Arbeitgeber mit im Jahresdurchschnitt weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 105 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.
  • Arbeitgeber mit im Jahresdurchschnitt weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen zwei Pflichtplätze besetzen und zahlen 180 Euro, wenn sie keinen schwerbehinderten Menschen beschäftigen.

Anrechnung von Aufträgen an Werkstätten für behinderte Menschen: Arbeitgeber können ihre Zahlungspflicht ganz oder teilweise auch dadurch erfüllen, dass sie anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen Aufträge erteilen. An der zu zahlenden Ausgleichsabgabe können 50 Prozent der im Rechnungsbetrag enthaltenen Arbeitsleistung der Werkstatt abgesetzt werden.

Die Verpflichtung zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe gilt sowohl für die privaten Arbeitgeber als auch für die Arbeitgeber der öffentlichen Hand.

Veranlagung und Anzeigeverfahren:
Die Berechnung der Ausgleichsabgabe erfolgt im Wege der Selbstveranlagung durch die Arbeitgeber mittels des offiziellen elektronischen Anzeigeverfahrens ELAN oder der von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellten Vordrucke (Vordrucke aus Personalsoftwareprogrammen sind unzulässig!). Die Anzeige muss von allen beschäftigungspflichtigen Arbeitgebern abgegeben werden – eine ausdrückliche Aufforderung von der Agentur für Arbeit erfolgt nicht.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.