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Behinderung
&
Beruf

Alexander Szabados und Katharina Aßenmacher von der Anna-Freud-Schule ZB 3/2007

Schule trifft Arbeitswelt (4)

Ein Jahr Partnerschaft im Rückblick

Das erste Jahr der Zusammenarbeit zwischen der Anna-Freud-Schule und der Kaufhof Warenhaus AG ist vorüber. Die Beteiligten ziehen ein Fazit.

„Nur ein bis zwei Schüler pro Jahrgang machten nach ihrem Realschulabschluss direkt eine Ausbildung in einem Betrieb. Das war uns zu wenig!“ Ludwig Gehlen, Leiter der Anna-Freud-Schule in Köln, einer Förderschule für körperbehinderte junge Menschen, erklärt, warum die Schule vor einem Jahr mit der Kaufhof Warenhaus AG eine Partnerschaft geschlossen hat: „Wir wollen mehr behinderten Jugendlichen zu einer betrieblichen Ausbildung verhelfen.“ Wie wichtig frühzeitige Praxiserfahrungen für die berufliche Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt sind, betonen Fachleute immer wieder.

Der Kontakt zu Kaufhof war durch das Integrationsamt beim Landschaftsverband Rheinland im Rahmen des Projektes „Schule trifft Arbeitswelt“ vermittelt worden. Schon kurze Zeit später vereinbarten Schule und Unternehmen eine Partnerschaft, in deren Mittelpunkt ein dreiwöchiges Praktikum für vier Schülerinnen und Schüler stand. Die Praktika fanden vor den Osterferien 2007 in verschiedenen Galeria-Kaufhof-Filialen in Köln und Leverkusen sowie im Zentralen Abruflager in Frechen statt.

Über Erfahrungen ...

„Das Besondere an diesem Praktikum war, dass wir es mit dem Unternehmen gemeinsam vorbereitet und durchgeführt haben“, so Ludwig Gehlen. Bewährt hat sich dabei, die einzelnen Schritte – angefangen bei der Auswahl der Schüler über Betriebsbesichtigungen der Lehrer, Informationsveranstaltungen für die Praktikantenbetreuer, Schnuppertage und Praktikum bis hin zum Feedbackgespräch – in einem Maßnahmenkatalog festzuhalten.

„Wir haben zwar schon viel Erfahrung mit Schulpartnerschaften, aber dies war die erste Zusammenarbeit mit einer Schule für behinderte junge Menschen“, so Waltraud Schild, Mitarbeiterin in der Personalentwicklung bei der Kaufhof Warenhaus AG. Daher hätten die verschiedenen Einsatzorte der Praktikanten einen entsprechend hohen Beratungsbedarf beim Umgang mit den behinderten Jugendlichen gehabt. Dass die Praktika so reibungslos verliefen, lag sicher auch daran, dass schon im Vorfeld gemeinsam überlegt wurde, wie mögliche Schwierigkeiten vermieden werden können, zum Beispiel durch Verhaltenstipps für die Praktikantenbetreuer und die Schüler.

... und Ergebnisse

„Das Ergebnis der Praktika war für uns überaus erfreulich: Drei der vier Schülerinnen und Schüler haben einen so guten Eindruck hinterlassen, dass ihnen vom Betrieb empfohlen wurde, sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben“, so der Schulleiter Ludwig Gehlen. Auch für die vierte Schülerin war das Praktikum nicht umsonst. Denn sie konnte ihre Vorstellungen vom Verkäuferberuf in der Realität überprüfen und mehr Klarheit gewinnen, welchen Weg sie beruflich einschlagen möchte.

Dass auch die Lehrer durch die Zusammenarbeit wichtige Impulse für ihre Arbeit bekommen haben, bestätigt Gabriele Elias-Prohl, Berufswahlkoordinatorin an der Förderschule: „Ich habe zum Beispiel mit einem Schwerbehindertenvertreter über seine Arbeit gesprochen und mehr über Unterstützungsmöglichkeiten für schwerbehinderte Menschen im Beruf erfahren“. Ludwig Gehlen zieht eine positive Bilanz: „Wir sind uns mit Kaufhof einig, dass es sich gelohnt hat und wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen wollen.“ Direkt nach den Sommerferien soll es in die nächste Runde gehen.

Kontakt

Auskünfte zur Lernpartnerschaft: Waltraud Schild, Personalentwicklung, Leonhard-Tietz-Str. 1, 50676 Köln, Telefon 02 21/2 23-36 47, E-Mail Waltraud.Schild@kaufhof.de

 

Teil 1 bis 3 der Serie sind erschienen in der ZB 4/2006, 1/2007 und 2/2007. Nachzulesen auch im Internet unter: www.integrationsaemter.de

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.