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ZB 2-2013

Neue Projekte

Erfolgreich studieren trotz Handicap

Universität leitet sich ab vom Lateinischen universitas magistrorum et scholarium, was „Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden“ bedeutet. Behinderte Menschen müssen oft dafür kämpfen, um Teil dieser Gemeinschaft zu werden. Die Projekte Gateway und PROMI unterstützen sie dabei.

Studenten in einer Vorlesung (c) Thinkstock/Wavebreak Media
(c) Thinkstock/ Wavebreak Media
„Gateway – Studium und Karriere ohne Barriere“

Erstmals haben Menschen mit einer Hör- und einer Sehschädigung gemeinsam an einer Informations- und Kommunikationsplattform gearbeitet: Bei Gateway gibt es barrierefreie Informationen und Tipps rund um Studium, Berufseinstieg und Karriere. Die drei verschiedenen Darstellungsformen sind optimal an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst: Die Version für blinde und sehbehinderte Nutzer erleichtert den Einsatz eines Bildschirmleseprogramms oder „Screenreaders“. Außerdem lassen sich Kontrast und Schriftgröße der Texte am Bildschirm beliebig einstellen. Menschen mit einer Hörbehinderung, die die Schriftsprache bevorzugen, finden in einer eigenen Version entsprechende Texte und Bilder. Eine dritte Möglichkeit, Zugang zu den Informationen zu erhalten, bietet die Version mit Gebärdensprachvideos.

„Da sind zwei Welten aufeinander geprallt. Wir hatten am Anfang keine Vorstellung von der Kultur und den besonderen Bedürfnissen der blinden Menschen“, sagt der gehörlose Lektor für Deutsche Gebärdensprache Horst Sieprath über die Zusammenarbeit der beiden Projektteams von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und vom Studienzentrum für Sehgeschädigte im Karlsruher Institut für Technologie. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) hat das Projekt fachlich begleitet.

Mehr Informationen:www.gateway-online.de


„PROMI – Promotion inklusive“

Nach dem Studium zu promovieren, ist für schwerbehinderte Absolventen vor allem aus finanziellen Gründen oft nicht möglich. Neben der alltäglichen Frage, wie man den Lebensunterhalt während der Doktorarbeit finanziert, sind je nach Situation weitere Probleme zu lösen: Wer zahlt eine Arbeitsassistenz? Wer kommt für notwendige technische Arbeitshilfen auf? Stipendien decken diese Kosten in der Regel nicht ab. Schnell summieren sich hier mehrere Tausend Euro pro Jahr. Eine Antwort auf diese Herausforderung gibt d as Projekt „PROMI – Promotion Inklusive“. Von 2013 bis 2015 werden jährlich 15 sozialversicherungspflichtige Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter mit einer Behinderung an Universitäten in ganz Deutschland eingerichtet.

PROMI wird von der Universität Köln in Zusammenarbeit mit dem Unternehmensforum e.V. und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt. Die BIH hat das Projekt finanziell gefördert. So wird auch die akademische Gemeinschaft ein kleines Stückchen inklusiver.

Ansprechpartner für mehr Informationen und Bewerbungen: Torsten Prenner, ZAV, Telefon 02 28/ 7 13-10 71, E-Mail: ZAV-Bonn.SBAkademiker@ arbeitsagentur.de

Annetraud Grote, Paul-Ehrlich Insitut (c) privat

"Wir unterstützen den Erfahrungsaustausch zwischen den behinderten Doktoranden und zwischen den beteiligten Universitäten."

Annetraud Grote, schwerbehinderte Juristin im Personalreferat des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen, vertrat das Unternehmensforum im PROMI-Beirat.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.