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Behinderung
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Profilmethode

Die Profilmethode ist eine arbeitswissenschaftliche Vorgehensweise, mit der ermittelt werden soll, welche Arbeitnehmer auf welchen Arbeitsplätzen einsetzbar sind. Dabei werden – anhand katalogisierter Merkmale – die einzelnen Anforderungen des Arbeitsplatzes den Fähigkeiten und Kenntnissen der Arbeitsperson gegenübergestellt.

Merkmalkatalog: Für die berufliche Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen ist in dem Projekt IMBA (Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt) folgender Merkmalkatalog erarbeitet worden:

  • Körperhaltung (z.B. mit den Untergruppen Stehen, Sitzen)
  • Körperfortbewegung (z.B. mit den Untergruppen Gehen, Kriechen)
  • Körperteilbewegung (z.B. mit den Untergruppen Arm-, Bein-, Rumpfbewegungen)
  • Information (z.B. mit den Untergruppen Sehen, Hören, Sprechen)
  • Komplexe Merkmale (z.B. mit den Untergruppen Heben, Tragen)
  • Umgebungseinflüsse (z.B. mit den Untergruppen Klima, Schall)
  • Arbeitssicherheit (z.B. mit den Untergruppen Unfallgefährdung, Tragen von Arbeitsschutzmitteln)
  • Arbeitsorganisation (z.B. mit den Untergruppen Arbeitszeit, Akkord/Prämienlohn)
  • Schlüsselqualifikationen (z.B. mit den Untergruppen Antrieb, Sorgfalt)

Das Verfahren MELBA (Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit) beinhaltet – neben den IMBA-Merkmalgruppen – noch die psychischen Merkmale der Gruppe Schlüsselqualifikationen. Dies ist vor allem relevant, wenn die Auseinandersetzung mit psychischen Fähigkeiten und Anforderungen im Vordergrund steht. In der Softwareversion von IMBA lässt sich optional auch ein MELBA-Profil erstellen. Andererseits können MELBA-Profile in IMBA-Profile integriert werden.

Anforderungs- und Fähigkeitsprofil: Anhand der Merkmale erschließen sich die Anforderungen eines Arbeitsplatzes. Ihre Zusammenfassung ergibt das Anforderungsprofil. Mit demselben Merkmalkatalog wird die Ausführbarkeit der einzelnen Arbeitsplatzanforderungen durch die Arbeitsperson abgefragt, woraus sich ihr Fähigkeitsprofil ableitet. Aus dem Vergleich des Anforderungsprofils eines Arbeitsplatzes mit dem Fähigkeitsprofil eines dort einzusetzenden oder eingesetzten Mitarbeiters lassen sich Aussagen darüber gewinnen, inwieweit Arbeitsplatz und Mitarbeiter zusammenpassen. Ferner können dann Möglichkeiten der Anpassung des Arbeitsplatzes geprüft werden.

Die Profilmethode ist daher besonders geeignet zur Auswahl und Gestaltung von behinderungsgerechten Arbeitsplätzen. Erst mit der Übereinstimmung von Anforderungs- und Fähigkeitsprofil ist ein Arbeitsplatz behinderungsgerecht. Bei der praktischen Umsetzung der Profilmethode in Betrieben und Dienststellen unterstützt der Technische Beratungsdienst der Integrationsämter den schwerbehinderten Menschen, den Arbeitgeber und das betriebliche Integrationsteam.

Version vom: 15.01.2014
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