Symbol Gebärdensprache Symbol Leichte Sprache

Behinderung
&
Beruf

ZB 3-2018

Inklusionsvereinbarung

Das Integrationsamt als Vermittler

Bislang waren die Integrationsämter kompetente Ratgeber für die Inklusionsvereinbarung. Das neue SGB IX bringt sie nun auch als Vermittler ins Spiel, wenn Verhandlungen ins Stocken geraten.

Mitarbeiter in der Küche der Cölner Hofbräu Früh bei der Zubereitung von Bratkartoffeln, (c) Rolf Göbels, WHKT
Arbeitsprozesse und Rahmenbedingungen von Anfang an inklusiv gestalten – das hat sich die Cölner Hofbräu Früh auf die Fahnen geschrieben. In einer Inklusionsvereinbarung können dieses Ziel und notwendige Maßnahmen festgeschrieben werden, (c) Rolf Göbels, WHKT
Die Inklusionsvereinbarung ist eine der zentralen Grundlagen, um die Beschäftigungssituation von schwerbehinderten Menschen in den Betrieben zu verbessern. Ihr Ansatz: Arbeitsprozesse und Rahmenbedingungen sollen von Anfang an inklusiv gestaltet werden. Entsprechend umfassend sind die Inhalte, die zum Beispiel von der Personalplanung über die Arbeitsplatzgestaltung bis hin zur Arbeitsorganisation reichen.

Orientierung durch Verbindlichkeit Die klaren Regelungen der Inklusionsvereinbarungen schaffen Vorteile für alle Beteiligten. Vor allem sorgen sie für eine belastbare Arbeitsgrundlage. Sie analysieren und dokumentieren die aktuelle Situation schwerbehinderter Menschen im Betrieb. Sie definieren Ziele für entsprechende Verbesserungen und Maßnahmen, mit denen diese erreicht werden sollen. Zudem bestimmen sie ein Controlling-Konzept, also eine Methode zur Auswertung der Ergebnisse. Die Grundsatzfrage für jede gelungene Inklusionsvereinbarung ist, welche Ziele realistisch und erreichbar sind. Je konkreter diese benannt werden, desto größer sind die Erfolge. In der Praxis hat sich bewährt, die Inklusionsvereinbarung nicht jährlich zu überarbeiten. Stattdessen empfiehlt es sich, die Verabredungen in einem separaten Maßnahmenplan zusammenzufassen, der jährlich überprüft und angepasst wird. Das gibt allen Beteiligten zeitnah die Möglichkeit, die durchgeführten Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen und weiter zu verbessern. Insgesamt schaffen die Inklusionsvereinbarungen damit für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen und für die Zusammenarbeit der Akteure eine Basis der Verbindlichkeit.

Zu Verhandlungen verpflichtet In Gang gebracht wird die Verhandlung über eine Inklusionsvereinbarung von der Schwerbehindertenvertretung. In Betrieben ohne Vertrauensperson kann die Interessenvertretung der Arbeitnehmer initiativ werden. Das Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet den Betriebsrat ausdrücklich dazu, den Abschluss einer Inklusionsvereinbarung zu fördern. Mit dem Antrag werden die Verhandlungen über eine Inklusionsvereinbarung verpflichtend. Beteiligt sind dabei der Arbeitgeber und sein Inklusionsbeauftragter, die Schwerbehindertenvertretung und die Arbeitnehmervertretung. Auf Einladung kann das Integrationsamt als unparteiischer Moderator zu den Gesprächen hinzugezogen werden.

Moderieren und vermitteln Inklusionsvereinbarungen sind komplex, das führt mitunter dazu, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten. Häufig wollen die Verhandlungspartner zu viel in zu kurzer Zeit erreichen. Besser ist es, sich auf Machbares zu konzentrieren. Auf Wunsch der Beteiligten bieten die Integrationsämter Hilfestellungen. Wenn die Verhandlungen nicht vorankommen, können die Integrationsämter seit vergangenem Jahr als Vermittler hinzugezogen werden. Dies sieht das neue SGB IX vor. Damit es erst gar nicht zum Streitfall kommt, empfehlen die Integrationsämter, die Verhandlungen gemeinsam gut vorzubereiten. Zur Unterstützung bieten sie Informationsmaterial, persönliche Beratung und Fortbildungskurse zum Thema.

 

Button Inklusionsvereinbarung Kompakt Inklusionsvereinbarung kompakt
Die Integrationsämter bieten online umfangreiche Informationen zur
Inklusionsvereinbarung:

  • ZB Spezial Inklusionsvereinbarung (in Vorbereitung)
  • Arbeitsblätter zum Ausfüllen und
  • Ausdrucken
  • FAQ – Häufige Fragen zur Inklusionsvereinbarung
  • BIH Forum: Experten geben Auskunft

Mehr unter: www.integrationsaemter.de/inklusionsvereinbarung

ZB Online

Alle Ausgaben
Aktuelle Ausgabe
2021 2020 2019 2018
2017 2016 2015 2014
2013 2012 2011 2010
2009 2008 2007 2006
2005

Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.