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Behinderung
&
Beruf

Constanze Kovalev vom Integrationsamt ZB 1/2007

Die Schwerbehindertenvertretung

Neu im Amt

Im Herbst vergangenen Jahres wurden in Betrieben und Dienststellen bundesweit die Schwerbehindertenvertretungen gewählt. Manche zum ersten Mal, andere erneut. Eines haben sie alle gemeinsam: Jeder fängt irgendwann einmal an. Wie findet man sich als Neuling im Amt schnell zurecht? Eine Fachfrau des Integrationsamtes und drei Schwerbehindertenvertreter berichten über ihre Erfahrungen und geben Ratschläge.

"Das Integrationsamt: Ihr Partner für die Praxis!"

ZB Frau Kovalev,was ist Ihr wichtigstes Anliegen im Grundkurs für Schwerbehindertenvertretungen – was wollen Sie den Neulingen vermitteln?

Constanze Kovalev Wir wollen die Schwerbehindertenvertreter fit machen für die Praxis. Es geht also darum, wie sie sich im Betrieb etablieren und die erforderlichen Strukturen für ihre Arbeit aufbauen können. Dazu müssen sie ihre Aufgabe kennen und über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen.

ZB Mit welchen Schwierigkeiten haben Anfänger häufig zu kämpfen?

Kovalev Viele machen die Erfahrung, dass sie sich erst einmal Akzeptanz verschaffen müssen – in erster Linie beim Arbeitgeber, manchmal auch beim Betriebsrat. Viele Arbeitgeber wissen nicht, dass die Schwerbehindertenvertretung eine eigenständige Institution im Betrieb ist. Deshalb empfehlen wir den neuen Schwerbehindertenvertretern, dem Arbeitgeber von Anfang an als eigenständiger Verhandlungspartner gegenüberzutreten.

ZB Dies fällt sicher nicht jedem leicht ...

Kovalev Das stimmt. Auch das will gelernt sein. Wir bieten deshalb speziell den Kurs „Erfolgreiche Bewältigung schwieriger Gesprächs- und Beratungssituationen“ an. Hier lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Methoden, wie sie mit dem Arbeitgeber ins Gespräch kommen und in schwierigen Verhandlungen bestehen können. Zur Vorbereitung und Durchführung einer Schwerbehindertenversammlung empfehle ich den Kurs „Präsentation und Moderation“.

ZB War es früher einfacher, ein Schwerbehindertenvertreter zu sein?

Kovalev Ich würde sagen: Das Amt ist anspruchsvoller geworden. Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führten in den vergangenen Jahren beispielsweise zu einem massiven Personalabbau in vielen Unternehmen. Gleichzeitig stiegen der Arbeitsdruck und die Leistungsanforderungen. Dies wirkt sich besonders negativ auf die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen aus. Hinzu kommen neue Aufgaben für das Amt, etwa im Bereich der Prävention durch das Betriebliche Eingliederungsmanagement. Diese Aufgaben binden viel Zeit und erfordern zusätzliche Fachkompetenz, die man sich erst einmal aneignen muss.

ZB Was empfehlen Sie den neu gewählten Schwerbehindertenvertretern?

Kovalev Besuchen Sie unsere Kurse! Eine Befragung von Schwerbehindertenvertretern im Rahmen einer Bildungsbedarfsanalyse vor zwei Jahren hat ergeben: Die Schwerbehindertenvertreter schätzen das Integrationsamt als kompetenten Ansprechpartner. Viele bevorzugen das Kursangebot der Integrationsämter, weil es speziell auf die Arbeit der Schwerbehindertenvertretung zugeschnitten ist.

ZUR PERSON: Constanze Kovalev ist Mitarbeiterin im Integrationsamt beim Landesamt für Soziales und Versorgung in Cottbus/Brandenburg

 

PRAXISLEITFADEN
Die Broschüre „SBV-Guide – Praxisleitfaden für die Schwerbehindertenvertretung“ führt in die wesentlichen Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung ein. Erhältlich beim zuständigen Integrationsamt oder hier zum Herunterladen: Praxisleitfaden (PDF: 1,3 MB).


Beispiele aus der Praxis

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.