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Behinderung
&
Beruf

Jugendliche ZB 2 / 2005

Förderung der Ausbildung

Neue Prämien und Zuschüsse für Betriebe

Seit 1. Mai 2004 erhalten Arbeitgeber vom Integrationsamt zusätzliche Prämien und Zuschüsse, wenn sie behinderte oder schwerbehinderte junge Menschen ausbilden.

Im vergangenen Jahr hat der Gesetzgeber weitere Anstrengungen unternommen, um die Ausbildungschancen behinderter und schwerbehinderter junger Menschen zu verbessern. So wurden neue finanzielle Leistungen bei den Integrationsämtern eingeführt, mit denen ausbildende Betriebe entlastet werden können. Wie die gesetzlichen Zielvorgaben praktisch umzusetzen sind, darüber haben sich die Integrationsämter in entsprechenden „Empfehlungen“ verständigt. Dort ist beschrieben, was genau gefördert wird, wie hoch die Prämien und Zuschüsse sind und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Ausbildungsgebühren

Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten, die besonders betroffene schwerbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene ausbilden, können Zuschüsse zu Ausbildungsgebühren erhalten. Die besondere Betroffenheit liegt zum Beispiel vor, wenn der Betrieb durch die Behinderung dauerhaft außergewöhnliche Aufwendungen hat sowie grundsätzlich bei schwerbehinderten Auszubildenden mit einer intellektuellen oder seelischen Beeinträchtigung. Bei den Ausbildungsgebühren handelt es sich insbesondere um Gebühren der Industrie- und Handelskammern oder der Handwerkskammern, zum Beispiel Abschluss-, Eintragungs- und Prüfungsgebühren. Bei einigen Kammern sind diese Kosten in den so genannten Betreuungsgebühren für Auszubildende enthalten. Darüber hinaus können auch noch Gebühren für überbetriebliche Ausbildungsabschnitte entstehen.
Die tatsächlich angefallenen Gebühren für eine Ausbildung können vom Integrationsamt in voller Höhe übernommen werden. Die Höhe der Gebühren variiert je nach Branche. Bei Elektroberufen, zum Beispiel, liegt sie bei rund 2.600 Euro.

Rechtsgrundlage:§ 102 Abs.3 Nr.2b SGB IX i.V.m. § 26a SchwbAV


Kosten für die Berufsausbildung

Betriebe erhalten Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung, wenn sie behinderte junge Menschen ausbilden, die während der Ausbildung schwerbehinderten Menschen „gleichgestellt“ sind (siehe "Info").

Zu den Kosten einer Berufsausbildung gehören zum Beispiel Personalkosten der Ausbilder, Gebühren der Kammern sowie Kosten für Lernmaterial, Lernmedien, Berufskleidung und für externe Lehrgänge. Der Zuschuss wird als Pauschale von maximal 2.000 Euro pro Ausbildungsjahr gezahlt. Außerdem erhält der Arbeitgeber für jedes Ausbildungsverhältnis eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro. Zuschüsse und Prämie müssen bei einem Ausbildungsabbruch nicht zurückerstattet werden.

Rechtsgrundlage:§ 102 Abs.3 Nr.2c SGB IX i.V.m. § 26b SchwbAV


Sonstige Förderung

Darüber hinaus können Betriebe die bestehenden finanziellen Förderungen in Anspruch nehmen, wie etwa Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung durch die Bundesagentur für Arbeit oder Zuschüsse für die Schaffung neuer Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen durch das Integrationsamt. Individuelle Beratung über die Fördermöglichkeiten erhalten Betriebe bei den Integrationsämtern oder den von ihnen beauftragten Integrationsfachdiensten.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.