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Beruf

Junger Mann mit Behinderung bei der Arbeit ZB 4/2006

Job 4000

Neues Arbeitsmarktprogramm ab 2007

Ein Programm zur Verbesserung der beruflichen Integration behinderter Menschen soll insgesamt 4.000 von ihrer Behinderung besonders betroffenen Menschen, vor allem Schulabgängern, zu einem neuen Job verhelfen.

Arbeit, Ausbildung und Unterstützung: Das sind die drei Säulen, auf denen das neue Beschäftigungsprogramm „Job 4000“ der Bundesregierung beruht. Es tritt am 1. Januar 2007 in Kraft und endet am 31. Dezember 2013. Mit diesem Arbeitsmarktprogramm soll die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen gezielt vorangetrieben werden, indem zum Beispiel mehr Arbeitsplätze außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen geschaffen werden. Vor allem sollen die Chancen behinderter Menschen, die große Schwierigkeiten haben, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, wie etwa von ihrer Behinderung besonders betroffene Menschen, schwerbehinderte Jugendliche und Schulabgänger, auf Arbeits- und Ausbildungsplätze verbessert sowie behinderten jungen Menschen der Übergang von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Voraussetzung: Mittel aus den Ländern

„Job 4000“ ist ein Arbeitsmarktprogramm, das aus dem Ausgleichsfonds finanziert wird, in den auch ein Teil der Ausgleichsabgabe abgeführt wird. Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden vor allem für die Integration schwerbehinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt verwendet. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet mit dem Programm „Job 4000“ ergänzende Mittel aus dem Ausgleichsfonds an, um die Beschäftigungssituation von ihrer Behinderung besonders betroffener Menschen zu verbessern. Vorausgesetzt die Bundesländer stellen Mittel in vergleichbarer Höhe bereit.

Die Bundesagentur für Arbeit sowie die nach Hartz IV zuständigen Träger – die ARGEn oder die optierenden Kommunen – werden ebenfalls die durch „Job 4000“ geförderten Betriebe und behinderten Arbeits- oder Ausbildungssuchenden gezielt und wirkungsorientiert fördern – entsprechend ihrer Möglichkeiten nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III.

Welche konkreten Ziele hat das Programm "Job 4000"?

Ziel 1: 1.000 neue Arbeitsplätze
Es sollen mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen geschaffen werden. Zur Zielgruppe gehören beispielsweise schwerbehinderte Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Menschen mit einer geistigen Behinderung oder seelischen Erkrankung. Diese neuen Arbeitsplätze werden bis zu fünf Jahre gefördert – mit bis zu 36.000 Euro. Art und Höhe werden dem Einzelfall entsprechend festgelegt. Ziel ist: die geförderten Arbeitsplätze dauerhaft zu erhalten und die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten in den Betrieben zu erhöhen.

Ziel 2: 500 neue Ausbildungsplätze
Für schwerbehinderte Jugendliche sollen mindestens 500 neue betriebliche Ausbildungsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert werden. Arbeitgeber, die neue betriebliche Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen schaffen, erhalten pro Ausbildungsplatz eine Prämie von maximal 3.000 Euro zu Beginn der Ausbildung und bis zu 5.000 Euro nach Abschluss der Ausbildung und gleichzeitiger Übernahme in ein unbefristetes oder 2.500 Euro bei Übernahme in ein befristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Vorausgesetzt die wöchentliche Arbeitszeit beträgt im Jahresdurchschnitt mindestens 15 Stunden. Ziel ist: die Zahl der schwerbehinderten Auszubildenden in Betrieben zu erhöhen und die Betroffenen in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis zu bringen.

Ziel 3: 2.500 Vermittlungen in Ausbildungs- oder Arbeitsplätze
Mindestens 2.500 schwerbehinderte Menschen, insbesondere schwerbehinderte Schulabgänger, sollen mit Hilfe der Integrationsfachdienste in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Den Integrationsfachdiensten wird die Möglichkeit gegeben, sich bereits in der Berufsorientierungsphase zu beteiligen. Pro „Betreuung und Unterstützung“ erhalten die Integrationsfachdienste bis zu 250 Euro im Monat. Ziel ist: eine dauerhafte berufliche Eingliederung.

Finanzierung: Bund und Länder

Das Projekt „Job 4000“ wird mit insgesamt 31,25 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe vom Bund finanziert. Dafür stehen für die Schaffung von 1.000 neuen Arbeitsplätzen 18 Millionen Euro, für die Schaffung von 500 neuen Ausbildungsplätzen zwei Millionen Euro zur Verfügung und die Integrationsfachdienste erhalten für die Integration von 2.500 schwerbehinderten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt 11,25 Millionen Euro. Diese Mittel werden auf die einzelnen Bundesländer verteilt – nach dem Schlüssel,der im Jahre 2006 dem vorgenommenen Finanzausgleich zugrunde liegt. Die Bundesländer stellen für die Laufzeit des Arbeitsmarktprogrammes „Job 4000“ Finanzmittel in vergleichbarer Höhe zur Verfügung.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.