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ZB 2-2013

Serie: Das 1x1 der Förderung

Teil 4: Leistungen an schwerbehinderte Menschen...

In der ZB 4/2012 haben wir damit begonnen, die Fördermöglichke Pyramide mit Zahlenwürfeln als Serienlogo, (c) Thinkstock/ iStockphoto
(c) Thinkstock/iStockphoto
iten für schwerbehinderte Menschen vorzustellen. Welche weiteren Leistungen können Betroffene erhalten?

...für Unterstützte Beschäftigung

Was? Die Leistung der Unterstützten Beschäftigung wurde im Jahr 2009 als Rechtsanspruch im Sozialgesetzbuch (SGB) IX geschaffen. Sie hilft insbesondere stark eingeschränkten Menschen, denen ansonsten nur eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen bliebe, die aber mit der richtigen Unterstützung das Potenzial für den allgemeinen Arbeitsmarkt haben.

Wie viel? Die Integrationsämter sind im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung nur für die zweite Phase zuständig, die so genannte Berufsbegleitung. Mit 204 Fällen im Jahr 2011 und einem Ausgabevolumen von 0,55 Millionen Euro war die Bedeutung dieser Leistungsart anfangs zwar noch gering, dies wird sich aber in den kommenden Jahren ändern.

Wann? Die Unterstützte Beschäftigung umfasst zwei Phasen: In einer Qualifizierungsphase, die bis zu zwei Jahren dauert, werden die behinderten Menschen auf eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt systematisch vorbereitet und bei der Stellensuche unterstützt. Durchgeführt wird sie von einem beauftragten Träger der Unterstützten Beschäftigung. Kommt ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zustande, folgt als zweite Phase die Berufsbegleitung, sofern eine solche zur Sicherung des Arbeitsverhältnisses erforderlich ist.

Für wen? Zielgruppe sind vorwiegend Menschen mit einer geistigen Behinderung, die aus einer Förderoder Sonderschule kommen oder bereits in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt waren, aber auch psychisch behinderte Menschen oder Menschen mit einer Mehrfachbehinderung. Das Gesetz beschreibt die Zielgruppe relativ offen.

Von wem? Leistungen für eine Unterstützte Beschäftigung in der Qualifizierungsphase erbringen die Rehabilitationsträger und insbesondere die Agenturen für Arbeit. In der Phase der Berufsbegleitung wird für Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis in der Regel das Integrationsamt zuständig sein. Es geht hier um das ganz konkrete Training am Arbeitsplatz in Form eines Jobcoaching, damit der schwerbehinderte Mensch die üblicherweise manuelle Arbeitsleistung erbringen kann. Selbstverständlich kann das Integrationsamt eine so enge Begleitung nicht selbst übernehmen.

Beauftragt wird damit wiederum ein Dritter. Dies kann der schon von der Agentur für Arbeit beauftragte Träger der Unterstützten Beschäftigung sein, aber auch ein anderer Träger, ein Integrationsfachdienst oder ein freiberuflicher Jobcoach. All diese Unterstützungsleistungen finanzieren die beteiligten gesetzlichen Leistungsträger. Die Leistung wird in der Regel also nicht an den Betroffenen selbst ausbezahlt, sofern kein Persönliches Budget gefördert wird.

Wo geregelt? § 38 a SGB IX

Beispiel für die Unterstützte Beschäftigung Zwei Männer arbeiten an einer Tischsäge (c) Wolfgang Schmidt
(c) Wolfgang Schmidt

Arbeitsschritte einüben
Ein junger Mann mit Lernschwierigkeiten arbeitet in einem Betrieb für Sägetechnik als Produktionshelfer. Um seine Arbeitsleistung an einer neuen Maschine zu verbessern, trainiert ein Jobcoach mit ihm die einzelnen Arbeitsschritte.

 

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.