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&
Beruf

ZB 3-2018

Sport-Inklusionsmanager

"Sport als Motor der Inklusion"

Um Inklusion im und durch den Sport weiter voranzubringen, werden derzeit innerhalb eines Projekts schwerbehinderte Männer und Frauen im gemeinnützigen Sport zu Inklusionsmanagerinnen und -managern qualifiziert und eingesetzt. Sie bringen ihre eigene Expertise zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit mit ein.

Inklusionsmanager Bastian Gleitz (re.) mit Teilnehmern einer Fortbildung, (c) DOSB
Bei Fortbildungen vermittelt Inklusionsmanager Bastian Gleitz (re.), wie es sich anfühlt, blind zu sein und Ball zu spielen, (c) DOSB
Mit viel Spaß rollern oder laufen die Knirpse der integrativen Kindertagesstätte Anna Roles in Aachen durch den breiten Flur, hüpfen über Hindernisse und werfen Sandsäckchen auf ein Ziel. All dies sind Stationen, die für das "Mini-Sportabzeichen inklusiv" zu absolvieren sind. Angeleitet werden sie durch Sina Eghbalpour, die beim Stadtsportbund
Aachen als Sport-Inklusionsmanagerin arbeitet. Zur Erleichterung ihres Arbeitsalltags steht Sina Eghbalpour eine Arbeitsassistenz zur Seite. Die junge Frau ist eine von insgesamt 23 Sport-Inklusionsmanagern, die seit dem Januar 2017 beziehungsweise Juli 2018 ihre Arbeit aufgenommen haben. Sie sollen als Experten in eigener Sache die Umsetzung von Inklusion im Sport weiter voranbringen – praxisnah und vor Ort (siehe Box).

Alle Kinder – egal ob mit oder ohne Behinderung dafür die Perspektive: Sie fahren beispielsweise im Rollstuhl einen Parcours ab und üben sich im Werfen mit verbundenen Augen. Am Schluss gibt es nur Gewinner. "Der Spaß am Sport verbindet", sagt die 25-Jährige, die selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist. "Hier können alle von allen lernen."

Das "Mini-Sportabzeichen inklusiv" ist nur eine Idee von vielen zur Inklusion im Sport. "Zumeist ist der Wille der Sportvereine zu mehr Inklusion vorhanden, aber es gibt zum Teil auch große Unsicherheiten", erklärt Katja Lüke, Referentin für Inklusion im und durch Sport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der das Projekt verantwortet.

Erste Erfolge Der Gedanke, Sport-Inklusionsmanager in Sportorganisationen einzusetzen, zeigt bereits positive Effekte. Dies sieht man vor allem an den vielen unterschiedlichen Projekten, die diese anstoßen und verwirklichen konnten. Es konnten sogar zwei Stellen mehr besetzt werden als ursprünglich geplant. Katja Lüke erzählt, dass es für manchen Arbeitgeber ein ganz neues Feld gewesen sei, einen Menschen mit Behinderung im Bereich Sport einzustellen. "Zum Großteil haben sie festgestellt, dass sie sich im Vorfeld viel zu viele Sorgen gemacht haben." Wenn es um den Ausgleich der Behinderung und um mehr Barrierefreiheit am Arbeitsplatz geht, gibt es sowohl für Arbeitgeber als auch für Beschäftigte zahlreiche Unterstützungsangebote, über die die Integrationsämter informieren. Interessant war auch, dass durch die Beschäftigung der Sport-Inklusionsmanager die Barrierefreiheit von Sportstätten verbessert werden konnte, von denen die Verantwortlichen eigentlich annahmen, sie seien bereits barrierefrei. "Was hilft eine ebenerdige Tür, die sich nur schwer öffnen lässt?", verdeutlicht Katja Lüke. Durch die Expertise der neuen Fachkräfte kann so systematisch ein Umfeld geschaffen werden, dass Inklusion wirklich ermöglicht. So setzen sich die Sport-Inklusionsmanager in den jeweiligen Organisationen für Barrierefreiheit und gelebte Inklusion ein.

 

WEITERE INFORMATIONEN

Unter anderem diese Organisationen beschäftigen Sport-Inklusionsmanager

  • DJK-Sportverband: Vera Thamm, M. A. Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsmanagement mit Dysmelie-Syndrom
  • Stadtsportbund Aachen: Sina Eghbalpour, Sozialarbeiterin mit Glasknochenkrankheit
  • Turnklubb zu Hannover: Bastian Gleitze, blinder Physiotherapeut
  • Landessportbund Berlin: Katharina Krüger, Rehabilitationspädagogin mit Spina bifida
  • Verein für Heilpädagogische Hilfe
  • Bersenbrück e. V.: Stefan Doege, KFZ-Mechaniker mit inkompletter Querschnittslähmung

 

WEITERE INFORMATIONEN

DOSB-Projekt

Im DOSB-Projekt "Qualifiziert für die Praxis: Inklusionsmanager/innen für den gemeinnützigen Sport" werden insgesamt 23 hauptamtliche Stellen für jeweils zwei Jahre in einem Sportverband oder -verein geschaffen und mit einem Menschen mit Schwerbehinderung besetzt. Die behinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden je nach Bedarf und Neigung im Themenfeld Inklusion aktiv. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert.

Mehr unter: https://inklusion.dosb.de/sport-inklusionsmanager/

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.