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ZB 4-2020

Mit Abstand betrachtet - Die Krise gemeistert

Das Bild zeigt Alexander Schneider. Er lächelt freundlich in die Kamera. Er trägt ein graues T-Shirt mit einem dunklen Aufdruck und eine beige Kappe mit Schirm. Im Vordergrund sind Tomaten erkennbar. Im Hintergrund ist das Dickicht der Tomatenpflanzen zu sehen.

Durch die Corona-Pandemie verändert sich das Arbeitsleben – im Guten wie im Schlechten. Die Integrationsämter unterstützen Betriebe, wo sie können. Der sächsische Gemüsehof und Inklusionsbetrieb Domanja konnte durch die Unterstützung sogar Geschäftsfelder ausbauen und so alle Arbeitsplätze erhalten.

Das waren sehr emotionale Wochen“, erzählt Matthias Domanja, Betriebschef des Bauern- und Gemüsehofs über die Zeit im März und April 2020. In der gesamten Region wurden zwanzig Tage lang alle Wochenmärkte geschlossen. „Niemand hat verstanden, dass im Supermarkt weiterhin Gemüse verkauft wurde. Aber draußen an der frischen Luft war der Verkauf verboten“, empört sich der Bauer. Er müsse Löhne zahlen – eigentlich hätte so ein Fiasko das Aus bedeutet, sagt er.

Der 44-Jährige hatte 2004 den Hof mit 27 Hektar von seinen Eltern übernommen und ihn über die Jahre zu einem florierenden Betrieb umgebaut. Heute hat der Bauern- und Gemüsehof Domanja 200 Hektar im konventionellen Gemüsebetrieb und 200 Hektar als Biohof. Dazu gehört außerdem eine Fleischerei. Alle Produkte des Landwirtschaftsbetriebs werden auf regionalen Wochenmärkten und an die regionale Gastronomie verkauft – eine Erfolgsstory in der vom Strukturwandel besonders betroffenen Oberlausitz. Je nach Saison arbeiten im Betrieb 20 bis 25 Mitarbeiter, darunter fünf Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in einer Inklusionsabteilung. Für sie ist die Corona-Pandemie mitunter besonders belastend.

 

Besonderer Schutz

Beschäftigte, die nicht von zu Hause arbeiten können, müssen am Arbeitsplatz besonders geschützt werden. Das gilt vor allem für Menschen mit Behinderung. Viele haben Vorerkrankungen, andere sind von neuen Regeln und Vorschriften verunsichert und stehen psychisch unter Druck (siehe auch Interview auf Seite 10). Die Integrationsfachdienste waren und sind deshalb besonders gefordert in dieser Krisensituation.

Domanja hatte in der Vergangenheit auf die Trends Nachhaltigkeit und Bio gesetzt und investiert. Seine Produkte verkauften sich gut in der Region – dann kam Corona. Er habe sich direkt mit seiner Fachberaterin vom Integrationsfachdienst in Bautzen in Verbindung gesetzt, erzählt der Landwirt. Zum Leistungsportfolio des Integrationsfachdienstes gehört nicht nur die Begleitung schwieriger Krisen bei Menschen mit Behinderung. Informationen zu einzelnen Förderleistungen des Integrationsamtes sind ebenfalls Bestandteil des Beratungsangebots. Von seiner Fachberaterin kam dann auch der entscheidende Tipp: Das Integrationsamt Sachsen hatte bereits im April als Corona-Soforthilfe für Inklusionsbetriebe einen Zwei-Säulen-Plan ins Leben gerufen. In der „Säule 1“ gab es 2.000 Euro pro Arbeitsplatz, wenn dieser für eine Person mit Behinderung erhalten blieb.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.