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ZB 3-2015

Studien zu Arbeitsbedingungen
Eine SBV lohnt sich

Wie steht es um die Arbeitssituation von behinderten Menschen? Dieser Frage gehen zwei repräsentative Studien nach, das Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch und eine Studie von Verdi. Die Ergebnisse bekräftigen: Schwerbehindertenvertretungen (SBV) haben großen Einfluss auf ein inklusives Arbeitsumfeld.

Eine Friseurin wäscht einer Kundin die Haare, (c) fotolia.com/Samo Trebizan
Gibt es Vertrauensleute im Betrieb, fühlen sich die Beschäftigten wohler, (c) fotolia.com/Samo Trebizan

Beschäftigte werden im Mitarbeiterteam angenommen. 95 Prozent der Befragten geben an, dass sie im Kollegenkreis vollständig integriert und akzeptiert sind. Das besagt das "Inklusionsbarometer Arbeit" der Aktion Mensch. Auffällig schlecht ist es dagegen um die Anerkennung durch die Vorgesetzten bestellt. Laut der Verdi-Untersuchung "Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderung" erfahren zwei von fünf behinderten Beschäftigten keine oder nur geringe Wertschätzung durch ihre Vorgesetzten. Beide Studien stammen aus dem Jahr 2014, Verdi hat dafür rund 300, die Aktion Mensch rund 400 behinderte Arbeitnehmer befragt.

Positiver Einfluss der SBV Die Verdi-Studie untersucht auch die Rolle der SBV in den Betrieben: Demnach gibt es nur in etwa 60 Prozent der Unternehmen, die behinderte Menschen eingestellt haben, Vertrauensleute. Hier sind die positiven Auswirkungen der SBV-Arbeit sehr klar: Es gibt deutlich mehr behinderungsgerechte Arbeitsplätze. Laut Verdi wird nur die Hälfte der Befragten an behinderungsgerecht ausgestatteten Arbeitsplätzen eingesetzt. Die Anpassung des Arbeitsplatzes wiederum hat spürbare Folgen: Die Betroffenen fühlen sich seltener gehetzt, sind weniger Lärm ausgesetzt und halten es für wahrscheinlicher, dass sie ihre Tätigkeit bis zum Eintritt ins Rentenalter ausüben.

Kein einheitliches Ergebnis Das Inklusionsklima wird laut der Aktion- Beschäftigter vor einem Müllwagen, (c) iStock/vm
Die Studien belegen die positiven Auswirkungen der SBV-Arbeit, (c) iStock/vm
Mensch-Studie von den Beschäftigten überwiegend positiv beurteilt. Eine große Mehrheit (88 Prozent) wird entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt und sieht die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten etwas positiver als bei der ersten Befragung im Jahr zuvor. Zu weniger erfreulichen Ergebnissen kommt Verdi. Hier sehen nur 60 Prozent ihre Entwicklungsmöglichkeiten positiv. Besonders ungünstig ist die Bewertung von Arbeitsintensität, Einkommen und betrieblichen Sozialleistungen. Entsprechend negativ ist das Fazit: Behinderte Beschäftigte haben schlechtere Arbeitsbedingungen als der Durchschnitt.

Mehr Barrierefreiheit Die Aktion Mensch hat neben behinderten Arbeitnehmern auch deren Arbeitgeber befragt. Ein Ergebnis dieser Untersuchung: Immerhin der Hälfte der Arbeitgeber sind die staatlichen Fördermöglichkeiten bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen bekannt. Das Inklusionsklima in den Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, positive und negative Entwicklungen halten sich dabei die Waage. Ungünstig bemerkbar macht sich, dass weniger Arbeitgeber als im Vorjahr die staatliche Förderung bei der Integration von behinderten Beschäftigten in den Arbeitsmarkt nutzen. Positiv zu Buche schlägt, dass immer mehr Unternehmen barrierefrei sind und planen, in den nächsten zwei Jahren behinderte Arbeitnehmer einzustellen.

WEITERE INFORMATIONEN

Die Umfragen

Die beiden Untersuchungen "Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderung" von Verdi und "Inklusionsbarometer Arbeit" der Aktion Mensch sind im Internet erhältlich.

Als PDF unter: www.verdi-gute-arbeit.de und www.aktion-mensch.de

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