Symbol Gebärdensprache Symbol Leichte Sprache

Behinderung
&
Beruf

ZB 1/2013

Serie: Das 1x1 der Förderung

Teil 3: Leistungen an schwerbehinderte Menschen...

Pyramide mit Zahlenwürfeln als Serienlogo, (c) iStockphoto
(c) iStockphoto
In der ZB 4/2012 haben wir damit begonnen, die Fördermöglichkeiten für schwerbehinderte Menschen vorzustellen. Welche weiteren Leistungen können Betroffene erhalten?

... für Arbeitsassistenz

Wie viel? Die Leistungen für eine Arbeitsassistenz wurden mit dem Sozialgesetzbuch SGB IX im Jahr 2001 neu geschaffen. Die Nachfrage für diese Leistung steigt Jahr für Jahr an. Im Jahr 2001 haben 2.425 Menschen mit einer Schwerbehinderung diese Leistung des Integrationsamtes mit einem Fördervolumen von 17,5 Millionen Euro in Anspruch genommen. Die Arbeitsassistenz ist daher inzwischen die wichtigste Leistung an schwerbehinderte Menschen.

Wann? Körperlich sehr stark eingeschränkte schwerbehinderte Menschen können einer beruflichen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt häufig nur nachgehen, wenn sie zum Beispiel für manuelle Aufgaben eine persönliche Unterstützung haben. Leistungen für eine Arbeitsassistenz werden daher häufig an Menschen erbracht, die körperlich stark gehandicapt sind, die aber oft eine hochqualifizierte Arbeit erbringen. Aber auch Sinnesbehinderte, also blinde und gehörlose Menschen, können auf eine Arbeitsassistenz angewiesen sein. Wichtig ist, dass die Betroffenen in der Lage sind, den Kern ihrer arbeitsvertraglich geschuldeten Leistung selbst auszufüllen. Darüber hinaus können auch beruflich Selbständige Arbeitsassistenz erhalten. Die Assistenz hat immer nur eine unterstützende Funktion. Rein pflegerische Leistungen fallen nicht darunter. Das Integrationsamt ermittelt zunächst den Stundenbedarf für eine Assistenz am Arbeitsplatz. Die Höhe der Leistung orientiert sich an der Vergütung für eine angelernte Hilfstätigkeit, zum Beispiel an der Entgeltgruppe 2 für den Öffentlichen Dienst der Länder.

Von wem? Für Leistungen der Arbeitsassistenz kann nicht nur das Integrationsamt, sondern auch ein Rehabilitationsträger bis zu einer Dauer von drei Jahren zuständig sein, insbesondere bei der beruflichen Ersteingliederung. Eine Besonderheit bei dieser Leistung liegt darin, dass das Integrationsamt die Leistung für den zuständigen Rehabilitationsträger „ausführt“, also den Förderbescheid erteilt und vom Rehabilitationsträger eine Erstattung erhält. Häufig wird das Integrationsamt dann nach dieser Zeit die Arbeitsassistenz in eigener Zuständigkeit weiter erbringen. Da die Arbeitsassistenz anders als die meisten anderen Leistungen der Integrationsämter als Rechtsanspruch und nicht nur als Ermessensleistung ausgestaltet ist, besteht für die Betroffenen auch eine hohe Verlässlichkeit für eine dauerhafte Leistung.

Wo zu finden? § 102 Abs. 4 Sozialgesetzbuch (SGB) IX

Beispiele für Arbeitsassistenz

Eine Hand reicht einer anderen den Telefonhörer, (c) Harald Oppermann
(c) Harald Oppermann
Handreichungen
Eine hochgradig querschnittsgelähmte Verwaltungsfachangestellte benötigt Unterstützung beim Heranholen von Unterlagen und bei der Mobilität in der Dienststelle.




Frau beim Lesen eines Textes, (c) vvooki/iStockphoto
(c) vvooki/iStockphoto
Vorlesekraft
Ein blinder Lehrer benötigt regelmäßig eine Vorlesekraft beim Korrigieren von Klausuren.

 

 

 

ZB Online

Alle Ausgaben
Aktuelle Ausgabe
2019 2018 2017 2016
2015 2014 2013 2012
2011 2010 2009 2008
2007 2006 2005

Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.