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ZB 3/2009

Wirtschaftskrise

Wie wirkt sie sich auf die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen aus?

Kurzarbeit, Stellenabbau, Insolvenzen – wie hart trifft es schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Krise? Und was kann das Integrationsamt für sie tun?

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger bekommen die Folgen der Wirtschaftskrise unmittelbar zu spüren. Im Juli 2009 suchten 252.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor einen Arbeitsplatz. Viele Betriebe in Deutschland versuchen indessen, die konjunkturelle Durststrecke mit Kurzarbeit zu überbrücken. Im März 2009 waren davon 1,11 Millionen Beschäftigte betroffen. Unter der Krise leiden vor allem produzierende, stark exportabhängige Unternehmen in der Metallindustrie, im Maschinenbau oder in der Automobilbranche, wo laut Arbeitskreis der Schwerbehindertenvertretungen der Deutschen Automobilindustrie insgesamt 25.000 schwerbehinderte Menschen und rund 140 behinderte Auszubildende beschäftigt sind. Auch entsprechende Zuliefer- oder Dienstleistungsunternehmen verzeichnen drastische Auftragsrückgänge. Gleiches gilt für Branchen, deren Umsätze stark von Rohstoffpreisen abhängig sind, wie etwa Recyclingunternehmen, die mit dem Verfall des Schrottpreises zu kämpfen haben.

Folgen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

Auch der besondere Kündigungsschutz kann die schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Regel nicht vor betriebsbedingten Kündigungen bewahren. Fast 8.000 Kündigungsanträge – 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – gingen bei den Integrationsämtern im ersten Quartal 2009 ein. Im Juli 2009 waren rund 166.950 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 2,3 Prozent zum Vorjahr. Ihr Anteil an der Gesamtheit der Arbeitslosen lag bei 4,8 Prozent – und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 5 Prozent. Danach sind schwerbehinderte Menschen zwar nicht stärker vom Stellenabbau betroffen als ihre nicht behinderten Kollegen. Wenn sie jedoch arbeitslos werden, haben sie es aufgrund der Behinderung deutlich schwerer, wieder in Arbeit zu kommen. Deshalb ist die Sicherung ihrer Beschäftigung von so großer Bedeutung. Wie sich die Ausgleichsabgabe – und damit die finanziellen Möglichkeiten der Integrationsämter zur Förderung gefährdeter Arbeitsplätze – entwickelt, bleibt abzuwarten. Bisher ist die Ausgleichsabgabe trotz gestiegener Zahl an Insolvenzen nicht rückläufig.

 

 

 

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.