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ZB 1 / 2008

Ford-Werke GmbH: „Im Mittelpunkt stehen die Fähigkeiten“

Die Ford-Werke GmbH beschäftigt in Deutschland an den Standorten Köln und Saarlouis insgesamt knapp 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2001 stand das Werk Köln vor der Aufgabe, 500 „leistungsgewandelte“ Beschäftigte, die größtenteils nicht mehr wertschöpfend eingesetzt waren, an produktiveren Arbeitsplätzen wiedereinzugliedern. Dies war eine Voraussetzung, um den Standort für den Bau des damals neuen Ford Fiesta zu sichern.

Damit begann das disability management, das Wiedereingliederungsmanagement bei Ford. Heute gibt es in beiden Werken ein fünfköpfiges Kernteam, das für den Aufbau und die Weiterentwicklung des disability managements verantwortlich ist. „Die Einzelfälle werden aber von 14 Integrationsteams in den jeweiligen Bereichen betreut“, so Petra Zink, disability managerin bei Ford in Köln. In den Integrationsteams arbeiten Vorgesetzte, Personalverantwortliche, Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung, Werksarzt und disability manager eng zusammen.

Betriebsärztliche Untersuchung

Jeder Krankenrückkehrer wird vor Aufnahme der Arbeit betriebsärztlich untersucht, ebenso jeder Beschäftigte mit gesundheitlichen Problemen, die noch nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt haben. Dabei erstellt der Arzt je nach Komplexität des Einzelfalls ein ausführliches Fähigkeitsprofil. Die Anamnese berücksichtigt nicht nur körperliche, sondern auch seelische und soziale Faktoren, zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Vorgesetzten oder Schulden. „Es ist nicht immer der Bandscheibenvorfall, der Rückenschmerzen verursacht“, weiß Petra Zink, die wie die anderen Mitglieder der Integrationsteams aus Datenschutzgründen die Diagnose nicht erfährt. Der Werksarzt gleicht dann das Fähigkeitsprofil des Mitarbeiters mit den Anforderungen an seinem Arbeitsplatz ab und prüft, ob medizinische Leistungen notwendig sind. Im Integrationsteam wird besprochen, ob eine betriebliche Maßnahme, zum Beispiel eine Modifikation des Arbeitsplatzes, erforderlich ist und wie die Umsetzung erfolgen kann.

Mit Partnern kooperieren

Ein wichtiger Baustein des disability managements ist die Kooperation mit externen Partnern, wie dem Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland. „Auch die Zusammenarbeit mit den Kliniken der Deutschen Rentenversicherung funktioniert sehr gut“, so die Erfahrung der disability managerin. „Unsere Mitarbeiter bekommen relativ kurzfristig einen Reha-Platz. Mit unseren detaillierten Anforderungsprofilen kann die Klinik den Mitarbeiter gezielt berufsbezogen rehabilitieren.“ Aus dem abschließenden Reha-Bericht in Form eines Fähigkeitsprofils, das im Betrieb mit möglichen Arbeitsplätzen abgeglichen wird, zeigt sich für den Betrieb schnell, wo es noch Handlungsbedarf gibt. Dabei geht es nicht nur darum, die Beschäftigungsfähigkeit des betroffenen Mitarbeiters wiederherzustellen, sondern auch seine Lebensqualität und sein Wohlbefinden zu verbessern.

Ängste abbauen

Im Jahr 2006 wurden bei Ford 1.085 Wiedereingliederungsfälle betreut. Ungefähr 95 Prozent der Betroffenen konnten an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren – mehr als ein Drittel mit Hilfe einer stufenweisen Wiedereingliederung. Die größte Hürde für eine erfolgreiche Integration ist aber nach Ansicht von Petra Zink eher ein mentales Problem: „Es geht vielfach darum, den Mitarbeitern die Ängste zu nehmen. Viele trauen sich nichts mehr zu, wenn sie von externen Ärzten zu hören bekommen, was sie alles nicht mehr können oder was sie nicht mehr tun dürfen … Dabei sind wir heute in der Lage, durch unsere ergonomisch sehr hochwertigen Arbeitsplätze viele gesundheitliche Einschränkungen auszugleichen und Entlastungen zu schaffen.“

„Unsere ergonomisch hochwertigen Arbeitsplätze können viele gesundheitliche Einschränkungen ausgleichen.“
> Petra Zink, disability managerin bei der Ford GmbH in Köln

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.