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Behinderung
&
Beruf

ZB 1/2012

„Begegnung auf Augenhöhe“

Fragen an Rosita Schlembach vom Integrationsamt beim
Landeswohlfahrtsverband Hessen, die im BIH-Ausschuss Bildung und Information an den Vorbereitungen der Fachtagung beteiligt war.

ZB Frau Schlembach, was hat die BIH dazu bewogen, eine „Zukunftswerkstatt“ zu veranstalten?

Rosita Schlembach, (c) Karsten Socher
Rosita Schlembach, (c) Karsten Socher
Rosita Schlembach
Die Integrationsämter haben den Anspruch praxisnahe Leistungen für Unternehmen und schwerbehinderte Menschen anzubieten. Dazu muss man wissen, was vor Ort gebraucht wird. In der Zukunftswerkstatt haben wir also in erster Linie mit großen Ohren zugehört, nachgefragt und erörtert, wo die Probleme liegen, welche Aktivitäten in den Betrieben und Dienststellen bereits erprobt sind und wie sich die Arbeitswelt auf die kommenden Entwicklungen einstellt. Die diskutierten „Zukunftsthemen“ – wie der demografische Wandel, eine längere Lebensarbeitszeit oder lebenslanges Lernen im Beruf – betreffen schwerbehinderte Arbeitnehmer genauso, und Schwerbehindertenvertretungen wie auch Beauftragte des Arbeitgebers sollten dies im Blick haben. Schwerbehindertenvertretungen sind uns als Partner besonders wichtig, weil sie in den Unternehmen Spezialisten für Fragen zu Behinderung und Arbeit sind.

ZB Was wurde konkret diskutiert?

Schlembach Da kann ich nur einige Punkte anreißen: Deutlich wurde,
dass Führungskräfte, die überzeugt sind von der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen und sich engagieren, etwas bewegen können.
Bemerkenswert ist auch, wie wirkungsvoll in einem solch kooperativen Umfeld die Beiträge der Schwerbehindertenvetretungen sind. Die Beispiele
aus den Unternehmen zeigten noch einmal deutlich, dass Arbeitgeber, die
schon in Sachen Gesundheitsförderung, moderne Arbeitsplatzgestaltung
und Weiterbildung aktiv sind, klare Vorteile haben. Uns selbst müssen wir kritisch fragen, wie die Zusammenarbeit unter den Leistungsträgern verbessert werden kann, um schneller nötige Unterstützung bereitzustellen.

ZB Wie geht es jetzt weiter?

Schlembach In der Veranstaltung wurde ein bunter Strauß von Vorschlägen
und Praxisbeispielen gebunden und die Integrationsämter haben sich vorgenommen, diese regional und gemeinsam – auch mit anderen Partnern – weiterzuverfolgen. Im Moment sind wir auf BIH-Ebene dabei, die Ergebnisse auszuwerten. Sie werden in die aktuelle Arbeit einfließen,
etwa wenn es darum geht, das Beratungsangebot der Integrationsämter weiter zu verbessern und mit zu einer guten Vernetzung der Akteure beizutragen.

Ganz konkret wurde die Erwartung an die Integrationsämter formuliert, nicht nur im Einzelfall zu unterstützen, sondern die Unternehmen auch rundum zu beraten, zum Beispiel bei ergonomischen Fragen. Das Organisationsteam der Veranstaltung schlägt deshalb vor, die Beratung der Integrationsämter hin zu einem systemischen Beratungsangebot auszubauen. Außerdem
wird ein besonderes Informationsangebot zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement für kleine und mittelständische Unternehmen
erarbeitet.

ZB Werden sie die Zukunftswerkstatt fortsetzen?

Schlembach Die Resonanz war toll! Wir haben sehr viel Lob und Dank von
unseren Gästen erhalten. Auch wir sagen danke schön für eine aktive
Teilnahme und wertvolle Rückmeldungen zu unserer Arbeit. Der Austausch
hat uns allen gut getan und er soll auch keine Einmal-Aktion gewesen sein.

 

 

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.