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Behinderung
&
Beruf

ZB 1/2012

„Wir haben uns auf den Weg gemacht“

Vertreter der privaten Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes berichteten auf der Fachtagung, was ihre Unternehmen bereits tun, um die Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhalten und schwerbehinderte Menschen einzugliedern.

Arbeitgeberrunde auf Podium, (c) Hermann J. Knippertz
Arbeitgeberrunde auf der Fachtagung, (c) Hermann J. Knippertz

Bei der Stadt Düsseldorf brachte 2002 der Abschluss einer Integrationsvereinbarung die Wende: Damals lag die Beschäftigungsquote der Landeshauptstadt knapp unter 5 Prozent, Tendenz fallend. Heute sind 6,75 Prozent der fast 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schwerbehindert. Dank dieser Initiative konnte auch die Aus- und Weiterbildungssituation der Betroffenen verbessert und die Führungskräfte konnten für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen sensibilisiert werden. Eine beharrliche und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Integrationsarbeit, unterstützt durch das Instrument der Integrationsvereinbarung, trägt heute Früchte.

"Grundsätzliche Antworten finden, die sich dynamisch weiter entwickeln."
> Peter Esch, Stadt Düsseldorf

Bei der Metro-Gruppe arbeiten deutschlandweit rund 94.000 Menschen.
Während in einigen Vertriebslinien, wie bei real, behinderte und nicht behinderte Menschen schon ganz selbstverständlich zusammenarbeiten,
ist das Thema in anderen Vertriebslinien weniger präsent. Inklusion
heißt bei Metro: Mitarbeiter in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und ihren Talenten entsprechend einsetzen. Ein Schwerpunkt der Integrationsarbeit
besteht darin, bei Führungskräften Vorbehalte abzubauen.

"Mit langfristigen Zielen einen Bewusstseinswandel erreichen."
> Bettina scharff, Metro AG in Düsseldorf

McDonalds Deutschland in München mit 570 Mitarbeitern betreut bundesweit 62.000 Beschäftigte in FranchiseUnternehmen und CompanyRestaurants. Das Unternehmen ist entschlossen, die Beschäftigungsquote von derzeit 1,2 Prozent deutlich zu erhöhen. Auslöser war das hautnahe Erleben, wie erfolgreich die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen sein kann. Eine aktuelle Informations und Aufklärungskampagne wirbt auch bei den selbstständigen Franchise-Partnern für die Einstellung schwerbehinderter Menschen. 2012 wurde eine Kooperation mit den Integrationsämtern zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte Menschen und zur verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken gestartet.

"Erfolgreiche Beispiele überzeugen – mit Druck geht gar nichts!"
> Gabriele Fluck, McDonalds Deutschland in München

Das MercedesBenzWerk Bremen der Daimler AG ist Arbeitgeber von rund 12.400 Menschen. Eine langfristige Personalplanung soll dem Fachkräftemangel rechtzeitig entgegenwirken, zum Beispiel durch gezielte Weiterqualifizierung für Mitarbeiter in der Altersgruppe 40 bis Anfang 50. Einen besonderen Stellenwert aber hat die Ausbildung von jungen Menschen
mit Behinderung. In den vergangenen fünf Jahren konnten mehr als 150 Auszubildende mit Handicap eingestellt und nach Abschluss der Ausbildung
übernommen werden. Jedes Jahr werden etwa zehn Jugendliche mit Lernbehinderung ausgebildet.

"Durch gezielte Qualifizierung älteren Mitarbeitern Perspektiven bieten"
> Reiner Baeck, Daimler AG in Bremen

Die LH Bundeswehr Bekleidungsgesellschaft mbH in Köln kann eine Beschäftigungsquote von zehn Prozent vorweisen. Großen Wert wird auf die Sensibilisierung von Führungskräften für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen gelegt. Durch eine gute Nachfolgeplanung und gezielte Weiterbildung gelingt es zunehmend, Führungskräfte mit dem entsprechenden Fachwissen intern zu rekrutieren.

"Die Vielfalt unserer Mitarbeiter macht uns erfolgreich"
> Anne-Cathrin Kreysel, LH Bundeswehr Bekleidungsgesellschaft mbH in Köln

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.