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Beruf

Schwimmbad, in dem Steffen Drewniok arbeitet

ZB 2/2009

Beispiele aus der Praxis

Schwimmmeistergehilfe - Langer Abschied vom alten Beruf

Als eine Dialyse notwendig wurde, konnte Steffen Drewniok seinen Beruf als Schwimmmeistergehilfe nicht länger ausüben. Bis er eine Spenderniere erhält, wird der 40-Jährige auf einem Übergangsarbeitsplatz weiterbeschäftigt.

Seit seiner Jugend leidet Steffen Drewniok an Diabetes. Später kam Bluthochdruck hinzu. Beides hat seine Nieren im Lauf der Jahre massiv geschädigt, bis 2006 eine Dialyse unumgänglich wurde. Nun geht Steffen Drewniok regelmäßig an drei Nachmittagen in der Woche zur künstlichen Blutwäsche in ein Dialysezentrum in Ettlingen. „Ich bin fünf Stunden an das Dialysegerät angeschlossen. Es ist sehr anstrengend.“ Steffen Drewniok hofft, so bald wie möglich eine neue Niere und eine neue Bauchspeicheldrüse zu bekommen. Aufgrund seines Alters steht er auf der Warteliste für ein Spenderorgan weit oben.

Infektionsgefahr im Wasser

Seinen Beruf als Schwimmmeistergehilfe, die moderne Bezeichnung ist „Fachangestellter für Bäderbetriebe“, kann Steffen Drewniok, der im Albgaubad in Ettlingen beschäftigt ist, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Im Wasserbecken zu stehen, sei ungünstig bei Bluthochdruck, meinte die Amtsärztin. Zum anderen bestehe Infektionsgefahr an seinem Shunt – eine Gefäßverbindung, die operativ am Unterarm angelegt worden war, um den Blutaustausch während der Dialyse zu erleichtern. „Man muss für den Badebetrieb topfit sein, zum Beispiel, um im Notfall schnell ins Wasser springen und einen Menschen retten zu können“, so Steffen Drewniok, der sich durch die Blutwäsche oft müde und geschwächt fühlt. Ein Problem stellen auch die festen Dialysetermine dar, die mit den Arbeitszeiten in einem öffentlichen Freibad, das in der Saison an jedem Wochentag bis in den späten Abend geöffnet hat, kaum vereinbar sind.

Neue Stelle als Übergangslösung

„Da alle Beteiligten mit einer baldigen Transplantation rechnen, ging es zunächst darum, eine Übergangslösung zu finden“, so Bruno Braun vom Integrationsfachdienst in Karlsruhe. Der Arbeitgeber schuf aus verschiedenen Tätigkeiten, etwa an der Kasse und im Büro, eine 30-Stunden-Stelle für den nierenkranken Mitarbeiter. In der Sommerzeit wird er als Aushilfe in mehreren städtischen Bädern eingesetzt, wo er aber die Badeaufsicht nicht alleine übernehmen darf. Das Integrationsamt beim Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) in Karlsruhe fördert den Arbeitsplatz durch einen Lohnkostenzuschuss. Auch nach der Transplantation wird Steffen Drewniok wegen der Infektionsgefahr nicht mehr in seinem ursprünglichen Beruf arbeiten können. Doch die Stadtwerke Ettlingen haben schon signalisiert, ihn nach einer kaufmännischen Ausbildung in der Verwaltung zu übernehmen.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.