Symbol Gebärdensprache Symbol Leichte Sprache

Behinderung
&
Beruf

Barbara Rüth im Gespräch mit Kollegen

ZB 2/2009

Beispiele aus der Praxis

Betriebsrätin - Neuanfang mit Spenderniere

Seit sechs Jahren lebt Barbara Rüth mit einer Spenderniere. Ihre Tätigkeit als Betriebsrätin konnte sie wenige Monate nach der Operation wieder aufnehmen.

Barbara Rüth arbeitet bei Bioscentia in Ingelheim, ein Unternehmen für medizinische Labordiagnostik mit rund 1.000 Beschäftigten. Seit 2002 ist die Medizinisch-technische Assistentin für ihre Aufgaben als stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Gesamtschwerbehindertenvertreterin von ihrer Arbeitspflicht freigestellt.

Abstoßung vermeiden

Als im gleichen Jahr infolge einer angeborenen Funktionsstörung der Harnwege ihre Nieren versagten, war Barbara Rüths Mutter spontan bereit, ihr eine Niere zu spenden. Um eine Abstoßung des fremden Organs zu verhindern, muss die heute 41-Jährige seither starke Medikamente einnehmen, die die Immunabwehr unterdrücken – so genannte Immunsuppressiva. „Eine chemische Keule mit Folgen: Schwindel, Haarausfall, Hautveränderungen, Herzrhythmusstörungen, Angstzustände …“, so Barbara Rüth über die anfänglichen Nebenwirkungen der Therapie.

Ungefähr drei Monate nach der Nierentransplantation begann Barbara Rüth im Rahmen einer stundenweisen Wiedereingliederung zu arbeiten. Für eine Vollzeitbeschäftigung war ihr Körper aber noch zu geschwächt. Ihr Arbeitgeber erklärte sich jedoch bereit, die Arbeitszeit für die Dauer von zwei Jahren auf sechs Stunden täglich zu reduzieren.

Starke Medikamente nötig

Inzwischen arbeitet Barbara Rüth wieder 40 Stunden in der Woche. Dabei profitiert sie von der flexiblen Arbeitszeit: „Wenn mir morgens nach der Einnahme der Medikamente schlecht wird, kann ich mich ausruhen und die Arbeit später nachholen.“ Durch die Immunsuppressiva ist Barbara Rüths Körper anfälliger für Infektionen. Der harmlose Schnupfen einer Kollegin kann sich bei ihr zu einer gefährlichen „Grippe“ entwickeln. Sie muss sich daher vor Ansteckung schützen und mehr auf Hygiene achten als andere Menschen. Darüber hinaus geht sie regelmäßig einmal im Monat zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung. Ansonsten führt Barbara Rüth ein normales Leben – dankbar für die Freiheit, die ihr die neue Niere geschenkt hat. Auch die anfängliche Sorge, ihren Hund aus hygienischen Gründen abgeben zu müssen, erwies sich als unbegründet. „Ich habe mich schließlich schon lange an seine Keime gewöhnen können“, sagt sie und lächelt.

 

ZB Online

Alle Ausgaben
Aktuelle Ausgabe
2019 2018 2017 2016
2015 2014 2013 2012
2011 2010 2009 2008
2007 2006 2005

Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.