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Beruf

Hüseyin Büber in der Kfz-Werkstatt

ZB 2/2009

Beispiele aus der Praxis

Kfz-Meister - Dialyse im „Pausenraum“

Hüseyin Büber, Kfz-Meister in einem Autohaus, führt an seinem Arbeitsplatz eine Bauchfelldialyse durch. Um Infektionen zu vermeiden, nutzt er einen eigens dafür eingerichteten Raum.

Eine verschleppte Grippe auf die leichte Schulter zu nehmen, davor kann Hüseyin Büber nur warnen. Bei dem Kfz-Meister für Elektronik und Mechanik, der seit 19 Jahren beim Autohaus Jürgens im westfälischen Plettenberg beschäftigt ist, hat ein solcher Infekt eine Autoimmunreaktion ausgelöst, die seine Nieren fast vollständig zerstörte. „Es ist tückisch, denn man fühlt keine Schmerzen“, erklärt Hüseyin Büber. „Dabei lassen sich Nierenprobleme durch einen einfachen Urintest frühzeitig feststellen.“ Zehn Jahre später, im Jahr 2007, hatten seine Nieren – trotz Medikamenten und einer speziellen Diät – 90 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit eingebüßt. Eine künstliche Blutwäsche wurde notwendig.

Auf Hygiene achten

„Die Bauchfelldialyse zu wählen, war eine gute Entscheidung. Ich fühle mich sehr gut damit.“ Hüseyin Büber, der bei dieser Therapie keine Diät halten muss, hat sich für das CAPD-Verfahren entschieden, die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse. Dabei führt Hüseyin Büber durch einen Katheter eine Dialyselösung in die Bauchhöhle ein. Regelmäßig alle fünf Stunden wechselt der 49-Jährige die Flüssigkeit. „Dabei muss man sehr auf Hygiene achten, um keine Infektion an der Bauchöffnung zu riskieren“, so Hüseyin Büber, der die einstündige Prozedur während der Arbeitszeit in einem eigens dafür bereit gestellten Raum durchführt.

Alter Umkleideraum renoviert

Der Technische Beratungsdienst des LWL-Integrationsamtes Westfalen in Münster half, einen alten, ungenutzten Umkleideraum für diesen Zweck herzurichten. Nach der Renovierung wurde der Raum mit einer Sanitätsliege und einem Infusionsständer für die Dialyse ausgestattet. Hinzu kamen ein Ablagetisch mit Sitzmöglichkeit, eine neue Leuchte und ein Desinfektionsmittelhalter am Waschbecken. Die Kosten übernahm das Integrationsamt. „Wir haben intern die Arbeit so organisiert, dass der Kollege, der mich während meiner Dialyse vertritt, keine Mehrarbeit verrichten muss“, so der Kfz-Meister. Die Kollegen packen auch spontan mit an, wenn schwere Gegenstände zu heben sind, zum Beispiel beim Aufsetzen von Winterreifen. Denn solche Tätigkeiten soll der nierenkranke Mitarbeiter vermeiden. Ansonsten ist Hüseyin Büber voll einsatzfähig. Er ist froh, weiterhin arbeiten zu können, denn ein Leben ohne die Kfz-Werkstatt kann er sich nur schwer vorstellen.

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.