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ZB 2/2012

Zeit haben, um sich zu bewähren

Stefanie Kekeisen hat ihr Ziel erreicht: Mit Hilfe der Unterstützten Beschäftigung ist es der 25-Jährigen gelungen, einen Arbeitsplatz im Wohnpark St. Klara – einer Seniorenwohnanlage – zu erhalten.

Stefanie Kekeisen füllt einen Wäschesack, (c) Andreas Reiner
Stefanie Kekeisen ist Hauswirtschaftshelferin, (c) Andreas Reiner
Ein langer, teils frustrierender Weg liegt hinter ihr. Nach Beendigung der Förderschule für Lernbehinderte absolvierte Stefanie Kekeisen eine Ausbildung zur Beiköchin, die sie nicht abschloss. Probebeschäftigungen und Trainingsmaßnahmen folgten, blieben aber erfolglos. Die zuständige Arbeitsagentur in Biberach, Baden-Württemberg, entschied sich schließlich für Maßnahmen im Rahmen der ersten Phase der Unterstützten Beschäftigung und beauftragte damit den Integrationsfachdienst (IFD) in Biberach.

Der IFD … Christel Hall, Integrationsberaterin beim IFD, traf Stefanie Kekeisen Anfang Juni 2010 zum ersten Mal: „Sie wünschte sich, mit alten Menschen zu arbeiten, da sie damit bereits gute Erfahrungen gemacht hatte, und wollte ihre erworbenen Fähigkeiten in der Hauswirtschaft einsetzen.“ Ein Praktikum in einem Seniorenheim sollte dies bestätigen. Heidi Haga, Leiterin des Wohnparks St. Klara in Schemmerhofen bei Biberach, sagte zu.

Orientieren … In den folgenden vier Monaten lernte Stefanie Kekeisen den Arbeitsablauf in der Seniorenanlage kennen, der mit drei Wohneinheiten und 33 Betten für die junge Frau eine überschaubare Größe hat. Zuerst arbeitete sie im hauswirtschaftlichen Bereich. Dann half sie bei der Pflege. Zur Seite stand ihr eine betriebliche Patin, die die Heimleitung dafür abgestellt hatte. Aufgrund des Verlaufs des Praktikums konnte sich Heidi Haga eine dauerhafte Zusammenarbeit vorstellen: „Voraussetzung war, dass Stefanie Kekeisen für die pflegerischen Arbeiten noch entsprechend qualifiziert wurde. Im hauswirtschaftlichen Bereich konnte sie bereits eingesetzt werden.“

Qualifizieren und stabilisieren … Das Praktikum wurde verlängert und Stefanie Kekeisen ging mit viel Elan an die Arbeit. Ihre Patin unterstützte sie und zeigte ihr, wie bestimmte pflegerische Tätigkeiten auszuführen sind. Aber es wurde deutlich, dass die Pflege Stefanie Kekeisen überforderte. Die Konsequenz: Ihre zukünftigen Aufgaben sollten sich auf den Bereich der Hauswirtschaft konzentrieren. Deshalb wurde im August 2011 ein neuer Arbeitsplatz geschaffen: Die 25-Jährige ist jetzt in allen drei Wohnbereichen für die Wäsche zuständig und hilft bei der Verteilung der Mahlzeiten. Damit sich alle sicher sein konnten, dass die Leistungen von Stefanie Kekeisen stabil sind, wurde sie weitere drei Monate begleitet. Heute hat sie ihren Arbeitsplatz im Griff und geht – wenn es ihre Zeit zulässt – gerne mit den Bewohnern spazieren oder spielt Brettspiele, was sehr geschätzt und gerne angenommen wird.

Sichern … Christel Hall vom IFD hatte regelmäßig Kontakt zu allen Beteiligten. Einmal pro Woche war sie vor Ort. Probleme wurden im Einzelgespräch oder kleinen Gesprächsrunden thematisiert. Auch der wöchentliche Projekttag, an dem berufsübergreifende Kenntnisse vermittelt werden, half Stefanie Kekeisen, sich im Arbeitsleben zurechtzufinden. Im Oktober 2011 erhielt sie einen auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag. Auf Wunsch der Heimleitung unterstützt der IFD Biberach den Wohnpark St. Klara auch weiterhin, um das Arbeitsverhältnis zu sichern. Auftraggeber hierfür – zweite Phase der Unterstützten Beschäftigung – ist das Integrationsamt des Kommunalverbandes Jugend und Soziales in Karlsruhe.

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.