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Beruf

ZB 2/2012

Mit Arbeitstugenden überzeugt

Seit fast einem Jahr ist Sven Krobitzsch nun bei der Arntz Sägetechnik GmbH fest angestellt. Mit Fleiß und Teamgeist hat er sich die Anerkennung im Betrieb erworben.

Sven Krobitzsch mit Metallbändern für die Sägeherstellung, (c) Wolfgang Schmidt
Sven Krobitzsch ist Produktionshelfer, (c) Wolfgang Schmidt
„Ohne das mehrmonatige Praktikum hätten wir nicht erkannt, was in ihm steckt“, sagt die Fertigungsleiterin Dana Schnabel. Im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung wurde Sven Krobitzsch bei der Firma Arntz Sägetechnik GmbH in Schmölln bei Gera als Produktionshelfer angelernt. Davor war der ausgebildete Hochbaufachwerker lange Zeit arbeitslos. Sogar die Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen wurde einmal erwogen. Denn wegen seiner Lernschwäche braucht der 31-Jährige für neue Aufgaben eine intensive Anleitung und Einarbeitung. Auch danach sind regelmäßige Kontrollen seiner Arbeit unerlässlich, weil die Konzentration im Tagesverlauf deutlich nachlässt. Der Sägenhersteller Arntz hat sich darauf eingestellt. Zumal Fehler bei der Verarbeitung der eingesetzten hochwertigen Metalle schnell beträchtliche Kosten verursachen können.

Einsatz als „Tandem“ ... Sven Krobitzsch gehört zu einer Mannschaft mit 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in Früh- und Spätschicht im Einsatz ist. Dabei bilden immer zwei Kollegen ein Team. Diese Arbeitsweise ist insofern ideal für den schwerbehinderten Mitarbeiter, weil er so ständig einen Kollegen zur Seite hat, der ihn anleiten und kontrollieren kann. „Der damit verbundene personelle Betreuungsaufwand wird durch einen regelmäßigen Zuschuss des Integrationsamtes an den Betrieb finanziell abgefedert“, erklärt Katja Trenkmann vom Integrationsfachdienst beim Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V. Sie begleitet die zweite Phase der Unterstützten Beschäftigung, die mit dem Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages begonnen hat. Die Übergabe der Zuständigkeit von einem privaten Bildungsträger an den Integrationsfachdienst erfolgte im Sommer 2011 in einem Planungsgespräch, an dem auch der Reha-Berater der Arbeitsagentur und eine Mitarbeiterin des Integrationsamtes teilnahmen.

Technische Hilfen ... Weil alles weitgehend reibungslos läuft, bestand die Aufgabe von Katja Trenkmann bisher vor allem darin, den Betrieb bei der Beantragung von Leistungen zu unterstützen. Im Fall von Sven Krobitzsch hat das Integrationsamt beim Thüringer Landesverwaltungsamt neben dem besonderen Betreuungsaufwand die Anschaffung zweier technischer Geräte gefördert: Ein Gerät zur automatischen Vermessung mittels Laser sowie eine spezielle Abkantschere. Beides erleichtert Sven Krobitzsch die Arbeit, wenn er Metallbänder auf eine vorgegebene Länge zuschneidet. Zusammen mit seinem Kollegen kümmert er sich auch um die Sicherung und Verpackung der geschweißten Bandsägen.

Integration geglückt ... „Mit Anerkennung motivieren“, das hatte Katja Trenkmann dem Betrieb im Umgang mit dem behinderten Mitarbeiter besonders empfohlen. Doch Anerkennung bei Vorgesetzten und Kollegen hat sich Sven Krobitzsch durch Fleiß und Lernbereitschaft längst selbst verdient. Der Betrieb seinerseits kümmert sich weit über die fachliche Anleitung hinaus auch um persönliche Belange des jungen Mannes. So geschehen, als sein Auto, auf das er wegen der Schichtarbeit angewiesen ist, einmal Probleme machte. Für Sven Krobitzsch ist seine Arbeit mehr als ein Job. Sie hilft ihm, sein Leben zu meistern.

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.