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Beruf

ZB 2-2014

Fachkongress

LVR Praxisdialog

Persönliche Belastungen abbauen, erkrankte Mitarbeiter unterstützen – ja, aber wie? Antworten für Arbeitgeber

Der Tagungsraum während des LVR Praxisdialogs, (c) LVR
Die Kölner Fachtagung, (c) LVR

"Schauen Sie hin – und nicht weg!" Mit diesen Worten ermutigte die Leiterin des LVR-Integrationsamtes Karin Fankhaenel die rund 220 Teilnehmer eines Fachkongresses, sich mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen. Zu dem Praxisdialog am 1. April 2014 im MediaPark in Köln hatte das Integrationsamt beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) eingeladen. Die Resonanz war "überwältigend" und ein Indiz dafür, wie stark die Problematik viele Arbeitgeber aktuell beschäftigt.

Prominenter Gastredner war Dr. med. Manfred Lütz. Der Psychiater und Bestseller- Autor verstand es, äußerst unterhaltsam mit den teilweise "mittelalterlichen Vorstellungen" von psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft aufzuräumen. Zugleich warnte er davor, psychische Belastungen im Berufsalltag zu dramatisieren und darüber die "wirklich Betroffenen" zu vergessen: schwer psychisch Kranke, die unter Stigmatisierung und Ausgrenzung – auch am Arbeitsmarkt – leiden (siehe auch Interview).

Ein Teilnehmer des Fachkongress stellt eine Frage, (c) LVR
Fragen aus der Praxis: Was können Arbeitgeber tun?, (c) LVR
In Workshops konnten die Teilnehmer einzelne Aspekte des Themas vertiefen. Beispiel Arbeitsschutz: Seit 2013 sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen durchzuführen. Wie man Führungskräfte im Umgang mit psychisch auffälligen Mitarbeitern erfolgreich schult, zeigte das Beispiel der Thyssen- Krupp Steel Europe AG. Wer wollte, konnte auch mehr über das Hilfeangebot des Integrationsamtes und der Integrationsfachdienste (IFD) erfahren. Die IFD sind Anlaufstelle für alle Beschäftigten, die schwerbehindert oder von einer Behinderung bedroht sind. Ob jemand erkrankt, hängt nicht nur von den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz ab, sondern auch von seiner persönlichen Widerstandskraft gegen Stress ("Resilienz"). Deshalb ging es auch um die Frage, wie man Resilienz fördert und die Verantwortung des Einzelnen für seine seelische Gesundheit stärken kann.

WEITERE INFORMATIONEN

Eine Tagungsdokumentation mit den Vorträgen und Präsentationen der Workshops steht im Internet bereit: www.integrationsamt.lvr.de

 

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.