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Behinderung
&
Beruf

ZB 2-2015

Bewerbung
Kenntnis der Schwerbehinderung

Leitsatz

1. Will ein Bewerber seine Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch berücksichtigt wissen, so hat er den Arbeitgeber hierüber regelmäßig im Bewerbungsschreiben selbst unter Angabe des GdB sowie ggf. einer Gleichstellung zu informieren.
2. Erfolgt eine solche Information im Lebenslauf, muss dies an hervorgehobener Stelle und deutlich, etwa durch eine besondere Überschrift, geschehen.

BAG, Urteil vom 18.09.2014 – 8 AZR 759/13

Sachverhalt und Entscheidungsgründe

Der schwerbehinderte Kläger bewarb sich 2010 erneut auf eine ausgeschriebene Stelle bei der Beklagten. Seiner Bewerbung waren 29 Seiten Anlagen ohne Inhaltsverzeichnis beigefügt. Blatt 24 dieser Anlagen war eine Kopie der Vorderseite seines Schwerbehindertenausweises. Nachdem er von seiner Nichtberücksichtigung erfahren hatte, machte der Kläger einen Entschädigungsanspruch geltend, da er nicht gemäß § 82 Satz 2 Sozialgesetzbuch IX zum Vorstellungsgespräch eingeladen und somit wegen seiner Schwerbehinderung benachteiligt worden sei.

Das Bundesarbeitsgericht gab der Revision der Beklagten statt. Im Falle einer Behinderung oder Schwerbehinderung werde ein spezielles Bewerbermerkmal mitgeteilt, das besondere Förderpflichten des Arbeitgebers auslöse. Eingestreute oder unauffällige Informationen sowie eine in den weiteren Bewerbungsunterlagen befindliche Kopie des Schwerbehindertenausweises seien keine ordnungsgemäße Information des angestrebten Vertragspartners. Bei einer Außenbewerbung müsse zudem die Behinderteneigenschaft bei jeder Bewerbung aufs Neue klar und eindeutig mitgeteilt werden, erklärte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.