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Beruf

ZB 2-2016

Praxisbeispiel Integrationsvereinbarung

Mit Leben erfüllen

Die AOK Hessen arbeitet seit vielen Jahren mit einer Integrationsvereinbarung. Der enge Dialog zwischen Schwerbehindertenvertretung und Arbeitgeberseite zahlt sich für das ganze Unternehmen aus.

Karlheinz Löw und Michael Przybylla sitzen am Tisch und schauen in die Kamera, (c) Andreas Arnold
Karlheinz Löw und Michael Przybylla (v. li.) stehen in engem Dialog, (c) Andreas Arnold
"Sie müssen am Ball bleiben!", rät Michael Przybylla mit Blick auf die SBV. Nur dann entfalte die Integrationsvereinbarung ihren vollen Nutzen. Der 58-Jährige weiß, wovon er spricht. Er ist  Gesamtschwerbehindertenvertreter bei der AOK Hessen. In dieser Funktion hat er vor 14 Jahren mit dem Gesamtpersonalrat und der Arbeitgeberseite eine Integrationsvereinbarung abgeschlossen. Seither trägt Michael Przybylla maßgeblich dazu bei, dass die AOK nach Beurteilung der Landesregierung zu den "Top 10 Unternehmen bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen" in Hessen gehört.

Flexibel reagieren Der Integrationsvereinbarung im Jahr 2002 ging ein langer Abstimmungsprozess voraus. "Damit wir schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren können, haben wir zusätzlich ein Integrationskonzept eingeführt", erklärt Michael Przybylla. Es enthält alle Regelungen, die der Gesamtschwerbehindertenvertreter und der Personalleiter gemeinsam erarbeiten. "Wir stehen im engen Dialog
und arbeiten vertrauensvoll zusammen", betont Karlheinz Löw, Hauptabteilungsleiter Personal- und Ressourcenmanagement der AOK Hessen. Einen wichtigen Vorteil der Integrationsvereinbarung sieht er in der Planungssicherheit für den Arbeitgeber.

Das Integrationskonzept wird von den beiden beständig weiterentwickelt. Im vergangenen Jahr war es Zeit für eine Generalüberholung. Die neuen Teilhaberichtlinien des Landes Hessen wurden eingearbeitet. Michael Przybylla konnte dabei unter anderem verbesserte Freistellungsansprüche für die sechs örtlichen Schwerbehindertenvertretungen der "Gesundheitskasse" erreichen.

Michael Przybylla arbeitet am Schreibtisch, (c) Andreas Arnold
Veränderungen brauchen Geduld, weiß Michael Przybylla, (c) Andreas Arnold

Beharrlich dranbleiben "Bis vereinbarte Regelungen in der Praxis gelebt werden, braucht es oft ein wenig Geduld", weiß Michael Przybylla aus eigener Erfahrung. Deshalb ist es aus seiner Sicht nicht sinnvoll, das Integrationskonzept jedes Jahr erneut auf den Prüfstand zu stellen. Der Gesamtschwerbehindertenvertreter ist mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden. Rund 400 schwerbehinderte Menschen arbeiten im Unternehmen, die Beschäftigungsquote liegt bei 10,6 Prozent. Das soziale Engagement macht die AOK Hessen als Arbeitgeber besonders attraktiv, meint Personalleiter Karlheinz Löw und bekräftigt: "Die Integrationsvereinbarung ist Teil einer Gesamtstrategie. Sie hilft uns nicht nur, Fachkräfte zu gewinnen, sondern sie auch zu binden!" Tatsächlich liegt die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in der hessischen Krankenkasse bei über 20 Jahren.

 

WEITERE INFORMATIONEN

BIH Online Akademie

Kompetenz ist ein Schlüssel zum Erfolg – das gilt auch für die Integrationsvereinbarung und das BEM. Die Integrationsämter vermitteln das notwendige Fachwissen und Know-how:

  • KURS VOR ORT: Programme der Integrationsämter
  • KURS ONLINE: Interaktiver Schnupperkurs
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Mehr unter: www.integrationsaemter.de/akademie

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.