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Behinderung
&
Beruf

ZB 3/2005

Beispiele aus der Praxis

Werkstatt-Mitarbeiter auf den ersten Arbeitsmarkt begleiten...

Der Auftraggeber: Integrationsamt beim Landschaftsverband Rheinland in Köln.

Die Situation: Petra Daniels studierte Psychologie, als sie vor ungefähr acht Jahren an einer Psychose erkrankte. So kam die heute 39-Jährige zu pro viel gGmbH, einer Werkstatt für psychisch behinderte Menschen in Wuppertal. Doch dort fühlte sich die ausgebildete Fremdsprachensekretärin schon bald intellektuell unterfordert.

Die Lösung: Die Werkstatt vermittelte verschiedene externe Praktika und schaltete den Integrationsfachdienst in Wuppertal ein. Durch Zufall fand Petra Daniels im Januar 2003 selbst einen Praktikumsplatz bei KulturatA, einem anthroposophischen Laden in der Wuppertaler Innenstadt. Su Offer vom Integrationsfachdienst bereitete den Arbeitgeber auf seine neue Mitarbeiterin vor, indem sie ihm erklärte, wie sich deren psychische Erkrankung auswirkt, zum Beispiel, was bei ihr Stress erzeugt, aber auch, welche Arbeitsbedingungen förderlich sind, um ihre Psyche zu stabilisieren. Zum Beispiel ein regelmäßiges Feedback zu ihrer Arbeit oder Arbeitsphasen, in denen sie sich zurückziehen kann. Eine einfache Anpassung der Arbeitsorganisation reichte bereits aus, um die Arbeitsbedingungen für Petra Daniels optimal zu gestalten.

Daneben führte Su Offer mit ihrer Klientin regelmäßig Gespräche. Im Mittelpunkt stand die übersteigerte Angst von Petra Daniels, den vermeintlichen Leistungsanforderungen nicht zu genügen. Hier war es wichtig, neue, entlastende Verhaltens- und Denkweisen einzuüben. Die vielfältige Arbeit bei KulturatA macht Petra Daniels sichtlich Spaß: der Verkauf im Laden genauso wie die Betreuung des Online-Shops und auch das eigenhändige Montieren einiger Formobjekte, die im Laden angeboten werden. Nach einer 5-monatigen Probebeschäftigung erhielt sie im Februar 2004 die Festanstellung.

WAS IST NEU?
„Wir unterstützen mehr Beschäftigte von Werkstätten für behinderte Menschen, die den Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wagen. Dies beginnt mit der Vorbereitung in der Werkstatt und reicht bis zur Einarbeitung und psychosozialen Betreuung am neuen Arbeitsplatz.“
Su Offer, Integrationsfachdienst beim Sozialpsychiatrischen Zentrum gGmbH, Wuppertal

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.