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Behinderung
&
Beruf

ZB 3/2005

Beispiele aus der Praxis

Behinderte Schulabgänger auf dem Weg in den Beruf betreuen ...

Der Auftraggeber: Agentur für Arbeit in Sankt Augustin (Arbeitsvermittlung), Integrationsamt beim Landschaftsverband Rheinland in Köln (arbeitsbegleitende Betreuung seit Festanstellung)

Die Situation: Andreas Hardt fand nach der Schule zunächst keinen Einstieg in das Berufsleben und war lange Zeit arbeitslos. Seine Konzentrations- und seelische Belastungsfähigkeit ist eingeschränkt, was ihn im Umgang mit den Anforderungen in Schule und Arbeitsleben beeinträchtigt.

Die Lösung: Im März 2003 wandte sich der schwerbehinderte junge Mann an den Integrationsfachdienst in Sankt Augustin. Er wollte gerne arbeiten. Verschiedene Möglichkeiten wurden abgeklärt. Marie Hartung, Mitarbeiterin des Integrationsfachdienstes, nahm dann Kontakt mit dem Pächter der Aral- Tankstelle in Sankt Augustin auf. Sie informierte ihn über die verschiedenen Formen der Unterstützung zur Beschäftigung behinderter Menschen. Es gelang, ein Praktikum für Andreas Hardt zu ermöglichen. Die Fachdienstmitarbeiterin begleitete ihn dabei: zum Beispiel, indem sie mit ihm regelmäßig schwierige Arbeitssituationen besprach und dem jungen Mann sowie seinem Arbeitgeber vermittelnd zur Seite stand. So konnte Andreas Hardt immer mehr Sicherheit gewinnen und Arbeitstugenden wie Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit ausbauen.

Weil das Praktikum gut verlief, schlug sie im Anschluss daran einen einjährigen Förderlehrgang zum Tankstellenhelfer vor. Dabei lernte der 22-Jährige unter anderem, den Ölstand zu prüfen, die Tankanlage zu säubern und sogar die Kasse zu bedienen. Und weil sich Andreas Hardt immer mehr zutraute, fiel ihm auch das Lernen leichter. Die Mühe hat sich gelohnt: Am 1. Oktober 2004 erhielt Andreas Hardt seinen ersten Arbeitsvertrag.

WAS IST NEU?
„Wir begleiten auch schwerbehinderte Schulabgänger oder behinderte junge Menschen, die für die Zeit einer Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind, auf ihrem Weg ins Berufsleben. Es handelt sich vor allem um seelisch behinderte oder lernbehinderte Jugendliche. Neuerdings kann uns die Agentur für Arbeit auch für die Berufsorientierung und Berufsberatung in den Schulen beauftragen.“
Marie Hartung, Integrationsfachdienst Bonn/Rhein-Sieg bei Insel e.V., Sankt Augustin

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.