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Behinderung
&
Beruf

Ringo Kroner an seinem neuen Arbeitsplatz

ZB 3/2005

Beispiele aus der Praxis

Schwerbehinderte Arbeitslose vermitteln...

Der Auftraggeber: Arbeitsagentur in Pforzheim (Vermittlung), Integrationsamt beim Kommunalverband für Jugend und Soziales in Karlsruhe (arbeitsbegleitende Betreuung)

Die Situation: Als sein Arbeitgeber – eine kleine Metallfirma im nordbadischen Ötisheim – vergangenes Jahr in Konkurs ging, wurde Ringo Kroner arbeitslos. Der gehörlose Metallwerker wandte sich zunächst an die Arbeitsagentur in Pforzheim. Die zuständige Arbeitsvermittlerin konnte jedoch die notwendige Betreuung des Falles mangels Kapazitäten nicht selbst übernehmen. Sie schaltete daher den IFD, den Integrationsfachdienst in Pforzheim ein.

Die Lösung: Dort kümmerte sich Jörg Hönle darum, einen neuen Arbeitsplatz für Ringo Kroner zu finden. Der IFD-Berater hält intensiven Kontakt zu vielen Betrieben in der Region. Aber erst durch eine Stellenausschreibung wurde er auf die Firma Kurt Eberle in Wurmberg aufmerksam – ein mittelständisches Unternehmen, das Präzisionsdrehteile und Baugruppen, zum Beispiel für die Automobilindustrie, fertigt. Zusammen überlegten Jörg Hönle und Ringo Kroner eine geeignete Bewerbungsstrategie. Als die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch eintraf, organisierte der IFD-Berater hierfür eine Gebärdensprachdolmetscherin. Ringo Kroner hatte Glück: Es wurde ein 6-wöchiges Praktikum in der Montage vereinbart. Der 31-Jährige nutzte die Chance: Eine darauf folgende Probebeschäftigung mündete drei Monate später in einen Arbeitsvertrag – wenn auch zunächst nur auf ein Jahr befristet.

Der Fachdienstberater organisierte mit Unterstützung der Gebärdensprachdolmetscherin die Einarbeitung am Arbeitsplatz. Beide waren häufig und regelmäßig vor Ort. Außerdem informierte Jörg Hönle das Arbeitsumfeld – vor allem den direkten Vorgesetzten und die Kolleginnen der Abteilung – über die Auswirkungen und Besonderheiten einer Hörbehinderung und gab Tipps für die Kommunikation sowie für den Umgang miteinander im Arbeitsalltag.

WAS IST NEU?
„Wir sind verstärkt Ansprechpartner für Arbeitgeber. Dabei bieten wir eine individuelle, auf den Betrieb zugeschnittene Beratung mit konkreten Lösungsvorschlägen. Wir bilden auch eine Brücke zwischen den Belangen der Betriebe und den jeweiligen Kostenträgern.“
Jörg Hönle, Integrationsfachdienst beim Badischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation e.V., Pforzheim

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.