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Behinderung
&
Beruf

ZB 3/2005

Beispiele aus der Praxis

Schwerbehinderte Beschäftigte betreuen...

Der Auftraggeber: Integrationsamt beim Sächsischen Landesamt für Familie und Soziales in Chemnitz

Die Situation: Seit seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker – vor fast 15 Jahren – arbeitet Ronny Junghans als Außenrundschleifer bei MAN Roland Druckmaschinen AG im sächsischen Werk Plamag-Plauen. Aufgrund einer psychischen Erkrankung wurde er Anfang 2001 arbeitsunfähig. Nach langer krankheitsbedingter Abwesenheit und zwei fehlgeschlagenen Versuchen einer stufenweisen Wiedereingliederung am Arbeitsplatz, beantragte der Arbeitgeber im Juli 2003 beim Integrationsamt die Kündigung.

Die Lösung: Bereits im Jahr davor hatte der Sozialdienst der Tagesklinik, in der Ronny Junghans behandelt wurde, den Integrationsfachdienst in Plauen eingeschaltet. Um die Kündigung abzuwenden, versuchte die IFD-Beraterin Ulrike Chille in zahlreichen Gesprächen mit den Beteiligten eine Lösung zu finden. Als im Herbst 2003 die behandelnde Fachärztin von Ronny Junghans bestätigte, dass die medikamentöse Behandlung zu einer deutlichen Besserung seines Gesundheitszustandes geführt habe, konnte er seine Arbeit an der Schleifmaschine wieder aufnehmen.

Besonders in den ersten Monaten wurde er von Ulrike Chille intensiv betreut. Sie besprachen zum Beispiel, wie er den selbst erzeugten Leistungsdruck abbauen kann. Zusätzlich erreichte sie, dass die Normvorgaben für ihren Klienten abgesetzt wurden, um krankmachenden Stress zu vermeiden. Die Kollegen und Vorgesetzten haben durch die Aufklärungsarbeit der Beraterin gelernt, Krankheitssignale bei Ronny Junghans frühzeitig wahrzunehmen und hilfreich zu reagieren. Der 33-Jährige hat es geschafft: In den vergangenen zwei Jahren war er nicht einmal erkrankt. Inzwischen zählt er wieder zu den Leistungsträgern seiner Abteilung. Der Arbeitgeber hat den Antrag auf Zustimmung zur Kündigung kurz nach seiner Rückkehr zurückgezogen.

WAS IST NEU?
„Wir sehen uns im Krisenfall noch mehr als früher in der Rolle des Vermittlers oder Moderators zwischen allen Beteiligten. Unser Ziel: Verständnis füreinander und Verständigung untereinander ermöglichen, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Ulrike Chille, Integrationsfachdienst bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH, Plauen

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.