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Behinderung
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Beruf

Irmgard Feldmann in ihrem speziellen Rollstuhl ZB 3/2008

Beispiele aus der Praxis

Für die Arbeit in die Luft gehen

Dank eines speziellen Rollstuhls kann die 120 cm große Verwaltungsfachangestellte Irmgard Feldmann ihre beruflichen Aufgaben selbstständig erledigen.

Wenn Irmgard Feldmann auf ihrem Rollstuhlsitz einen Meter über dem Boden schwebt, wundert sich im Bremer Ortsamt Schwachhausen-Vahr niemand. Wahrscheinlich holt sich die engagierte Kollegin gerade Unterlagen aus einem der hohen Regale ... Irmgard Feldmann ist mit der Glasknochenkrankheit auf die Welt gekommen. Neben einer extrem hohen Knochenbrüchigkeit ist die genetisch bedingte Erkrankung auch für ihre verminderte Körpergröße – sie misst 120 cm – verantwortlich.

Arbeitsmaterialien erreichen

Nach mehrjähriger Berufstätigkeit als Bürokauffrau und anschließender Familienpause wollte die zweifache Mutter vor 16 Jahren wieder ins Arbeitsleben einsteigen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten und fand eine Stelle im Ortsamt, das für die beiden Bremer Stadtteile Schwachhausen und Vahr zuständig ist. Die Aufgaben der 54-Jährigen sind vielfältig: Sitzungsunterlagen vorbereiten, Projektanträge bearbeiten, das Bürgertelefon bedienen ...

„Im Laufe der Zeit musste ich immer häufiger meine Kolleginnen um Hilfe bitten, zum Beispiel, um einen schweren Aktenordner aus einem oberen Schrankfach zu holen und in einen anderen Raum zu bringen“, so Irmgard Feldmann. Außerhalb des Büros benutzte sie für längere Strecken – zum Beispiel für den Arbeitsweg – inzwischen einen Elektro-Rollstuhl. Für das Büro wäre ein höhenverstellbarer Rollstuhl ideal, dachte Irmgard Feldmann und wandte sich im Sommer 2005 an das Integrationsamt beim Versorgungsamt Bremen.

Höhenverstellbarer Rollstuhl

„Auf der Fachmesse RehaCare habe ich ein geeignetes Modell für Frau Feldmann gefunden“, erinnert sich Sigrid Heininger vom Technischen Beratungsdienst des Integrationsamtes. Durch einfaches Betätigen eines Hebels kann Irmgard Feldmann den Sitz des Rollstuhls mit geringem Kraftaufwand nach oben fahren. Vorteil gegenüber einem Elektro-Rollstuhl: Er ist kleiner, leichter und wendiger. Das seitlich befestigte Tablett dient als Ablage und erleichtert so den Transport schwerer Gegenstände. Die Kosten des maßangefertigten Rollstuhls übernahm das Integrationsamt.

„Durch den Rollstuhl bin ich selbstständiger und unabhängiger geworden. Er erleichtert meine Arbeit sehr“, freut sich Irmgard Feldmann. Selbstbewusst wagt sie sich auch an neue berufliche Herausforderungen: Vor kurzem hat sie zum ersten Mal eine Fachausschusssitzung geleitet.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.