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Behinderung
&
Beruf

ZB 3-2015

Interview
Mehr Handeln, weniger reden

Andreas Huben ist Inhaber der Baumschule Huben in Ladenburg. In seinem Betrieb sind zwei ehemalige Förderschüler und ein ehemaliger Werkstatt-Beschäftigter angestellt.

Portrait von Andreas Huben, (c) Andreas Arnold
Andreas Huben, (c) Andreas Arnold
Herr Huben, Sie beschäftigen in Ihrem Unternehmen mehrere schwerbehinderte Menschen, die starke Einschränkungen haben und viel Unterstützung brauchen. Warum tun Sie das?

Andreas Huben Das ist Teil unserer Unternehmensphilosophie. Behinderte Menschen gehören zur Gesellschaft dazu, sie sollten auch in den Betrieben eine Chance bekommen. Ich bin der Überzeugung: Es wird zu viel geredet und zu wenig getan.

Was ist mit den anderen Mitarbeitern? Ist da auch eine besondere Bereitschaft notwendig?

Huben Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn die Kollegen mitziehen. Es ist viel Empathie erforderlich und die Bereitschaft, sich auf den anderen einzulassen. Wenn etwas nicht direkt klappt, darf man es nicht sofort als Niederlage werten. Man braucht mehr Zeit – und manchmal auch gute Nerven.

Wann geraten Sie als Arbeitgeber an Ihre Grenzen?

Huben Wir sind Gärtner und keine Sozialarbeiter. Als Patrick Becker anfangs ohne Erklärung daheim blieb, konnten wir nicht erforschen, was mit ihm los war. In solchen Fällen rufen wir Katja Kaffanke vom Integrationsfachdienst an. Sie ist eine wichtige Mittlerin, ohne sie würde das hier nicht funktionieren.

Und wie zahlt sich das Engagement für Ihr Unternehmen aus?

Huben Nach den Anfangsschwierigkeiten bringt Patrick Becker jetzt richtig Leistung. Und was man nicht unterschätzen darf: Das Ganze ist ein sozialer Gewinn für uns.

 

WEITERE INFORMATIONEN

Vorteile für Betriebe

Das können Arbeitgeber erwarten, wenn sie schwerbehinderten Schulabgängern eine Chance geben:

  • Unverbindliches Kennenlernen der potenziellen Mitarbeiter während betrieblicher Praktika
  • Feste Ansprechpartner beim Integrationsfachdienst für alle auftretenden Fragen und Probleme
  • Lohnkostenzuschüsse, Zuschüsse für einen erhöhten Betreuungsaufwand sowie weitere finanzielle Leistungen
  • Individuelle Qualifizierung des Mitarbeiters am Arbeitsplatz im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung
  • Zumeist hoch motivierte und zuverlässige Arbeitskräfte für einfache Tätigkeiten

Mehr Infos beim Integrationsamt: www.integrationsaemter.de/kontakt

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.