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Behinderung
&
Beruf

ZB 3-2016

Nachgehakt

Karriere gelungen

Beate Fitzi ist 124 Zentimeter groß und arbeitet beim KVJS-Integrationsamt in Stuttgart. Vor sechs Jahren hat die ZB schon einmal über sie berichtet. Damals hieß sie noch Beate Zebski. Geändert hat sich nicht nur ihr Name.

Beate Fitzi telefoniert am Bildschirmarbeitsplatz, (c) Jens Kohlhoff
"Abwechselnd im Stehen und Sitzen arbeiten, das entlastet meinen Rücken", sagt Beate Fitzi, (c) Jens Kohlhoff
Heute rückt der Unterschied eigentlich nur wieder ins Bewusstsein, wenn neue Kolleginnen und Kollegen ins Haus kommen. Dann kann es schon mal vorkommen, dass die Neuen in der Kantine kurz innehalten und Beate Fitzi sehr genau und etwas erstaunt von oben bis unten mustern. "Das macht mir nichts, das ist für mich Alltag", sagt Beate Fitzi. Die Mitarbeiterin des Integrationsamtes beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) ist kleinwüchsig. Sie hat eine Wachstumsstörung namens Achondroplasie, bei der Arme und Beine verkürzt sind. Bei der Arbeit ist das schon lange kein Thema mehr. "Ich nehme Frau Fitzis Behinderung gar nicht mehr wahr und für ihre Tätigkeit spielt diese gar keine Rolle", erzählt ihr Chef, Referatsleiter Bernhard Pflaum.

Die heute 39-Jährige hat als Assistentin im Referat "Beschäftigung" des KVJS-Integrationsamtes angefangen. Mittlerweile hat sie geheiratet und wurde zur Sachbearbeiterin befördert. "Sie ist eine pfiffige, sorgfältige Mitarbeiterin, die ihren Job sehr gut macht", lobt Bernhard Pflaum.

Beate Fitzi steht vor einem Regalschrank mit Hängeordnern, (c) Jens Kohlhoff
(c) Jens Kohlhoff
Fahrbare Stehleiter
Beate Fitzi bearbeitet die Anträge auf Lohnkostenzuschüsse für Integrationsprojekte. Dort werden schwerbehinderte Menschen beschäftigt, die es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ansonsten schwer haben. "Das ist eine total interessante Arbeit, bei der ich etwas bewegen kann", sagt Beate Fitzi. Dazu gehört auch, dass sie in engem Kontakt mit den Arbeitgebern und den Integrationsfachdiensten steht – meist über das Telefon an ihrem behinderungsgerecht eingerichteten Arbeitsplatz. Hier hat sie einen Schreibtisch, dessen Höhe und Neigung sich per Knopfdruck verstellen lassen. "Dadurch kann ich abwechselnd im Stehen und Sitzen arbeiten, das entlastet meinen Rücken", sagt sie. Ihr Bürostuhl hat eine verkürzte Sitzfläche und zusätzlich Fußstützen. Wenn sie hoch stehende Akten benötigt, helfen ihr schon mal Kollegen. "Darüber muss man gar nicht
sprechen – und für mich ist das toll, dass das einfach gesehen wird", beschreibt sie. Aber sie kommt auch selbstständig zurecht: Mit einer fahrbaren Stehleiter erreicht sie die höheren Regale.

Auch wenn sie bei der Arbeit nicht eingeschränkt ist: Für Beate Fitzi macht sich ihre Behinderung inzwischen stärker bemerkbar. Bei Kleinwuchs werden die Gelenke mehr belastet, es kommt schneller zum Verschleiß.

Vergangenes Jahr wurde der Grad der Behinderung deshalb hochgestuft. "Ich habe immer wieder Schmerzen im Rücken und den Beinen", schildert sie. Dagegen hilft ihr regelmäßige Krankengymnastik. Und ein erfülltes Leben: "Ich habe tolle Kollegen und eine tolle Familie – ich fühle mich einfach wohl", sagt Beate Fitzi.

 

WEITERE INFORMATIONEN

ZB Archiv

Der erste Artikel über Beate Zebski erschien in der ZB 2/2010. Sie finden
ihn im ZB Archiv im Internet. Dort sind alle Artikel der Zeitschrift ZB seit 2005 nachzulesen.

Mehr unter:www.integrationsaemter.de/zb-online

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.