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ZB 3-2017

Vereinbarung zwischen BA und BIH

"Gemeinsam für einen inklusiven Arbeitsmarkt"

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Ihr Ziel: Die Inklusion am Arbeitsmarkt gemeinsam voranbringen.

Friedhelm Siepe und Christoph Beyer geben sich die Hand, (c) Claudius Pflug
Friedhelm Siepe und Christoph Beyer bei der feierlichen Unterzeichnung in Berlin (v. li.), (c) Claudius Pflug
"Wir sind davon überzeugt, dass eine engere Zusammenarbeit beider Partner die Chancen von schwerbehinderten Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt spürbar verbessern kann", betonte der BIH-Vorsitzende Christoph Beyer bei der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung am 13. Juli 2017 in Berlin. Friedhelm Siepe, Geschäftsführer Arbeitsmarkt der BA, formuliert seine Erwartungen so: "Ich setzte sehr darauf, dass wir beim Thema Inklusion gemeinsam schneller vorankommen." Mit der Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt gemacht. Der von ihr ausgehende Impuls zur stärkeren Vernetzung soll sich vom Bund über die Länder und Regionen bis auf die lokale Ebene ausbreiten. Damit bliebe die Initiative nicht auf BA und BIH beschränkt. Vielmehr würde auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Arbeitsagenturen und Integrationsämtern vor Ort davon profitieren.

HANDLUNGSFELDER

BA und BIH haben fünf Handlungsfelder abgesteckt. Hier wollen sie künftig ihre Zusammenarbeit erweitern und vertiefen. Wie das aussehen kann, zeigen einige Beispiele.

Übergang Schule-Beruf: Die Berufliche Orientierung ist für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit von großer Bedeutung. Es gehört zu den originären Aufgaben der BA, behinderte junge Menschen dabei zu unterstützen. Gleichwohl ist eine Verzahnung mit den Integrationsämtern sinnvoll: Mit ihren vertiefenden Angeboten tragen sie schon heute an vielen Orten dazu bei, dass der Übergang von der Schule in den Beruf besser gelingt.

Anbahnung und Einmündung in betriebliche Ausbildung und Beschäftigung: Die Erfahrung zeigt, dass eine betriebliche Ausbildung die späteren Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert. Daher muss das Ziel sein, mehr Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderungen zu erschließen. Um dies zu erreichen, wollen BA und BIHdarauf hinw irken, dass Arbeitsagenturen und Integrationsämter möglichst mit einer Stimme Arbeitgeber ansprechen und motivieren.

Beschäftigungssicherung: Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement sind unbestritten wirksame Instrumente, wenn es darum geht, die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zu sichern. Arbeitgeber werden dabei sowohl von den Agenturen für Arbeit wie auch von den Integrationsämtern unterstützt. Die beiden Partner sind entschlossen, ihre gemeinsamen Anstrengungen auf diesem Gebiet zu verstärken.

Anzeigeverfahren und Erhebung der Ausgleichsabgabe: Hier arbeiten BA und BIH schon immer eng zusammen. In der gemeinsamen Vereinbarung bekunden sie ihren Willen, diesen Weg fortzusetzen und den gegenseitigen Austausch zu fördern.

Öffentlichkeitsarbeit: Immer noch zögern viele Betriebe, wenn es um die Einstellung schwerbehinderter Menschen geht. Dahinter stecken meist hartnäckige Vorbehalte. Aber auch Unkenntnis, was mögliche Hilfen angeht. Dagegen wollen BA und BIH gemeinsam angehen. Ein erstes Ergebnis ist die Arbeitgeber-Broschüre "Schwerbehinderte Menschen im Betrieb".

REGELMÄSSIGER AUSTAUSCH

Die Beteiligten der Vereinbarung stoßen mit gefüllten Gläsern an, (c) Claudius Pflug
Sie haben die Vereinbarung ausgehandelt (v. l.): Timo Wissel (BIH), Mathilde Schulze-Middig (BA), Maren Lewerenz (BA) und Simone Wuschech (BIH), (c) Claudius Pflug
Voraussetzung für eine gute und enge Zusammenarbeit ist der regelmäßige fachliche Austausch zwischen den Mitarbeitern der BA und denen der Integrationsämter. Er dient nicht nur der gegenseitigen Information etwa über neue Strategien, sondern auch einem besseren Verständnis der Strukturen und Abläufe auf der jeweils anderen Seite. Deswegen haben BA und BIH jährliche Treffen und bei Bedarf zusätzliche Arbeitsgruppen vereinbart. "Wir hoffen, dass die Vereinbarung zwischen BA und BIH Nachahmer auf der regionalen und lokalen Ebene findet", so Christoph Beyer. Wo es schon ähnliche Vereinbarungen gibt – etwa in NRW oder in Brandenburg – dürften sich die Partner bestätigt sehen. "Unser Wunsch ist, dass überall Arbeitsagenturen und Integrationsämter stärker aufeinander zugehen, um gemeinsam neue Beschäftigungsperspektiven in den Betrieben und Dienststellen zu erschließen und nachhaltig zu unterstützen", betonte der BIH-Vorsitzende.

 

Porträt von Christoph Beyer, (c) Claudius Pflug
Christoph Beyer, Vorsitzender der BIH, (c) Claudius Pflug

 

"Wir sehen in der Vereinbarung einen wichtigen Impuls für die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit – sowohl auf Bundesebene als auch regional und vor Ort."

 

 

 

 

Porträt von Friedhelm Siepe, (c) Claudius Pflug
Friedhelm Siepe, Geschäftsführer Arbeitsmarkt der BA, (c) Claudius Pflug

 

"Gerade bei Rehabilitanden und schwerbehinderten Menschen ist die Verzahnung zwischen der Bundesagentur und den Integrationsämtern ausgesprochen wichtig."

 

 

 

MEHR INFORMATION

Die komplette Fassung der BA-BIH-Vereinbarung finden Sie nachfolgend:

BA-BIH-Vereinbarung
Größe: 2.36 MB / Stand: 13.06.2017

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.