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Behinderung
&
Beruf

ZB 3-2018

Interview

Nachgefragt bei Katja Lüke

Sie steht beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als  Ansprechpartnerin für die Beratung von Sportorganisationen bei Fragen rund um das Projekt zur Verfügung.

Porträt von Katja Lüke, (c) privat
(c) privat
Frau Lüke, was ist das Besondere an dem Projekt der Sport-Inklusionsmanager?

Katja Lüke Ganz unterschiedliche Menschen mit ihren ganz  unterschiedlichen Behinderungen können ihre Kompetenzen und Qualitäten unter Beweis stellen. Sport als ein Motor für Inklusion trägt zur Umsetzung der Inklusion auch auf dem ersten Arbeitsmarkt bei.

Die Stellen sind alle befristet – wie werden die Sportorganisationen motiviert, die Sport-Inklusionsmanager und -managerinnen weiter zu beschäftigen, wenn die Finanzierung aus Mitteln des Ausgleichsfonds ausläuft?

Lüke Wir unterstützen bei der Suche nach möglichen Finanzierungen. Ich glaube aber, die größte Motivation ist die Arbeit der Sport-Inklusionsmanager selbst und dass man die jeweilige Person im Team behalten möchte. Alle Arbeitgeber berichten von Veränderungen in der Wahrnehmung des Themas Inklusion, wenn es von einem Menschen mit Behinderung transportiert wird.

Sind die Ziele, schwerbehinderte Menschen in Arbeit zu bringen und die Inklusion im und durch Sport auf breiter Basis weiter voranzubringen, gleichrangig zu betrachten?

Lüke Für uns lässt sich das nicht trennen. Inklusion im und durch Sport bedeutet für uns nicht nur gemeinsam aktiv Sport zu treiben, sondern auch, dass sich mehr Menschen mit Behinderung im Haupt- und Ehrenamt im Sport engagieren können und wollen. Dies ist auch ein Ziel des DOSB-Strategiekonzeptes zur Umsetzung von Inklusion.

Ist geplant, noch weitere Sport-Inklusionsmanager/innen auszubilden – mit 23 Personen kann man zwar auf lokaler Ebene viel, auf Bundesebene aber leider nicht allzu viel bewegen …

Lüke Ich bin mir nicht sicher, ob man das so sagen kann. Die lokale Ebene kann immer ein gutes Vorbild für die Aktivitäten in anderen Orten und Vereinen oder Stadtsportbünden sein. Einige der Sport-Inklusionsmanager arbeiten außerdem in bundesweit tätigen Organisationen. Die Sport-Inklusionsmanagerin Vera Thamm etwa erarbeitet weitere Angebote für die Mitgliedsvereine des katholischen Sportverbands in Deutschland, damit Menschen mit Behinderungen vor Ort ihren Sport inklusiv wahrnehmen können. Im Deutschen Motorsportbund pflegt Felix Götz eine Online-Community, in der sich Interessierte und Aktive beispielsweise über Fragen der Barrierefreiheit von Veranstaltungsorten austauschen. In der Deutschen Taekwondo Union wirbt Haşim Çelik dafür, dass es in jedem Landesverband eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner für Inklusion gibt. Der Deutsche Leichtathletikverband wiederum hat es sich zur Aufgabe gemacht, klassische zu inklusiven Lauftreffs umzugestalten. Das alles sind kleine  Beispiele, die eine große Wirkung entfalten. Dennoch wünschen wir uns natürlich, dass wir dieses erfolgreiche Projekt und die Arbeit mit weiteren Sport-Inklusionsmanagern fortsetzen können.

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Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.