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Behinderung
&
Beruf

ZB 3-2020

Übergang Werkstatt – allgemeiner Arbeitsmarkt

Chancen geben


Marcel Walther steht mit Schutzkleidung und einer Motorsäge an einer Hecke, © Wolfgang H. Schmidt
Marcel Walther hat es auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft, © Wolfgang H. Schmidt
Mit der richtigen Unterstützung schaffen mehr Menschen mit Behinderungen den Sprung von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Dazu braucht es aber Arbeitgeber, die ihnen eine Chance geben. Uwe Bittners Rat an andere Arbeitgeber: „ Einfach probieren! Und die Unterstützung nutzen!” Der Betriebsleiter in einem kommunalen Wohnungsunternehmen in Leipzig weiß, wovon er spricht. Er selbst beschäftigt inzwischen fünf ehemalige Werkstattmitarbeiter im Hausmeisterservice. Einer von ihnen ist Marcel Walther. Der 38-Jährige hat aufgrund seiner Lernbehinderung eine Förderschule besucht und war danach viele Jahre in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigt, bevor ihm der Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt gelang. Marcel Walther gehört damit zu einer Minderheit. Weit weniger als ein Prozent der Werkstattbeschäftigten wechselt jhrlich in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, so schätzen Fachleute. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen mit Behinderungen in Werkstätten weiter an, aktuell sind es rund 318.000 (BAG WfbM, 2019). Woran liegt das? Es gibt zwar eine breite Palette an Hilfen und Unterstützung für den Wechsel aus der Werkstatt. Bei Arbeitgebern und Menschen mit Behinderungen ist das jedoch wenig bekannt.

WEITERE INFORMATIONEN

Finanzielle Förderung

Eingliederungszuschuss: Die Förderung des Übergangs kann ”klassisch” erfolgen, nämlich durch einen Eingliederungszuschuss nach dem Sozialgesetzbuch III der Bundesagentur für Arbeit oder eines Rehabilitationsträgers.

Budget für Arbeit: Hier ist primär der Träger der Eingliederungshilfe zuständig. Voraussetzung ist der Abschluss eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses zwischen einem Betrieb und einem behinderten Menschen, der Anspruch hat auf Beschäftigung in einer WfbM. Neben einem Lohnkostenzuschuss von bis zu 75 Prozent des tariflichen oder ortsu?blichen Arbeitsentgelts sind Zuschüsse möglich für die behinderungsbedingt erforderliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz. Arbeitgeber können mit einer dauerhaften Förderung rechnen.

Hilfen des Integrationsamtes: Die Integrationsämter können sich nachrangig am Budget für Arbeit beteiligen. Häufig übernehmen sie auch die Kosten, die für das Tätigwerden der Integrationsfachdienste entstehen. Bundesweit gibt
es aber bisher keine einheitliche Praxis.

Praktische Unterstützung
Integrationsfachdienste bieten vielfältige Unterstützung an:

  • Vermittlung von geeigneten Arbeitsplätzen in Betrieben
  • Begleitung und Betreuung der Menschen mit Behinderungen
  • Unterstützung bei der Anleitung am Arbeitsplatz
  • Aufklärung von Vorgesetzten und Kollegen
  • Professionelle Hilfe bei Problemen und Krisen
  • Beratung zu Fördermöglichkeiten und Unterstützung bei der Beantragung

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.