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Beruf

Dr. Helga Seel

ZB 4/2008

"Betriebe können voneinander lernen"

Welche Schlussfolgerungen ziehen die Integrationsämter aus der Studie zur Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements? Die ZB fragte Dr. Helga Seel, Leiterin des Integrationsamtes beim Landschaftsverband Rheinland in Köln und Mitglied im Vorstand der BIH.

ZB Wie beurteilen Sie die Ergebnisse der Studie zum BEM?

Dr. Helga Seel Es ist erfreulich, dass sich das BEM, da wo es eingesetzt wird, positiv entwickelt und Wirkung zeigt. Dass das Angebot der Integrationsämter von Betrieben rege in Anspruch genommen wird, bestärkt und motiviert uns, unsere Unterstützung weiterzuentwickeln. Hier macht sich sicher die seit Jahrzehnten intensive Arbeit der Integrationsämter vor Ort in den Betrieben bemerkbar – diese Praxisnähe wird für uns auch weiterhin ein wichtiger Standard sein.

ZB Wo sehen Sie zukünftig Handlungsbedarf?

Dr. Seel Gegen das BEM gibt es immer noch erhebliche Vorurteile und Einwände – gleichzeitig lassen sich die Vorteile, die ein gelungenes BEM für den Betrieb bringt, inzwischen durch gute Beispiele belegen. Dies muss offensiv kommuniziert werden. Weiteren Handlungsbedarf sehe ich in all den Fragen, die sich bei der Umsetzung aufgetan haben, etwa beim Datenschutz. Die ganz praktischen Fragen werden zum Beispiel in unseren Empfehlungen und Seminarkonzepten aufgearbeitet.

ZB Die Integrationsämter setzen auch das Internet ein ...

Dr. Seel Von Anfang an haben die Integrationsämter die Umsetzung des BEM als Prozess verstanden, für den es kein Patentrezept gibt. Deshalb bieten wir mit der BIH Online Akademie seit Oktober 2008 eine Plattform, auf der man sich zum einen über das BEM informieren kann, zum Beispiel über rechtliche Fragen. Zum anderen ermöglicht dieses interaktive Internetangebot aber auch, Erfahrungen mit anderen auszutauschen oder Fragen an Experten zu richten. Hier möchte ich ermuntern: Probieren Sie es auch!

ZB Wie wollen die Integrationsämter mehr Betriebe für das BEM gewinnen?

Dr. Seel Deutlich wird, dass es vorwiegend Großbetriebe sind, die das BEM umsetzen und über erste Erfolge berichten. Kleine und mittelständische Betriebe sind noch eher selten, wie die Studie gezeigt hat. Um auch diesen Betrieben den Nutzen des BEM näher zu bringen, müssen wir unsere Unterstützungsangebote noch stärker auf deren Rahmenbedingungen und Bedürfnisse ausrichten. Dabei halte ich es für wichtig, die Dinge, die sich in großen Betrieben bereits bewährt haben, aber auch für kleinere Betriebe nützlich sind, entsprechend aufzubereiten und anzubieten. Zum Beispiel: die gezielte Information an die Belegschaft über das BEM und dessen Einführung im Betrieb.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.