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ZB 4/2012

Eingegliedert statt ausgemustert

Thomas Eulitz mit SBV Matthias Riedel, (c) Wolfgang Schmidt
Thomas Eulitz mit SBV Matthias Riedel, (c) Wolfgang Schmidt
Thomas Eulitz (53) fand nach einer Wirbelsäulenerkrankung eine neue Aufgabe im Betrieb. Sein Arbeitgeber setzte auf das Betriebliche Eingliederungsmanagement – mit Erfolg.

 

Wegen einer schmerzhaften Wirbelsäulenerkrankung war Thomas Eulitz 17 Monate außer Gefecht gesetzt. „Es hat immens viel Kraft gekostet, aber dank meiner Ärzte habe ich es geschafft, wieder auf die Beine zu kommen“, sagt der 53-Jährige. Bald war ihm klar, dass er seine bisherige Arbeit nicht mehr bewältigen würde. Denn als Maschinenführer an einer Spezialsäge musste Thomas Eulitz richtig zupacken: Bis zu 300-mal am Tag hob er schwere Spanplatten auf den Sägetisch.

Mit dem Angebot für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) signalisierte das Unternehmen, dass es auf seinen erfahrenen Mitarbeiter auch mit Handicap nicht verzichten wollte. Der Türen-Hersteller JELD-WEN im sächsischen Mittweida steht seinen schwerbehinderten Beschäftigten grundsätzlich positiv gegenüber. Von den rund 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 16 schwerbehindert oder gleichgestellt. Die Beschäftigungsquote von 7,6 Prozent liegt damit deutlich über dem, was das Gesetz verlangt.

In seinem Gutachten stellte der Betriebsarzt fest, dass Thomas Eulitz wegen seines Rückenleidens einen neuen, behinderungsgerechten Arbeitsplatz braucht. Personalreferent Christian Hammling, der das BEM im Unternehmen koordiniert: „Nach der Rückkehr von Thomas Eulitz haben wir gemeinsam mit der Technischen Beraterin des Integrationsamtes und unserer Schwerbehindertenvertretung bei einem Rundgang durch den Betrieb nach einer Lösung gesucht. “

Und die wurde gefunden: im Bereich der Sonderfertigung von Schiebetüren. Dort fertigt jeder Mitarbeiter sein Produkt komplett – vom Zuschnitt bis zur Verpackung. Das ist körperlich weniger belastend als die frühere Tätigkeit von Thomas Eulitz. Trotzdem musste der Arbeitsplatz noch ergonomisch optimiert werden, denn der gelernte Zimmermann war nicht mehr in der Lage, längere Zeit zu stehen, sich zu bücken oder schwere Lasten zu heben und zu tragen.

Das Integrationsamt finanzierte deshalb die Anschaffung einer Stehhilfe, einen motorisch höhenverstellbaren Werktisch sowie einen ebenfalls höhenverstellbaren Hubtisch zum leichteren Verladen der Werkstücke. „Herr Eulitz fühlt sich an seinem neuen Arbeitsplatz sichtlich wohl, identifiziert sich mit seinen Aufgaben und wurde von den Kollegen gut aufgenommen“, freut sich Christian Hammling. JELD-WEN wurde für die Einführung eines vorbildlichen BEM unlängst vom KSV-Integrationsamt Sachsen ausgezeichnet. Durch die systematische Vorgehensweise ist das BEM weit mehr als eine gelungene Hilfe im Einzelfall.

Christian Hammling, (c.) Wolfgang Schmidt
Christian Hammling, (c) Wolfgang Schmidt
„BEM ist für uns ein wichtiger Baustein im Rahmen unseres Gesundheitsmanagements. Kolleginnen und Kollegen, die länger erkranken, werden damit so bald wie möglich wiedereingegliedert.“ 

Christian Hammling, Personalreferent, JELD-WEN Deutschland GmbH & Co. KG, Mittweida/Sachsen

 

 

 

 

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.