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Behinderung
&
Beruf

ZB 4/2012

"Unternehmen Inklusive Arbeit"

Beispiele aus der Praxis

Bettina Eistel mit Katharina Benson (globetrotter) und Sonja Winkler (HAA), (c) Tom Maelsa
Bettina Eistel mit Katharina Benson (globetrotter) und Sonja Winkler (HAA), (c) Tom Maelsa
Globetrotter Ausrüstung Denart & Lechhart GmbH, Hamburg
„Vielfalt hat bei Globetrotter schon immer eine große Rolle gespielt“, so Katharina Benson, Personalchefin beim Hamburger Outdoor-Ausrüster. Die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen war also nur der nächste logische Schritt. Und damit diesem Schritt möglichst wenige Stolpersteine im Weg liegen, arbeitet das Unternehmen schon seit 1996 erfolgreich mit der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA) zusammen. Als Integrationsfachdienst vermittelt die HAA auch geeignete Bewerber mit Handicap: Fachkräfte wie Marc Dodeck, der trotz seiner Mehrfachbehinderung seit zwölf Jahren bei Globetrotter im Vertrieb arbeitet und dort zu noch mehr Vielfalt beiträgt.

 

Moderatorin Bettina Eistel mit Dirk Müller-Remus und Philipp von der Linden von auticon GmbH, (c) Tom Maelsa
Moderatorin Bettina Eistel mit Dirk Müller-Remus und Philipp von der Linden von auticon GmbH, (c) Tom Maelsa
auticon GmbH, Berlin
Ein außergewöhnliches Geschäftsmodell: Bei der Berliner IT-Firma auticon arbeiten von elf Beratern fünf Menschen mit Asperger- Syndrom – einer leichteren Form des Autismus. Die Idee dazu kam Geschäftsführer Dirk Müller-Remus. Er hat selbst ein autistisches Kind und weiß um die oftmals außergewöhnlichen Fähigkeiten dieser Menschen im mathematisch- logischen Bereich. Ihre Schwächen liegen behinderungsbedingt vor allem im Sozialverhalten und in der Kommunikation. Deshalb werden die betroffenen Mitarbeiter bei auticon von Jobcoaches zum Beispiel im Umgang mit Kunden besonders geschult. Philipp von der Linden, der sich ganz konventionell bei auticon bewarb, betrachtet seine Behinderung eher als „Begabung“. So findet er nicht nur schnell eine Lösung für ein bestimmtes Problem, sondern entwickelt ganz nebenbei noch eine neue Lösungsmethode.

 

Bettina Eistel mit Dominik Otto und Matthias Robke von der Ing-DiBa, (c) Tom Maelsa
Bettina Eistel mit Dominik Otto und Matthias Robke von der Ing-DiBa, (c) Tom Maelsa
ING-DiBa AG, Frankfurt
„Entscheidend ist letztlich immer, dass sich jemand absolut engagiert für die Belange unserer Kunden einsetzt“, so formuliert es Matthias Robke, Bereichsleiter Personal in der Frankfurter Zentrale der ING-DiBa. Und an Engagement fehlte es dem blinden Dominik Otto nicht, der nach seinem BWL-Studium eine Festanstellung bei der Bank erhielt. Die behinderungsbedingten Barrieren, zum Beispiel bei der Bedienung des Computers, erzählt Dominik Otto, seien mit spezieller Software und technischen Hilfsmitteln leicht zu beheben. Unsicherheiten sind natürlich da, aber wie Dominik Otto betont, die „muss es vielleicht auch geben“. Er appelliert an Arbeitgeber, es trotzdem „einfach zu versuchen“. Dass Inklusion klappt, weiß er schließlich am besten.

 

 

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.