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Das Bild zeigt einen aufgeklappten Laptop auf dem eine Videokonferenz abgehalten wird. Die teilnehme ZB 4-2020

Häufige Fragen zum Homeoffice - auf einen Blick

 

1 Homeoffice. Telearbeit, mobiles Arbeiten – wie unterscheiden sie sich?

Homeoffice – die Arbeitsstättenverordnung spricht von Telearbeit – liegt dann vor, wenn der Arbeitsplatz daheim im Arbeitsvertrag oder in einer betrieblichen Vereinbarung geregelt ist, und zwar als fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz. Die benötigte Ausstattung mit Mobiliar und Arbeitsmitteln muss bereitgestellt und installiert werden. Bei der mobilen Arbeit stehen die Tätigkeit an wechselnden Arbeitsorten, zum Beispiel im Zug oder auf Dienstreisen, und der Fernzugriff auf die unternehmensinterne IT-Infrastruktur im Mittelpunkt. Ein Großteil des spontanen Homeoffice während der Corona-Pandemie fällt also unter mobiles Arbeiten, da hier meist keine Betriebsvereinbarung zugrunde lag/liegt.

 

2 Welche rechtlichen Grundlagen gibt es?

Es müssen verschiedene Regelwerke beachtet werden, zum Beispiel das Betriebsverfassungsgesetz, das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung, das Arbeitszeitgesetz sowie die Regeln und Vorschriften der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung.

 

3 Wer trägt die Verantwortung?

Die Fürsorgepflicht bleibt bei den Arbeitgebenden, ein Teil der Verantwortung für die Einhaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes liegt jedoch bei den Beschäftigten. Das heißt wiederum, dass die Beschäftigten im Vorfeld umfassend informiert und unterwiesen werden müssen. Grundsätzlich muss im Vorfeld der Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes geprüft werden, ob die Beschäftigten dafür überhaupt persönlich geeignet sind und die Arbeitsaufgaben auch in Telearbeit erledigt werden können. Außerdem müssen Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet werden können.

 

4 Was gilt für Menschen mit Behinderung und Telearbeit?

Menschen mit Behinderung haben grundsätzlich die gleichen Zugangsmöglichkeiten zur Telearbeit wie alle anderen Beschäftigten im Unternehmen. Sie dürfen nicht schlechter gestellt werden als andere Arbeitnehmer. In manchen Fällen kann eine Behinderung auch ausreichende Begründung für Telearbeit sein. Das muss aber individuell entschieden werden (§ 611 Abs. 1 BGB i. V. m. § 164 Abs. 4 SGB IX).

 

5 Und was gilt für Menschen mit Behinderung, die mobil arbeiten?

Beschäftigte mit Behinderung, die beispielsweise im Außendienst beschäftigt sind oder anderweitig mobil arbeiten, benötigen eventuell ein behinderungsgerecht gestaltetes Arbeitsmittel. Wenn dies für ihre Tätigkeit unabdingbar und dieses auch verfügbar ist, wird dessen Einsatz vom technischen Beratungsdienst auch empfohlen.

 

6 Wer übernimmt die Kosten für die Einrichtung eines Telearbeitsplatzes?

Grundsätzlich ist es Aufgabe des Arbeitgebers, Telearbeitsplätze (wie andere Arbeitsplätze auch) mit Arbeitsmitteln auszustatten. Andere Verabredungen, wie zum Beispiel die teilweise oder gesamte Kostenübernahme durch die Beschäftigten, sollten in einer Dienstvereinbarung oder der Inklusionsvereinbarung festgehalten werden.

 

7 Beteiligt sich das Integrationsamt an den Kosten?

Für Beschäftigte mit Schwerbehinderung gilt: Auf Antrag kann das Integrationsamt die behinderungsbedingten Kosten, insofern keine vorrangige Verpflichtung des Rehabilitationsträgers besteht, bezuschussen. Dies gilt analog der Förderung der behinderungsbedingten Kosten an Arbeitsplätzen in den Unternehmen. Reine Pandemiefolgen können nicht ausgeglichen werden, sondern die Einrichtung des Homeoffice muss zusätzlich wegen der Behinderung erforderlich sein. Dies gilt beispielsweise, wenn der Weg zum Arbeitsplatz pandemiebedingt unzumutbar ist.

Weitere Fragen beantwortet Ihr Inklusions- oder Integrationsamt oder der Integrationsfachdienst.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.