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Behinderung
&
Beruf

Janine Wallasch ZB 1/2010

Beispiele aus der Praxis

Lösung: Schmerzende Finger entlastet


Janine Wallasch

Alter 26 Jahre
Erkrankung Rheumatoide Arthritis
Beruf Verwaltungsfachwirtin im Jugendamt der Stadt Nürnberg

Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr an Rheuma erkrankt und seit einigen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Trotzdem habe ich mich nicht entmutigen lassen, sondern mein Leben ganz normal gelebt. Schon während der Ausbildung hielt ich vor der ganzen Berufsschulklasse einen Vortrag über meine Erkrankung, um Vorurteilen offensiv zu begegnen und meine Mitschüler zum Umdenken zu bewegen. Seit drei Jahren arbeite ich nun bei der Stadt Nürnberg in verschiedenen Abteilungen. Bei meiner jetzigen Dienststelle habe ich nur positive Erfahrungen gemacht, weil wir bei uns intensiv das Gespräch miteinander suchen. Auch wenn es mir einmal nicht so gut geht, versuche ich, so viel zu schaffen, wie es eben möglich ist. Mein Arbeitgeber hat viel für mich getan: elektrische Türöffner und ein behindertengerechtes WC waren schon vorhanden, zudem erhielt ich einen höhenverstellbaren Schreibtisch und einen an meine Bedürfnisse angepassten Bürostuhl. Zur behinderungsgerechten Ausstattung meines Arbeitsplatzes gehört auch ein Großtastentelefon, ein Headset und ein elektrischer Locher. Diese und andere Hilfsmittel helfen, die schmerzenden Finger zu entlasten. Durch meinen Stehrollstuhl kann ich auch in die hohen Regale Akten einhängen. Ich weiß, dass ich mit meinem Arbeitsplatz viel Glück gehabt habe. Viele Arbeitgeber und Kollegen befürchten, dass ein chronisch Kranker oft ausfällt, nicht so leistungsfähig ist oder schnell auf Teilzeit umstellt. Doch wer wie ich Leistungsbereitschaft zeigt, kann diese Ängste nehmen.

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