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Titel ZB 2/2006 ZB 2/2006

Eine gute Wahl...

... die Schwerbehindertenvertretung

Engagierte Schwerbehindertenvertretungen sind heute mehr denn je gefragt. In den vergangenen Jahren wuchsen ihre Aufgaben ebenso wie ihre Bedeutung als kompetente Ansprechpartner und Initiatoren in Sachen Integration. Im Herbst werden sie neu gewählt.

Ungefähr eine dreiviertel Million schwerbehinderte Beschäftigte gibt es in Deutschland. Rund 200.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung sind arbeitslos. Die dauerhafte berufliche Integration dieser Menschen ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe – dabei erfüllen die Schwerbehindertenvertretungen eine wichtige Funktion. Gemeinsam mit den Betriebs- und Personalräten engagieren sie sich für dieses Ziel und vertreten die Interessen der schwerbehinderten Menschen in Betrieben und Dienststellen.

Neue Aufgaben – wachsende Bedeutung

Das Sozialgesetzbuch IX sieht für die Schwerbehindertenvertretung ein breites Aufgabenspektrum vor, das von der Mitwirkung bei Neueinstellungen über die persönliche Beratung und Unterstützung schwerbehinderter Mitarbeiter bis hin zur Überwachung der Einhaltung von Regelungen zugunsten schwerbehinderter Menschen reicht. Dafür werden Menschen gebraucht, die sich einsetzen und etwas auf die Beine stellen wollen. Die wachsende Bedeutung des Amtes zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren die Beteiligungsrechte der Schwerbehindertenvertretung vergrößert und ihre Stellung gestärkt hat.

Die Bemühungen der Integrationsämter und Arbeitsagenturen, Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen zu erhalten und zu schaffen, haben mehr Aussicht auf Erfolg, wenn Schwerbehindertenvertretungen als kompetente Partner zur Verfügung stehen. Denn sie sind mit den innerbetrieblichen Verhältnissen, den Arbeitsplätzen und den Anliegen der schwerbehinderten Beschäftigten vertraut.

Große Herausforderungen – anspruchsvolles Amt

Das Engagement der Schwerbehindertenvertretung ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig. Trotz eines wirtschaftlichen Aufwärtstrends werden in Deutschland nach wie vor massiv Stellen abgebaut. Betroffen sind vor allem ungelernte, ältere und schwerbehinderte Mitarbeiter. Eine weitere große Herausforderung stellt die demografische Entwicklung dar: die Belegschaften werden immer älter. Mit steigendem Alter wiederum steigt das Risiko einer Schwerbehinderung.

Das Amt der Schwerbehindertenvertretung ist in der Tat anspruchsvoll: Es verlangt fundiertes Fachwissen, Arbeitseinsatz sowie besondere persönliche Qualitäten, etwa Durchsetzungsfähigkeit und diplomatisches Geschick. Gerade am Anfang können Widerstände von verschiedenen Seiten die Arbeit erschweren. Sie müssen durch beharrliches Engagement und überzeugende Argumente überwunden werden. Doch die Mühe lohnt sich. Viele Schwerbehindertenvertretungen machen die Erfahrung: Wir können etwas bewegen!

Deshalb: Nutzen Sie die Chance und unterstützen Sie die Wahl der Schwerbehindertenvertretung. Egal, ob Sie selbst kandidieren, als Wahlvorstand oder Wahlleiter für eine reibungslose Organisation sorgen oder als Wahlberechtigter Ihre Stimme abgeben.

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Wichtiger Hinweis:
Die Artikel im ZB-Archiv geben die jeweils gültige Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Integrationsamt.