| Bild: Franz Müntefering am Rednerpult |

Jobs ohne Barrieren

Bilanz und Perspektive

Drei Jahre nach dem Start der Initiative „job – Jobs ohne Barrieren“ haben die Verantwortlichen Bilanz gezogen und die Fortführung der Initiative angekündigt.

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ZB 3/2007

Jobs ohne Barrieren

Bilanz und Perspektive

Drei Jahre nach dem Start der Initiative „job – Jobs ohne Barrieren“ haben die Verantwortlichen Bilanz gezogen und die Fortführung der Initiative angekündigt.

„Wenn wir heute hier Bilanz ziehen, dann ist diese Bilanz nur vorläufig. Für die Initiative vorläufig und für unser gemeinsames Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben“, so Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales (BMAS), auf der Veranstaltung der Initiative Jobs ohne Barrieren am 2. Juli 2007 im Theater- und Konzerthaus ATZE in Berlin. Zu der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales organisierten Veranstaltung kamen rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Arbeitnehmer- und Schwerbehindertenvertretungen, Integrationsämtern, der Bundesagentur für Arbeit, Rehabilitationsträgern und -einrichtungen sowie von Behindertenverbänden, um sich über die bisherigen Ergebnisse der Initiative und ihre Fortsetzung zu informieren.

Die Ziele der Initiative

Die Initiative Jobs ohne Barrieren, die 2004 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen wurde, hat sich drei Ziele gesetzt: Die Förderung der betrieblichen Ausbildung behinderter Jugendlicher, die Verbesserung der Beschäftigungschancen schwerbehinderter Menschen insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie die Stärkung der betrieblichen Prävention. Dafür wurden insgesamt 41 Projekte aus den Bereichen Ausbildung, Beschäftigung und betriebliche Prävention finanziell gefördert. Daneben gab es 42 weitere Aktivitäten oder „Beispiele guter Praxis“, die nur ideell unterstützt wurden. An den zehn Veranstaltungen der Initiative haben über 2.500 Personen teilgenommen.

Ergebnisse und Bewertungen

„Jobs ohne Barrieren hat einer besonders benachteiligten Gruppe in unserer Gesellschaft neue Wege für eine schnellere und nachhaltige Integration in das Berufsleben eröffnet. Dazu beigetragen haben eine große Zahl guter Ideen, Modelle und Erkenntnisse, die nunmehr zu einer Art Wissensschatz geworden sind, den wir bewahren, den wir aber vor allem vermehren wollen,“ sagte Karin Evers-Meyer, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Sie erklärte, worauf es in Zukunft ankomme: „Die guten Ansätze, die mit Jobs ohne Barrieren geschaffen wurden, müssen ausgebaut und in die Fläche getragen werden.“

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering sprach von einem breiten gesellschaftlichen und politischen Bündnis, das durch „job“ entstanden sei. In seiner Grundsatzrede ging er auch auf die Entwicklung der Beschäftigungssituation behinderter Menschen ein: Danach stieg die Zahl der Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung von 2003 bis 2005 um 1,2 Prozent. Die Beschäftigungsquote sei zwischen 2001 und 2005 von 3,8 auf 4,2 Prozent gestiegen. Bei den schwerbehinderten Menschen gebe es seit Februar dieses Jahres „endlich einen konstanten Abbau bei der Arbeitslosigkeit“. Im Juni waren 5,2 Prozent weniger behinderte Menschen arbeitslos als vor einem Jahr.

Mit Blick auf die Arbeitslosigkeit unter behinderten Jugendlichen erklärte Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, dass diese deutlich zurückgegangen sei. Er verwies in seinem Vortrag darauf, wie wichtig es sei, den Kontakt zwischen behinderten Jugendlichen und Arbeitgebern möglichst früh herzustellen. Eine Möglichkeit dafür böten Praktika sowie berufsvorbereitende Maßnahmen. Auch bei der Ausbildung behinderter Menschen gelte: „So normal wie möglich, so speziell wie nötig“.

Nicht nur bei der Ausbildung, auch für bessere Beschäftigungschancen gelte es jetzt, den Rückenwind der guten Konjunktur zu nutzen, betonte Karl- Friedrich Ernst, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH). Anhand von Zahlen und Fakten legte er die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen dar und erläuterte die Aufgaben der Integrationsämter. So erbrachten die Integrationsämter im Jahr 2006 beispielsweise Leistungen an Arbeitgeber in Höhe von 217,7 Millionen Euro. Besorgt zeigte er sich über den anhaltenden Rückgang der Einnahmen aus der Ausgleichsabgabe. Dadurch würden auch die Fördermöglichkeiten für die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben eingeschränkt.

Jobs ohne Barrieren geht weiter

Die Fortführung der Initiative ist bereits beschlossen. Dazu sagte Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMAS, dass man an bewährten Elementen der Initiative festhalten werde, diese aber durch neue Aspekte ergänzen wolle. So sollen unter dem Motto „Job organisiert Brücken“ noch stärker die so genannten Übergangsphasen – von der Schule in die Ausbildung, von der Ausbildung in den Beruf und von der Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit – berücksichtigt werden.

Mit der Einbindung des Programms „Job4000” zur besseren beruflichen Integration besonders betroffener schwerbehinderter Menschen wird die Initiative zusätzlich unterstützt bei der Sensibilisierung von Arbeitgebern und bei der finanziellen Förderung von Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen.

Weitere Informationen

... zur Initiative „Jobs ohne Barrieren“ und zum Programm „Job 4000”

 

 

 

ZB 3/2007

PROJEKTE „JOBS OHNE BARRIEREN“

Aus der Vielzahl von Projekten der Initiative wurden auf der Bilanzveranstaltung unter anderem folgende Beispiele vorgestellt.

Ausbildung: „VAMB – Verzahnte Ausbildung METRO Group mit Berufsbildungswerken“. Hier absolvieren behinderte Jugendliche, vorbereitet und begleitet durch die Berufsbildungswerke, eine betriebliche Ausbildung im Einzelhandel.

Beschäftigung: „ABBA – Arbeitgeberbezogene Beratung zu Behinderung und Arbeit“. Ein Projekt der Re-Integra gGmbH und Kammern in Rheinhessen. Das Angebot wendet sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen.

Betriebliche Prävention: „Betriebliches Eingliederungsmanagement in der Praxis (EIBE)“. Eine Kooperation der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke mit der iqpr GmbH Köln, die Unternehmen bei der Einführung eines

ZB 3/2007

„Wir wollen uns noch stärker als bisher auf die Übergangsphasen konzentrieren: von der Schule in die Ausbildung, von der Ausbildung in den Beruf, aus der Arbeitslosigkeit in die Beschäftigung.“

> Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales

„Die guten Ansätze, die mit ‚Jobs ohne Barrieren’ geschaffen wurden, müssen ausgebaut und in die Fläche getragen werden.“

> Karin Evers-Meyer, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

„Wir sollten den Rückenwind des gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwungs nutzen, um nun auch die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen zu verbessern.“

> Karl-Friedrich Ernst, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

„Praktika und berufsvorbereitende Maßnahmen sind für behinderte Jugendliche eine Möglichkeit, frühzeitig mit Betrieben in Kontakt zu kommen.“

> Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit


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