| Bild: Mitarbeiter der Stadtverwaltung Düsseldorf |

Integrationsvereinbarungen

Bunte Praxis statt graue Theorie

Integrationsvereinbarungen können die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen nachhaltig fördern. Man muss nur in der Praxis damit arbeiten! Die Stadtverwaltung Düsseldorf zeigt, wie es geht.

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ZB 2 / 2007

Integrationsvereinbarungen

Bunte Praxis statt graue Theorie

Integrationsvereinbarungen können die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen nachhaltig fördern. Man muss nur in der Praxis damit arbeiten! Die Stadtverwaltung Düsseldorf zeigt, wie es geht.

Der Abschluss einer Integrationsvereinbarung ist für jeden Betrieb und jede Dienststelle wünschenswert. Denn sie erleichtert die Arbeit der Schwerbehindertenvertretung und gibt der betrieblichen Integrationsarbeit neue Impulse. Dabei wird ein Prozess in Gang gesetzt, von dem nicht nur die schwerbehinderten Beschäftigten profitieren, sondern das ganze Unternehmen.

Bislang sind jedoch nur wenige „richtige“ Integrationsvereinbarungen abgeschlossen worden: Die Integrationsämter stellen auch nach sieben Jahren seit Inkrafttreten der Regelung fest, dass Vereinbarungen in vielen Fällen eher die gesetzlichen Verpflichtungen wiedergeben und weniger konkrete Ziele enthalten, die auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten sind. Vorbehalte – zum Beispiel die Befürchtung des Arbeitgebers, die eigene Handlungsfreiheit einzuschränken – aber auch Unsicherheit, wie man das Thema anpackt, sind mögliche Gründe für die zögerliche Annahme des Instrumentes. Auf der anderen Seite gibt es Betriebe und Dienststellen, die bereits mit Integrationsvereinbarungen arbeiten und dabei gute Erfahrungen machen – wie das Beispiel der Stadtverwaltung Düsseldorf zeigt!

 

 

 

ZB 2 / 2007

Aus der Praxis

Stadtverwaltung Düsseldorf

Bei der Stadtverwaltung Düsseldorf wird seit fünf Jahren erfolgreich mit einer Integrationsvereinbarung gearbeitet. Die vereinbarten Ziele sind klar formuliert, die Umsetzung wird regelmäßig überprüft und die Ergebnisse in einem jährlichen Bericht festgehalten. Einige der wichtigsten Ziele sind:

Beschäftigungsquote verbessern
Der Anteil der schwerbehinderten Beschäftigten stieg in den Jahren 2001 bis 2006 von 4,95 Prozent auf 5,81 Prozent. Erreicht wurde dies sowohl durch Neueinstellungen als auch durch Sicherung von Arbeitsverhältnissen mit der Anerkennung einer Schwerbehinderung und entsprechenden Hilfen.

Ausbildungsplätze schaffen
Obwohl die Einstellung von Nachwuchskräften rückläufig ist, erhielten in den vergangenen zwei Jahren vier schwerbehinderte Jugendliche einen Ausbildungsplatz.

Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen
Im vergangenen Jahr wurde eine Richtlinie für das Betriebliche Eingliederungsmanagement entwickelt. Konkrete Handlungsempfehlungen bei längerer Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern sind derzeit in Arbeit.

 


Nicht vergessen:
Bitte eine Kopie Ihrer Integrationsvereinbarung an das zuständige Integrationsamt senden!

 

ZB 2 / 2007

„Die Integrationsvereinbarung ist für die Stadt Düsseldorf ein wichtiges Instrument, um die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zu sichern und zu fördern. Die gesetzten Ziele haben jedoch nur dann Erfolg, wenn alle Beteiligten dahinterstehen.“
> Ulrike Löhr, Dezernentin für Organisations- und Personalentwicklung. Die Stadt Düsseldorf beschäftigt fast 10.000 Mitarbeiter/-innen – davon sind rund 580 schwerbehindert.

„In der Integrationsvereinbarung haben wir uns auf Ziele geeinigt und entsprechende Maßnahmen verabredet. Hier war der Sachverstand des Integrationsteams gefragt – aber auch die Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner.“
> Peter Esch, Leiter der Abteilung Personalentwicklung bei der Landeshauptstadt Düsseldorf, arbeitet als Beauftragter des Arbeitgebers im Integrationsteam mit.

„Unsere Integrationsvereinbarung orientiert sich an den betrieblichen Verhältnissen. Es zeigt in der Praxis Wirkung, wenn Verantwortung und Maßnahmen festgelegt sind. So lassen sich bei uns viele Hilfen kurzfristig umsetzen.“
> Rainer Egert, Schwerbehindertenvertreter und Ansprechpartner für mehr als 200 schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

„Die Integrationsvereinbarung hat für den Personalrat einen sehr hohen Stellenwert. Wichtig ist uns vor allem, dass der Arbeitgeber auch konkrete Handlungsverpflichtungen übernommen hat, die in der betrieblichen Praxis Klarheit schaffen und den Betroffenen tatsächlich weiterhelfen.“
> Katharina Lang, Mitglied des Personalrats. Im Gesamtpersonalrat ist sie für das Betriebliche Eingliederungsmanagement und die Integrationsvereinbarung beauftragt.

„Als die Zusage für eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung kam, habe ich mich riesig gefreut. Ich wollte die Chance unbedingt nutzen und habe es auch geschafft. Nach bestandener Prüfung wurde ich direkt übernommen!“
> Katharina Grote, Stadtsekretärin im Jugendamt. Wie sie profitieren auch andere schwerbehinderte junge Menschen von dem Ausbildungsziel der Integrationsvereinbarung.

„Nach einem Unfall musste ich meinen früheren Beruf aufgeben. Mit Unterstützung des Integrationsteams wurde für mich ein Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung geschaffen. Dort habe ich wieder eine berufliche Perspektive gefunden.“
> Gerd Hamacher, gelernter Handelsfachpacker, arbeitet heute im Vermessungs- und Katasteramt. Sein Beispiel zeigt, dass das Betriebliche Eingliederungsmanagement ein wichtiges Thema für die Integrationsvereinbarung ist.

ZB 2 / 2007

WAS IST ...
EINE INTEGRATIONSVEREINBARUNG?


Eine Integrationsvereinbarung wird vom Arbeitgeber mit der Schwerbehindertenvertretung, dem Betriebs- oder Personalrat sowie dem Beauftragten des Arbeitgebers getroffen. Darin vereinbaren sie verbindliche Ziele und Maßnahmen, um die berufliche Situation schwerbehinderter Menschen im Betrieb oder in der Dienststelle spürbar zu verbessern.


KURS ONLINE

Das multimediale Lernprogramm „Kurs online“ führt leicht verständlich und praxisnah in die Grundlagen ein und zeigt Schritt für Schritt, wie eine Integrationsvereinbarung erarbeitet wird.


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