Barrierefreiheit

Das Ziel der Selbstbestimmung und der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohten Menschen am Leben in der Gesellschaft (§ 1 SGB IX) erfordert, dass Barrieren beseitigt werden, die dieser Teilhabe im Wege stehen. Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Dies betrifft nicht nur eine rollstuhlgerechte Gestaltung zum Beispiel von öffentlichen Gebäuden für Menschen mit Körperbehinderungen, sondern in gleicher Weise zum Beispiel die Beseitigung von Kommunikationsbarrieren für Menschen mit Sinnesbehinderungen (Blindheit und Sehbehinderungen, Hörschädigungen) oder mit einer geistigen Behinderung oder einer Lernbehinderung. Barrierefreiheit in diesem umfassenden Verständnis bezieht sich zum Beispiel auf das barrierefreie Bauen oder die Verpflichtung zur barrierefreien Gestaltung von Rehabilitationseinrichtungen, den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern und schließt auch die Gestaltung und den technischen Aufbau von Webseiten ein.

Die Barrierefreiheit ist Kernstück des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Am 19.07.2016 wurde das Gesetz novelliert. Zu den Neuregelungen gehören:

Ergänzt wird das Behindertengleichstellungsgesetz durch die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV). Sie legt fest, dass alle Angebote an Informationstechnik der Behörden der Bundesverwaltung, zum Beispiel Internetauftritte, auch für behinderte Menschen zugänglich sein müssen. 2011 wurde die Verordnung aktualisiert, die Neufassung BITV 2.0 berücksichtigt noch mehr die Bedürfnisse hörgeschädigter sowie lernbehinderter Menschen. Heute müssen Informationen in Leichter Sprache sowie in Gebärdensprache zur Verfügung gestellt werden.

Beispiele für Anforderungen an barrierefreie Internetangebote:

Nach einer Richtlinie der Europäischen Union gelten ab Herbst 2018 für öffentliche Institutionen Mindeststandards für den barrierefreien Zugang zu Webseiten und mobilen Anwendungen.

Version vom: 10.07.2019
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