Gute Beispiele aus Betrieben

Wir stellen hier Betriebe vor, die sich durch gelungene Vereinbarungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) auszeichnen. Über Ihre eigenen Erfahrungen können Sie im Forum diskutieren.

BEM-Beispiel: Rheinisch-Bergischer Kreis

Für jede Mitarbeiterin oder jeden Mitarbeiter gibt es eine Informationsbroschüre, in der sehr umfassend informiert wird, wie der Arbeitgeber "Kreisverwaltung" im Falle einer längeren Erkrankung und der Wiedereingliederung vorgehen wird.


Der Rheinisch-Bergische Kreis beschäftigt rund 730 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen etwa 5,6 Prozent schwerbehindert sind.

Was ist das Besondere?

Für jede Mitarbeiterin oder jeden Mitarbeiter gibt es eine Informationsbroschüre, in der sehr umfassend informiert wird, wie der Arbeitgeber "Kreisverwaltung" im Falle einer längeren Erkrankung und der Wiedereingliederung vorgehen wird.

Außerdem besteht das grundsätzliche Angebot, den Erstkontakt aufgrund der medizinischen Kenntnisse durch den betriebsärztlichen Dienst oder den Koordinator der Koordinationsstelle für Arbeitsschutz, Gesundheitsvorsorge und Konfliktmanagement, durchführen zu lassen.

In der Praxis hat sich dieses Angebot bewährt, da auf diesem Wege sehr früh ein Vertrauensverhältnis zwischen den Partner aufgebaut werden kann und im Einvernehmen mit dem Betroffenen nur die Inhalte nach außen gelangen, welche für das Gelingen einer Wiedereingliederung erforderlich sind.

Wie ist der Landkreis vorgegangen?

In der Praxis findet beim Rheinisch-Bergischen-Kreis bereits seit langem ein Betriebliches Eingliederungsmanagement statt, welches sich schon immer an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtete. Denn der Landkreis verfügt bereits seit zehn Jahren über eine Koordinationsstelle für Arbeitsschutz, Gesundheitsvorsorge und Konfliktmanagement, die mit einer speziell ausgebildeten Fachkraft besetzt ist. Der gesetzliche Auftrag zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement gab dann den Anstoß, die praktischen Erfahrungen und Vorgehensweisen in Form einer Dienstvereinbarung zusammenzufassen. Seit dem Jahre 2001 besteht ein betriebliches Integrationsteam.

Wie ist der Datenschutz gewährleistet?

Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist es gelungen, bei der Umsetzung des BEM durch den Arbeitgeber, die Interessen des betroffenen Mitarbeiters in einem besonders vertrauensvollen Umgang mit den sensiblen Daten in besonderem Maße zu wahren. Es wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Verfahrensbetreuung des BEM nicht bei der Personalabteilung angesiedelt ist, sondern dem Betriebsmedizinischen Dienst und der Koordinationsstelle für Arbeitsschutz, Gesundheitsförderung und Konfliktmanagement.

Die Dienstvereinbarung enthält vor diesem Hintergrund auch eine klare Regelung zum erforderlichen Datenfluss zur personalverwaltenden Stelle und zur Aufbewahrung und Löschung der betreffenden Datenbestände.

 

Kontakt

Gerhard Weber

Koordinator für Arbeitsschutz/Gesundheitsvorsorge und Konfliktmanagement

E-Mail

www.rbk-direkt.de

BEM-Beispiel: Württembergisches Staatstheater

Das BEM ist eng gekoppelt an Projekte aus dem Bereich der Prävention. Zum Beispiel gibt es Schulungen zum Thema "partnerschaftliche Kommunikation". Das Ziel ist, ein konstruktives, lebendiges und offenes Betriebsklima zu


Die Staatstheater Stuttgart sind ein Drei-Sparten-Haus mit  Oper, Schauspiel und Ballett. Insgesamt sind dort etwa 1.200 Menschen beschäftigt.

Was ist das Besondere?

Das BEM ist eng gekoppelt an Projekte aus dem Bereich der Prävention. Zum Beispiel gibt es Schulungen zum Thema "partnerschaftliche Kommunikation". Das Ziel ist, ein konstruktives, lebendiges und offenes Betriebsklima zu entwickeln. Dazu gehören auch Gesundheitstage mit viel Informationen und Sportangeboten sowie eine arbeitsplatzbezogene Rückenschule für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies zeigt, dass Prävention eine wichtige Rolle im Unternehmen spielt. So wird auch befürwortet, dass die Verantwortlichen für das BEM - Johannes Egerer und Martina Lutz - eine Ausbildung zum Disability Manager absolvieren.

Wie ist der Betrieb vorgegangen?

Das Integrationsteam ist das Steuerungsgremium für das BEM. Es setzt sich zusammen aus der oder dem Beauftragten der Theaterleitung, einem Mitglied des Personalrates, der Schwerbehindertenvertretung und der Vertretung des betriebsärztlichen Dienstes. Bei Bedarf werden weitere interne Fachkräfte hinzugezogen.

Um möglichst frühzeitig den Eingliederungs- und Rehabilitationsbedarf erkennen und klären zu können, erhalten die Mitglieder des Integrationsteams monatlich von der Personalabteilung eine Liste der Beschäftigten, die für ein BEM in Frage kommen.

Die Personalabteilung stellt zusätzlich in Zusammenarbeit mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem betriebsärztlichen Dienst die Daten aus der Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Arbeitsplatzes zur Bewertung individueller und struktureller gesundheitlicher und arbeitsbedingter Risiken zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des betrieblichen Gesundheitsberichts - insbesondere die Arbeitsunfähigkeitsprofile der Krankenkassen - in die Bewertung mit einbezogen.

Das Integrationsteam entscheidet, ob ein Eingliederungsmanagement erforderlich ist und leitet die Kontaktaufnahme ein, in dem es die erkrankte Person schriftlich über das Angebot und die Hilfemaßnahmen des BEM informiert.

Wie ist der Datenschutz gewährleistet?

Wenn personenbezogene Daten an Dritte weitergegeben werden müssen, wird die oder der Beschäftigte darüber aufgeklärt und eine schriftliche Einwilligung eingeholt.

Medizinisch-diagnostische Daten, die Auskunft über den Gesundheitszustand und die daraus resultierende Leistungsfähigkeit geben, dürfen im Integrationsteam nur mit ausdrücklicher Zustimmung und schriftlichen Erklärung der Betroffenen zur Entwicklung des Eingliederungsplanes verwendet werden.

Daten werden nur in Papierform erhoben. Sie werden bei dem Beauftragten der Theaterleitung für das BEM in einem verschlossenen Briefumschlag und einem verschlossenen Schrank aufbewahrt und erst nach Abschluss des Verfahrens an den Beschäftigten herausgegeben. In der Personalakte wird lediglich vermerkt, dass ein Wiedereingliederungsverfahren durchgeführt oder dass eine Maßnahme abgelehnt wurde oder dass das BEM aufgrund der Entscheidung der oder des Beschäftigten gescheitert ist.

 

Kontakt

Martina Lutz und Johannes Egerer

Verantwortliche für das BEM

E-Mail Martina.Lutz@StaatstheaterStuttgart.de

www.staatstheater.stuttgart.de

BEM-Beispiel: Orthopädische Klinik Kassel gGmbH

Das BEM wird eng mit besonderen Angeboten zur Gesundheitsprävention verbunden. Begünstigte Thermalbadkarten, Nordic Walking Kurse, verbilligte Mitgliedschaft in der Sportgemeinschaft sind Beispiele für dieses Bemühen


Die orthopädische Klinik in Kassel beschäftigt rund 280 Menschen.

Was ist das Besondere?

Das BEM wird eng mit besonderen Angeboten zur Gesundheitsprävention verbunden. Begünstigte Thermalbadkarten, Nordic Walking Kurse, verbilligte Mitgliedschaft in der Sportgemeinschaft sind Beispiele für dieses Bemühen. Weiterhin ist wichtig, in der Klinik ein Klima der Gesundheitsförderung herzustellen, welches Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen mit einbezieht.

Wie ist die Klinik vorgegangen?

Ein Motiv war sicherlich die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen. Darüber hinaus wurde immer deutlicher, dass in der Zeit des demographischen Wandels die eigene Gesundheitsförderung aktiv zu betreiben ist, um als Dienstleister im Gesundheitswesen leistungsfähig zu bleiben.

Die Organisation des BEM liegt beim Integrationsteam. Die Initiative zur Einleitung eines BEM kann vom Mitarbeiter selbst, seinem Vorgesetzten, dem Integrationsteam oder im Falle einer lang andauernden Erkrankung, von der Personalabteilung ausgehen.

Den Erstkontakt zum Mitarbeiter übernimmt ein Mitglied des Integrationsteams. Neben der Bereitstellung von Informationen dient das Erstgespräch dazu, eine Vertrauensbasis herzustellen und die Ziele, Lösungsideen und Perspektiven des Mitarbeiters kennen zu lernen und seine Bereitschaft zur Mitwirkung am BEM abzuklären. Soweit der Mitarbeiter einverstanden ist, wird in den meisten Fällen, nach einer arbeitsmedizinischen Untersuchung, mit ihm besprochen, welche betriebsinternen oder außerbetrieblichen Maßnahmen zur dauerhaften Wiederherstellung oder zum Erhalt der Leistungsfähigkeit eingeleitet werden können. Dazu wird eine Vereinbarung getroffen. Ziel ist immer der Erhalt des Arbeitsplatzes.

Am BEM ist das Integrationsteam beteiligt. Es besteht aus dem Beauftragten des Arbeitgebers, der Schwerbehindertenvertretung und drei Betriebsräten. Bei Bedarf werden die Betriebsärztin, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, ein Vertreter des Integrationsamtes oder des Integrationsfachdienstes, Vertreter einer Beratungsstelle für Suchterkrankungen oder sonstiger Organisationen hinzugezogen.

Die Verantwortung für das BEM hat der Arbeitgeber im Rahmen seiner arbeitsvertraglichen Fürsorgepflicht. Da das BEM unter dem Vorbehalt der Freiwilligkeit steht und viele präventive Gesundheitsangebote enthält, wird auch der Eigenverantwortung des Mitarbeiters ein hohes Gewicht beigemessen.

Wie ist der Datenschutz gewährleistet?

Der Datenschutzbeauftragte der Klinik hat das Integrationsteam über die entsprechenden Datenschutzbestimmungen informiert und zur Einhaltung verpflichtet. Es ist Aufgabe der Personalabteilung das Integrationsteam davon zu unterrichten, dass eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer Krankenfehlzeiten von über sechs Wochen aufweist. Die Personalabteilung teilt dem Integrationsteam allerdings nur den Namen, die Abteilung und die private Telefonnummer der erkrankten Person mit. Sobald eine Weitergabe schutzwürdiger personenbezogener Daten, zum Beispiel an das Integrationsamt, den Betriebsrat oder die Schwerbehindertenvertretung notwendig wird, erfolgt dies nur mit schriftlichem Einverständnis der Betroffenen.

Gesundheitsdaten werden getrennt von der Personalakte in den Unterlagen des Betriebsarztes aufbewahrt.

 

Kontakt

Joachim Baier

Personalleiter

E-Mail: jbaier@okkassel.de

www.orthopädische Klinik Kassel.de

BEM-Beispiel: Buderus Edelstahl GmbH

Das BEM ist Teil des Gesundheits- und Integrationsmanagements. Es wird besonderen Wert darauf gelegt, dass das BEM nicht als gesetzlich legitimiertes Krankengespräch zur Vorbereitung von personenbedingten Kündigungen verstanden wird


Die Buderus GmbH beschäftigt rund 900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Was ist das Besondere?

Das BEM ist Teil des Gesundheits- und Integrationsmanagements. Es wird besonderen Wert darauf gelegt, dass das BEM nicht als gesetzlich legitimiertes Krankengespräch zur Vorbereitung von personenbedingten Kündigungen verstanden wird.

Wie ist der Betrieb vorgegangen?

Bereits vor der Änderung des SGB IX bestanden eine Integrationsvereinbarung und ein standardisiertes Krankenrückkehrgespräch im Unternehmen. Im Arbeitskreis Gesundheit wurden und werden zu beiden Themenbereichen Maßnahmepakete definiert. Mit der Einführung des BEM im SGB IX wurden die bestehenden Prozessabläufe an die gesetzlichen Vorgaben angepasst.

Es besteht ein mehrstufiges Verfahren zum Gesundheits- und Integrationsmanagement, in das der Arbeitskreis Gesundheit eingebunden ist. Dazu gehört ein Leitfaden für Rückkehrgespräche sowie Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen zur Gesundheitsprävention, Arbeitsschutz und Arbeitsplatzgestaltung.

Am Eingliederungsmanagement beteiligt sind die Personalleitung, der Betriebsrat, die Schwerbehindertenvertretung und der Werksarzt. Bei Bedarf werden die Betriebs- und Bereichsverantwortlichen, die Geschäftsführung und das Integrationsamt hinzugezogen.

Die Prozessverantwortung für das BEM liegt beim Personalwesen.

 

Kontakt

Normann Geisse

Leiter Personalbetreuung

E-Mail: normann.geisse@buderus-steel.com

www.buderus-steel.com

 

BEM-Beispiel: Stadt Bochum

Die Einrichtung einer vorgeschalteten "Clearingstelle" hat einerseits die Aufgabe, den Erstkontakt herzustellen und ein "neutrales" Gespräch außerhalb des Personalamtes oder anderer Fachämter zu führen. Dies soll Vertrauen für das Verfahren schaffen und die Bereitschaft zur Mitarbeit fördern ...


Was ist das Besondere?

Die Einrichtung einer vorgeschalteten "Clearingstelle" hat einerseits die Aufgabe, den Erstkontakt herzustellen und ein "neutrales" Gespräch außerhalb des Personalamtes oder anderer Fachämter zu führen. Dies soll Vertrauen für das Verfahren schaffen und die Bereitschaft zur Mitarbeit fördern. Andererseits prüft die Clearingstelle, ob die formal ermittelten Beschäftigten als Klienten für das Integrationsteam überhaupt in Frage kommen und stellt gegebenenfalls die Weichen für das weitere Verfahren.

Wie ist die Stadt vorgegangen?

Zur Entwicklung eines BEM-Konzeptes wurde eine Arbeitsgruppe gebildet aus Vertretern des Personalamtes, des Personalrates und der Schwerbehindertenvertretung. Nach der Verabschiedung des Konzeptes wurde ein Integrationsteam gebildet und eine Clearingstelle eingerichtet.

Bevor das Integrationsteam mit seiner Arbeit beginnt wird die Clearingstelle aktiv und führt mit der oder dem Betroffenen ein Erstgespräch, zu dem es sie oder ihn schriftlich eingeladen hat. Erst wenn das Erstgespräch erfolgreich verlaufen ist und die schriftliche Zustimmung des Beschäftigten zum Integrationsverfahren vorliegt, wird das Integrationsteam eingeschaltet.

Das Integrationsteam besteht aus jeweils einem Vertreter des Personaleinsatzes, des Personalservices, des Personalrates, der Schwerbehindertenvertretung und eines Gesundheitsmanagers, der für die Clearingstelle zuständig ist. Das Integrationsteam trifft sich mindestens einmal monatlich um über die Beschäftigten zu sprechen, die für ein BEM in Frage kommen. Dabei werden die einzelnen "Fälle" besprochen, mit denen die Clearingstelle Vorgespräche geführt hat. Das weitere Vorgehen wird festgelegt und die Verantwortlichkeit für die einzelnen Fälle auf die Mitglieder des Teams verteilt.

Wie ist der Datenschutz gewährleistet?

Die BEM-Unterlagen bleiben im verschlossenen Schrank bei der Clearingstelle. Unterlagen werden nach einem Jahr vernichtet, wenn das BEM abgeschlossen ist.

 

Kontakt

Detlef Eichardt, Dipl. Rer.Soc.

Betrieblicher Gesundheitsmanager bei der Stadt Bochum

E-Mail: DEichardt@Bochum.de

www.bochum.de

 

BEM-Konzept der Stadt Bochum

BEM-Beispiel: K+S KALI GmbH am Beispiel Werk Werra

Für ihre Aktivitäten auf dem Gebiet des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) ist das Werk Werra vom Landeswohlfahrtsverband Hessen als eines von zehn hessischen Unternehmen ausgezeichnet worden. Wir unterstützen Mitarbeiter mit gesundheitlichen Problemen oder einer Behinderung durch gezielte und professionelle Betreuungsangebote.


Die K+S KALI GmbH gewinnt in 6 Bergwerken in Deutschland Kali- und Magnesiumrohsalze. Im Werk Werra mit rund 4.100 Mitarbeitern haben wir im Jahr 2006 das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) eingeführt.

Was ist das Besondere?

Für ihre Aktivitäten auf dem Gebiet des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) ist das Werk Werra vom Landeswohlfahrtsverband Hessen als eines von zehn hessischen Unternehmen ausgezeichnet worden. Wir unterstützen Mitarbeiter mit gesundheitlichen Problemen oder einer Behinderung durch gezielte und professionelle Betreuungsangebote. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement hat zum Ziel, diese Mitarbeiter schneller wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern und dauerhaft an einem geeigneten, leistungsgerechten Arbeitsplatz einzusetzen.

Wie ist der Betrieb vorgegangen?

Das BEM ist ein Bestandteil unserer Betrieblichen Gesundheitsförderung, die darauf zielt, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und zu verbessern. Insbesondere langzeiterkrankte und leistungsgeminderte Mitarbeiter benötigen gezielte und professionelle Betreuung, um sie so schneller wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu können.

Das BEM sieht vor, dass ab der fünften Woche der Arbeitsunfähigkeit des Beschäftigten der Koordinator Gesundheitsförderung eingeschaltet wird. Er klärt mit dem Beschäftig-ten den Grund der Arbeitsunfähigkeit, bietet in einem persönlichen Gespräch Hilfe-stellungen zur Genesung an. Zur Klärung medizinischer Sachverhalte kann auch der Werksarzt hinzugezogen werden.

Der Koordinator ist für die Reintegration langzeiterkrankter Mitarbeiter im Rahmen des BEM zuständig. Er berät betroffene Mitarbeiter und gegebenenfalls Vorgesetzte über den weiteren Verfahrensweg im Falle eingetretener Arbeitsunfähigkeit, bietet betriebliche Hilfestellungen an und klärt über Konsequenzen auf. Er bildet eine vertrauensvolle Schnittstelle zwischen den Rehabilitations- und Präventionsträgern, dem Unternehmen, der Interessenvertretung und dem Mitarbeiter.

Am Eingliederungsmanagement beteiligt sind Führungskräfte, Betriebsrat, Arbeitskreis Gesundheitsförderung sowie das Integrationsteam. Die Verantwortlichkeit liegt bei der Werksleitung, den Führungskräften und dem Betriebsrat. Für die Steuerung des Verfahrens ist der Koordinator Gesundheitsförderung zuständig.

Datenschutz:

Alle Beteiligten sind zum Stillschweigen verpflichtet.

Informationen aus dem privaten Bereich, insbesondere Krankheitsbilder, werden nicht protokolliert.

Erforderliche Unterlagen werden beim Koordinator aufbewahrt und sind nur diesem zugänglich.

 

Kontakt:

Wilfried Kleinhans

Koordinator für Gesundheitsförderung und Eingliederungsmanagement

Vertrauensmann der Schwerbehinderten

E-Mail: wilfried.kleinhans@kali-gmbh.com

www.kali-gmbh.com

 

Powerpoint-Präsentation zur Einführung des BEM Betrieblichen Eingliederungsmanagements bei der Firma K+S KALI GmbH

 

BEM-Beispiel: Chemion Logistik GmbH

Zur Umsetzung des Chemion Eingliederungsmanagements (ChEM) wurde bei der Chemion ein Integrationsteam gebildet, bestehend aus einem Vertreter des Personalwesens, einem Vertreter des Gesamtbetriebsrates, der Gesamtschwerbehindertenvertretung und den so genannten ChEM-Begleitern


Die Chemion Logistik GmbH hat rund 1.100 Beschäftigte. Das Logistikunternehmen, das vor allem für die chemische Industrie als Dienstleister arbeitet, ist an drei Standorten (Dormagen, Leverkusen und Uerdingen) vertreten.

Was ist das Besondere?

Zur Umsetzung des Chemion Eingliederungsmanagements (ChEM) wurde bei der Chemion ein Integrationsteam gebildet, bestehend aus einem Vertreter des Personalwesens, einem Vertreter des Gesamtbetriebsrates, der Gesamtschwerbehindertenvertretung und den so genannten ChEM-Begleitern. Dieser Begleiter leitet den Erstkontakt mit dem betroffenen Mitarbeiter ein und ist im weiteren Prozess Koordinator und Vermittler. ChEM-Begleiter sind an jedem Standort der Chemion vertreten und nehmen diese Aufgaben neben ihrer Haupttätigkeit wahr. Es handelt sich um "neutrale" Mitarbeiter.

Wie ist der Betrieb vorgegangen?

Bereits im Jahr 2005 wurde ein eigenes betriebliches Gesundheitsmanagement mit dem Ziel aufgebaut, eine nachhaltig hohe Gesundheitsquote zu erreichen. Ergänzt wurde das Gesundheitsmanagement im Jahre 2006 durch das Chemion Eingliederungsmanagement (ChEM), zunächst als Projekt, zwischenzeitlich ist es als BEM fest installiert.

Um möglichst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebes dafür zu gewinnen, wurde das Projekt der Mitarbeiterschaft in zahlreichen Workshops vorgestellt und dafür geworben. Begonnen wurde mit der Information der Betriebsratsgremien an den drei Standorten. Es folgten die zuständigen betriebsärztlichen Dienste einschließlich der Betriebskrankenkasse und letztendlich wurden in insgesamt fünf Veranstaltungen alle Führungskräfte im ChEM geschult. Diese Schulungen haben ganz wesentlich zur breiten und positiven Resonanz des BEM beigetragen.

Ergänzend wurde für die Führungskräfte eine Broschüre erstellt, mit Hinweisen zu den konkreten Aufgaben und zum Verfahren im Allgemeinen. Jede Mitarbeiterin und jede Mitarbeiter, der länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist, erhält neben dem Angebot zum BEM eine Mitarbeiter-Informationsbroschüre.

Wie ist der Datenschutz gewährleistet?

Die Betriebsvereinbarung enthält einen ausdrücklichen Hinweis auf die datenschutzrechtlichen Bestimmungen und darauf, dass alle Daten des Mitarbeiters durch das Integrationsteam vertraulich zu behandeln sind und nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen - es sei denn, der Betroffene hätte dem zugestimmt. Bereits beim ersten persönlichen Gespräch mit dem Mitarbeiter erhält dieser sowohl vom Integrationsteam als auch vom ChEM Begleiter eine persönliche Erklärung zur Schweigepflicht! Die vom ChEM-Begleiter angelegte Eingliederungsakte verbleibt nach Beendigung des ChEM in sicherer Verwahrung des Integrationsteams oder des Vorsitzenden.

 

Kontakt

Monika Gerlieb

Verantwortliche für das BEM

E-Mail Monika.Gerlieb.mg@chemion.de

www.chemion.de


URL dieser Seite: http://www.integrationsaemter.de/druckversion/Gute-Beispiele/158c246/index.html