| Bild: Ein Mitarbeiter von RWE AG repariert eine Rohrleitung, © André Laaks; RWE AG |

Betriebliche Aktionspläne

„Inklusion geht alle an!“

Was sind betriebliche Aktionspläne? Und wie werden sie mit Leben erfüllt? Fragen an Dr. Annette Niederfranke, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

ZB 3/2013

Betriebliche Aktionspläne

„Inklusion geht alle an!“

Was sind betriebliche Aktionspläne? Und wie werden sie mit Leben erfüllt? Fragen an Dr. Annette Niederfranke, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Mann bei der Reparatur einer Rohrleitung, © André Laaks; RWE AG
© André Laaks; RWE AG

Immer mehr Unternehmen und Institutionen erkennen, dass sie nicht länger auf Menschen mit Behinde-rungen als Beschäftigte und Konsu-menten verzichten können. Eigene Aktionspläne sind ein gutes Mittel für mehr Inklusion. Sie ermöglichen es, strukturiert und systematisch konkrete Inklusionsmaßnahmen umzusetzen. Um Unternehmen und Institutionen bei der Erstellung eigener Aktionspläne zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jetzt einen Praxisleitfaden erstellt. An der Konzeption waren auch die Personalverantwortlichen und Schwerbehindertenvertretungen der DAX-30-Unternehmen, die Mitglieder des UnternehmensForums sowie Verbände und Sozialpartner beteiligt.

Frau Staatssekretärin Dr. Niederfranke, Ihr Haus hat einen Praxisleitfaden für Aktionspläne veröffentlicht. Warum?

Dr. Annette Niederfranke Ein Aktionsplan ermöglicht eine gründliche Bestandsaufnahme des Status quo. Auf dieser Grundlage werden konkrete Ziele gesetzt und die dafür erforderlichen Maßnahmen definiert. Im Laufe des Umsetzungsprozesses kann dann fortlaufend evaluiert werden. Unternehmen wie SAP und Boehringer Ingelheim und Institutionen wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gehen bereits den Weg mit eigenen Aktionsplänen. Wir wollen, dass ihnen viele folgen.

Was bietet der Leitfaden konkret?

Dr. Niederfranke Der Leitfaden ist praxisnah als Ring-Ordner gestaltet. Eine Checkliste erlaubt es, Prioritäten zu setzen und sich gezielt mit den relevanten Handlungsfeldern zu beschäftigen. Der Serviceteil bietet rechtliche Hintergrundinformationen und praktische Tipps. Auf einem USB-Stick befindet sich eine Vorlage (Template) mit Mustermaßnahmen, mit deren Hilfe unkompliziert ein eigener Aktionsplan zusammengestellt werden kann.

An welche Unternehmen und Institutionen richtet sich der Leit­faden?

Dr. Niederfranke
An alle. Inklusion ist kein Thema nur für große Konzerne. Die Belegschaften werden immer älter und damit wird auch das Thema Inklusion immer wichtiger. Viele Behinderungen entwickeln sich erst im Laufe des Arbeitslebens, zum Beispiel durch Krankheit oder Unfall. Diese Beschäftigten wieder zu integrieren, ist gerade für kleinere Unternehmen wichtig. Im Praxisordner stellen wir ganz gezielt Maßnahmen vor, die auch kleine Unternehmen ohne viel Aufwand umsetzen können. Konkrete Beispiele aus der Praxis wurden auch explizit von den an der Konzeption beteiligten Unternehmen gewünscht.

Bestellung
Der Leitfaden „ZUSAMMEN-ARBEITEN – Inklusion in Unternehmen und Institutionen“ ist beim BMAS erhältlich: www.bmas.de


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