| Bild: Plakat der KVJS-Kampagne, (c) Thomas Brenner |
Inklusionsbetriebe

Wer erfolgreich ist, sollte auch darüber reden!

Inklusionsbetriebe: Für wen sind sie geeignet? Und was leisten sie? Drei Kampagnen haben sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit dieser Betriebe bekannt zu machen.

ZB 2-2018

Inklusionsbetriebe

Wer erfolgreich ist, sollte auch darüber reden!

Behinderte Menschen finden oft schwer einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Inklusionsbetriebe können dazu beitragen, dass es besser gelingt. Doch die Arbeit in einem Inklusionsbetrieb ist immer noch zu wenig bekannt. Drei Kampagnen wollen dies nachhaltig ändern.

Für schwerbehinderte Menschen, die durch ihre Behinderung besonders beeinträchtigt sind und einen "geschützten" Raum für eine Beschäftigung benötigen, bieten Inklusionsbetriebe eine gute Möglichkeit für ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis. Die Zahl der Inklusionsbetriebe wächst seit Jahren. Von 2008 bis 2017 stieg sie bundesweit von 508 auf 895 geförderte Unternehmen. Dort arbeiteten 2017 rund 13.000 schwerbehinderte Menschen. Die Inklusionsbetriebe haben sich zu einem wichtigen inklusiven Arbeitsmarktinstrument entwickelt. Bereits 2016 hat der Bund das Förderprogramm "Inklusionsinitiative II – AlleImBetrieb" mit 150 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds aufgesetzt, um mehr Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen zu schaffen. Die Umsetzung erfolgt über die Integrationsämter der Länder. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag sieht eine weitere Förderung der Inklusionsbetriebe vor. Bundesweite und regionale Kampagnen werben für Inklusionsbetriebe, um vor allem Auftraggeber und Kunden zu gewinnen. Drei dieser Kampagnen stellen wir vor.

| Bild: Logo der Kampagne |
Inklusion durch Arbeit – MehrWert für Alle

Aufklärungskampagne der bag if

(Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen e.V.)

 

| Bild: Plakat der Kampagne |
Die Kampagne: Das vorrangige Ziel der dreijährigen von der Aktion Mensch und der Freudenberg Stiftung geförderten Kampagne ist, den inklusiven Ansatz der Inklusionsbetriebe bundesweit zu verbreiten und dabei neue Partner für die Gründung von Inklusionsbetrieben und -abteilungen zu gewinnen. Gleichzeitig will sie ein Bewusstsein dafür schaffen, dass behinderte Menschen selbstverständlicher Teil unserer Arbeitsgesellschaft sind und Inklusion einen "MehrWert für Alle" darstellt. Der Kampagnenauftakt fand am 20. Juni 2018 statt. Plakate und kleine Filmspots verdeutlichen das Potenzial behinderter Menschen in der Arbeitswelt. In verschiedenen Medien und auf bundesweiten Fachveranstaltungen werden Good-Practice-Beispiele vorgestellt und über Möglichkeiten der Inklusion am Arbeitsplatz informiert. Interessierte Firmengründer werden bei der Suche nach Geschäftsfeldern und Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützt und können sich über weitere Leistungen und Angebote informieren. Um neue Partner zu gewinnen, setzt die Kampagne gezielt auf Vernetzung und Kooperation.

Kontakt: Magdalena Weinsziehr, Telefon: 030 25120-82, E Mail: magdalena.weinsziehr@bag-if.de, www.mehrwert-inklusive.de

 

| Bild: Logo der Kampagne |
INKLUSIONSUNTERNEHMEN – Weil gemeinsam mehr draus wird

Kampagne des KVJS-Integrationsamtes Baden-Württemberg

Die Kampagne: Das Integrationsamt des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) will mit dieser landesweiten Kampagne die Erfolgsgeschichte der Inklusionsunternehmen in die Öffentlichkeit tragen. Denn die 86 Inklusionsunternehmen in Baden-Württemberg haben 2017 mit einem jährlichen Umsatz von etwa 161 Millionen Euro nicht nur einen wirtschaftlichen Wert, sondern auch einen sozialen Mehrwert erreicht. 3.700 Beschäftigte arbeiten für sie, davon sind 1.500 schwerbehindert.

| Bild: Plakat der KVJS-Kampagne, (c) Thomas Brenner |
Plakate mit Porträts und Jobbeschreibungen sind Teil dieser Kampagne. Ein gemeinsames Logo wie auch ein gemeinsamer Internetauftritt wurden entwickelt. Inklusionsunternehmen aus verschiedenen Branchen stellen ihre Leistungen vor. Jedes Inklusionsunternehmen kann sich sein eigenes Werbematerial zusammenstellen. Damit möglichst viele Kunden und Gäste erkennen, "dass gemeinsam mehr draus wird".

Kontakt: Bernhard Pflaum, Telefon: 0711 6375-311, E-Mail: Bernhard.Pflaum@kvjs.de, www.iubw.de

 

| Bild: Logo der LWL-Messe, (c) LWL-Integrationsamt |
LWL-Messe der Inklusionsunternehmen

Messe des LWL-Integrationsamtes des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

Die Messe: Hier zeigen die Inklusionsbetriebe, was sie können, präsentieren ihre Dienstleistungen und Produkte. Fördermittelgeber und Beratungseinrichtungen informieren an ihren Ständen und in Seminaren über ihre Leistungen für die Beschäftigten und für die Arbeitgeber. Die Messe ist Forum und Marktplatz zugleich. Sie demonstriert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Inklusionsbetriebe und ihrer Beschäftigten.

| Bild: Blick in die Messehalle, (c) LVR |
Die regelmäßig stattfindende Messe findet immer mehr Zuspruch, 2017 waren über 100 Aussteller beteiligt. Gab es 2008 insgesamt 57 Inklusionsbetriebe und -abteilungen in Westfalen-Lippe, waren es 2017 schon knapp 160. Auch die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen hat sich im gleichen Zeitraum mit rund 2.000 mehr als verdreifacht. Die nächste Messe findet 2020 in den Westfalenhallen in Dortmund statt.

Kontakt: Petra Wallmann, Telefon: 0251 591-3461, www.lwl-messe.de

 

WEITERE INFORMATIONEN

Inklusionsbetriebe

Was ist ihre Aufgabe?

Inklusionsbetriebe (früher: Integrationsprojekte) sollen besonders betroffene schwerbehinderte Menschen dauerhaft beruflich eingliedern.

Was kennzeichnet sie?

Inklusionsbetriebe arbeiten als eigenständige oder als unternehmensinterne Betriebe und Abteilungen. Sie müssen heute mindestens 30 Prozent – früher 25 Prozent – besonders betroffene schwerbehinderte Menschen beschäftigen, ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft soll allerdings 50 Prozent nicht überschreiten. Sie gehören dem allgemeinen Arbeitsmarkt an und stehen im Wettbewerb mit anderen Betrieben. Es muss ihnen gelingen, Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität einerseits sowie die Beschäftigung einer hohen Zahl besonders beeinträchtigter schwerbehinderter Menschen andererseits erfolgreich miteinander zu verbinden.

Wen beschäftigen sie?

Sie beschäftigen schwerbehinderte Menschen, die trotz Unterstützung nicht oder noch nicht in der Lage sind, in anderen Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes Fuß zu fassen. Dazu zählen Menschen mit einer geistigen oder seelischen Behinderung sowie Menschen mit einer schweren Sinnes-, Körper- oder Mehrfachbehinderung. Des Weiteren Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen, die auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln wollen, sowie Abgänger von Sonder- oder Förderschulen.

Seit 2018 können auch schwerbehinderte Langzeitarbeitslose und Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die nicht förmlich als schwerbehindert anerkannt sind, in Inklusionsbetrieben einen Arbeitsplatz finden.

Wie unterstützen die Integrationsämter?

Inklusionsbetriebe werden – wie andere Arbeitgeber auch – finanziell gefördert. Zum Beispiel erhalten sie Lohnkostenzuschüsse. Aber es werden ebenso Kosten für Modernisierung und für laufende betriebswirtschaftliche Beratung bezuschusst. Denn Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Ziel der Integrationsämter. Die Betriebe müssen sich langfristig auf dem Markt behaupten können, damit die Arbeitsplätze der Beschäftigten gesichert sind und auch bleiben.

Die Integrationsämter förderten 2017 Inklusionsbetriebe bundesweit mit rund 92,3 Millionen Euro aus Mitteln der Ausgleichsabgabe.


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